Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

22 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 11 | 2020 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg 0 % 10 % 20 % 30 % 0,13 0,05 0,14 0,2 0,21 0,05 0,22 Zeitpunkt der Rückkehr zur normalen Geschäftstätigkeit Wieder auf oder über Vorkrisenauslastung Noch 2020 1. Halbjahr 2021 2. Halbjahr 2021 Nach 2021 Keine Rückkehr zur Normalität erwartet Keine Einschätzung möglich IHK-Herbstumfrage Hoffen auf Aufschwung nach dem Abschwung D ie Coronapandemie hat zur schwersten Rezes- sion der Nachkriegszeit geführt, die auch die Wirtschaft in der Region Schwarzwald-Baar- Heuberg seit dem Frühjahr erfasst hat. Kontakt- und Reisebeschränkungen, die zur Eindämmung des Infek- tionsgeschehens ergriffen wurden, haben Lieferketten unterbrochen und zu Produktions- und Umsatzeinbu- ßen geführt. „Viele Betriebe fürchten um ihre Existenz. Insbesondere bei den Veranstaltern oder Messebauern, aber auch im stationären Einzelhandel in den Innenstäd- ten oder bei der Industrie ist seit März die Nachfrage eingebrochen“, so IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos. Bei der aktuellen IHK-Konjunkturbefragung im Herbst geben 35 Prozent der befragten regionalen Firmen einen Rückgang ihres Eigenkapitals an. 23 Prozent berichten von Liquiditätsengpässen, rund jedes fünfte Unternehmen von zunehmenden Forderungsausfällen. 37 Prozent hoffen jedoch, dass sich die Coronapande- mie nicht negativ auf die Finanzierungssituation ihres Unternehmens auswirkt. Mehr Investitionen in Digitalisierung Im Vergleich zum Sommer signalisiert die aktuelle Herbstbefragung jedoch eine leichte Erholung. Nach- dem im Sommer noch rund die Hälfte der befragten regionalen Unternehmen mit einer schlechten Ge- schäftslage zu kämpfen hatte, berichten aktuell 46 Pro- zent wieder von einer befriedigenden wirtschaftlichen Situation. Dazu haben nicht nur die Hilfsprogramme von Bund und Land, sondern auch die nach dem Lock- down wieder möglich gewordenen wirtschaftlichen Aktivitäten beigetragen. Viele Unternehmen haben zudem verstärkt in ihre Digitalisierung investiert, um schneller und gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate sind zuversichtlicher als noch im Sommer. Allerdings würde eine zweite Infektionswelle, die einen weiteren Lockdown zur Folge hätte, zusätzliche Insolvenzen und Geschäftsschließungen nach sich ziehen. Jedes fünfte regionale Unternehmen wagt deshalb gegen- wärtig keine Prognose, wann es wieder zur normalen Geschäftstätigkeit zurückkehren kann. Die Exportperspektiven haben sich zwar im Vergleich zum Sommer ebenfalls verbessert. Belastend wirken jedoch die nach wie vor ungelösten Handelskonflikte, der ungewisse Ausgang der Brexitverhandlungen so- wie die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar seit Ende Mai dieses Jahres. Für die exportorientierte regionale Wirtschaft ist es darüber hinaus wichtig, dass die Wirtschaft und damit die Nachfrage in den Abneh- merländern wieder anziehen. Kurzarbeit wichtiges Instrument Die coronabedingten Einschränkungen der wirtschaft- lichen Tätigkeit zeigen sich seit April auch auf dem Arbeitsmarkt der Region. „Ohne das Instrument der Kurzarbeit wären die Arbeitslosenzahlen in unserer Region noch stärker gestiegen“, ist sich die IHK-Prä- sidentin sicher. Auch warnt sie davor, die durch die Coronakrise verursachten Löcher in den öffentlichen Darco Ilic Die Auftragslage im Straßengüterverkehr verbessert sich insgesamt wieder nachhaltig. IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos warnt vor einem Drehen an der Steuerschraube.

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