Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'20 - Hochrhein-Bodensee

44 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 11 | 2020 Unternehmen KURZ NOTIERT Das baden-württembergische Wirtschafts- ministerium hat drei große und fünf kleinere Unternehmen im Land als „KI-Champions“ ausgezeichnet. Eines davon ist die Freiburger Averbis GmbH , die auf Textanalyse mit in- telligenter Software spezialisiert ist. Ihre prä- mierte KI-Lösung „Information Discovery“ kann große Mengen unstrukturierter Daten über ei- ne Spracheingabe erfassen und gleichzeitig strukturiert ordnen. Damit analysiert Averbis beispielsweise Patientendaten, Forschungsli- teratur oder Informationen über Medikamente und nutzt die extrahierten Informationen für Forschung, Diagnoseunterstützung oder admi- nistrative Effizienzsteigerung.Averbis ist aktuell bei mehr als 60 Unternehmen aus dem Pharma- und Gesundheitssektor vertreten. Zahlreiche internationale Kunden, von kleinen Unterneh- men und Institutionen bis zu großen Konzernen, verwenden KI-Anwendungen von Averbis. Das 2007 als Ausgründung der Uni Freiburg ent- standene Unternehmen beschäftigt heute rund 30 Mitarbeiter. Baden-Württemberg hat ein Klimabündnis ins Leben gerufen, dem im Oktober 17 Unterneh- men beigetreten waren, darunter auch drei aus dem Regierungsbezirk Freiburg: der Sensorspezi- alist Sick ausWaldkirch, die Badische Staats- brauerei Rothaus und der Konfitürenherstel- ler Simmler aus Lauchringen. Mit dem Beitritt zum Klimabündnis setzen sich die Unternehmen ehrgeizige Ziele: Sie bekennen öffentlich ihre Absicht, klimaneutral zu werden, ihren gesam- ten Energieverbrauch zu reduzieren und ihre Produkte möglichst frei von CO 2 herzustellen. Das Land wiederum verpflichtet sich, sie dabei zu unterstützen. Nicht nur klimaneutral, sondern sogar klima- positiv will die Combit GmbH aus Konstanz bis Ende 2021 sein. Das Softwareunternehmen hat dafür ein Klimaprojekt mit wissenschaftli- cher Begleitung von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) in Konstanz gestartet. Zunächst soll gemeinsam mit Studie- renden der HTWG eine CO 2 -Bilanz des Unterneh- mens erstellt werden, um dann in einem zwei- ten Schritt diverse Stellschrauben in Angriff zu nehmen. Einige Einsparungen hat Combit schon umgesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung, andere seien in Vorbereitung. Dabei gehe es nicht nur um Stromversorgung, Mobilität und Heizung, sondern auch umAlltägliches wie Ver- pflegung, Papierverbrauch oder Catering. 100 Jahre Ebser 2.000 Bürstenmaschinen TODTNAU. „Achtung! Rationalisierung! Kennen Sie schon die Re- kordleistungen meiner Automaten?“ Mit diesem Slogan warb Gottlieb Ebser im Jahr 1928 in einer Anzeige für seine automatischen Bohr- und Stanzmaschinen. Acht Jahre zuvor, 1920, hatte der Unternehmer seine Fabrik in Todtnau gegründet und zählte damit zu den Pionieren der Bürstenmaschinenbauer in der Schwarzwaldgemeinde. Auf den Maschinen wurden damals Haushaltsbürsten, also Besen, Handfe- ger, Schrubber, Schuhputz- und Kleiderbürsten, hergestellt. „Die Bürstenkörper waren damals aus Holz und wurden vorgebohrt in der Stopfmaschine beborstet. Später kamen dann Bohr- und Stopfma- schinen hinzu, welche dann die Bürstenkörper gebohrt und gestopft haben“, sagt der heutige Geschäftsführer und ehemalige Ebser-Azubi Thomas Schmidt, der seit Juli 2008 das Unternehmen Ebser Me- chanical Engineering mit zwölf Mitarbeitern (inklusive zwei Azubis) führt. In den Jahrzehnten zuvor wurde das Unternehmen von Gottlieb Ebser (bis 1961) und dessen Sohn Willi Ebser (bis 1994) und zuletzt von dessen Sohn Werner Ebser geleitet und geprägt, der 1971 in die Firma einstieg und sie bis 2008 führte. Bis zu 48 Mitarbeiter waren zu Spitzenzeiten beschäftigt. So, wie es typisch für die Branche ist, wurden die Bürstenmaschinen im Laufe der Jahre spezieller. In den 1950er-Jahren beispielsweise produzierte Ebser auch Maschinen für Bohner- und Haarbürsten. Nach wie vor stellen die Todtnauer Bohr- und Stopfmaschinen für Haushaltsbürsten wie Besen, Handfeger, Spül- und WC-Bürsten her, ebenso Maschinen für Haar- und andere Kosmetikbürsten sowie für Walzen- und Tellerbürsten für Straßen- kehrmaschinen und andere technische Bürsten. Dazu kommen Ab- scher- und Ausputzmaschinen sowie Präge- und Etikettiermaschinen. Im Laufe der 100-jährigen Geschichte wurden bei Ebser rund 2.000 Maschinen produziert und weltweit vertrieben. Für diejenigen aus den vergangenen 30 Jahren hat Ebser nach wie vor Ersatzteile und repariert sie auch bei Bedarf. mae Aufbau einer Ebser-Maschine zur Produktion von Walzen­ bürsten.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5