Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'20 - Hochrhein-Bodensee
Anzeigenkompendium Prüfer Medienmarketing für die Region Südbaden Bauwirtschaft | Gewerbeflächen und Immobilien 39 Sind Begünstigungen durch staatliche Förderungen beim Bau zu berücksichtigen? Hilfestellung bei solchen Fragen geben beispiels- weise Maklerbüros, Fachstellen und Wirtschaftsförderer. Auch die Frage, ob eine Immobilie besser gekauft oder gemietet werden sollte, stellt sich. Diese Frage erübrigt sich bei einer Kapitalanla- ge, bei der genau überlegt werden muss, ob sich die Investition bezahlt macht. Am wichtigsten für alle Interessenten ist neben Kosten und Finanzierung immer die Lage. Während Einzelhändler möglichst zentral untergebracht sein sollten, spielt die Laufkund- schaft bei anderen Nutzern keine Rolle. B und C Lage sind dann auch in Ordnung. Werden Besuche empfangen, dann sollte eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen eingeplant werde. Bei Fir- men, die Ware produzieren, die über weite Strecken zum Kunden transportiert werden muss, sollte die Entfernung zu Schnellstraße, Bahn, Flughafen oder Schiff nicht zu groß sein. Dasselbe gilt, wenn regelmäßig Besuch von entfernt gelegenen Kunden und Kooperati- onspartnern erwartet wird. Bei Unternehmen mit Hallenflächen gilt es, das zukünftige Wachstum einzuschätzen. Wird viel in kurzer Zeit umgesetzt oder produziert, das Platz benötigt, dann sind kleinere Lagerhallen eher nicht die richtige Wahl, sondern große (Produk- tions-) Hallen. MIETEN ODER KAUFEN? Eine Kosten-Nutzen-Rechnung kann späteren Ärger verhindern. Es gilt abzuwägen, ob sich anfängliche Mehrkosten auszahlen wer- den. Auch ist zu berücksichtigen, ob sich andere Gewerbetreibende mit demselben Produkt bereits angesiedelt haben. Konkurrenz kann beflügeln, in manchen Fällen jedoch auch von Nachteil sein. Zur Analyse für eine passenden Gewerbeflächen und -Immobilie zählt heutzutage in so gut wie jeder Branche eine schnelle und stabile Internetverbindung. Was ist bereits vorhanden, was muss noch verlegt werden? Wie ist der Zuschnitt einer Immobilie zu be- werten, passt der Grundriss auf die persönlichen Bedürfnisse bzw. die der Firma? Wie hoch sind die Nebenkosten? Handelt es sich um einen modernen Bau, der energieeffizient ist? Der Vorteil eines Mieters oder Pächters ist immer die größere Fle- xibilität, die er hat. Er kann einfach die Immobilie oder einen Ort mit zum Beispiel Restaurant wechseln, wenn sie bzw. die Einrich- tung und örtlichen Gegebenheiten nicht mehr zu seinen Vorstel- lungen passen. Wichtig ist daher, auf Kündigungsfristen zu achten und Verträge gründlich zu prüfen. Die Frage stellt sich allerdings immer, ob sich ein Umzug lohnt. Schließlich ist dieser meist mit Kosten und Stress verbunden. Auch die Kunden sind nicht im- mer erfreut über den neuen Standort. Dieser muss dann erneut eingerichtet und ausgestattet werden. Unternehmer sollten nach einer Erstellung der Kosten-Nutzen-Rechnung immer auch auf ihr Bauchgefühl hören. Wer neu in der Region ist, sollte nach einer umfassenden Recherche im Internet unbedingt mit Insidern spre- chen, die die vorliegen Gewerbefläche oder -Immobilie bewerten können. logistikflächen gefragt Die Immobilienbranche bleibt auch in der Coronakrise eine starke Branche. Zwar kühlt sich die Immobilienwirtschaft allmählich ab. Die Gründe für die leichte Abschwächung sehen Analysten aber im Markt selbst begründet. Während 2019 gegenüber dem Vorjahr noch ein Transaktionsrekord aufstellt wurde und Investoren sowie Unternehmen viel Geld in Gewerbeimmobilien wie Büros und Logistikgebäude steckten (Plus 16,5 Prozent, das entspricht rund 70 Millionen Euro, Quelle: Handelsblatt), ist nun eine Art Verschnauf- pause zu beobachten. Für 2020 prognostiziert das Münchner Ifo-Institut lediglich ein Wachstum von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Beschäftigung werde ebenfalls nicht mehr so stark zulegen wie 2019. Das läge an den schwierigeren Rahmenbedin- gungen. Gewerbeimmobilien sind besonders in den deutschen Groß- städten begehrt, von „Betongold“ war in der Vergangenheit die Rede. Branchenexperten glauben indes nicht daran, dass sich die Kauflaune bei Investoren und Unternehmen verschlechtert. Die Rahmenbedingungen werden als solide eingeschätzt, nicht jedes Jahr könne ein Rekordjahr sein. Die Nachfrage sei weiter hoch, die Rendite aber unsicherer als bisher. Man ist sich einig, dass der Markt nicht ganz so lukrativ bleiben wird wie in den Vorjahren. Anzeigen dafür hatte es aber bereits im vergangenen Jahr gegeben. Gewerbeimmobilien werden durch die Entwicklung der Finanz- märkte interessant bleiben. Experten gehen davon aus, dass sich an der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank nichts ändert. Besonders beliebt ist der deutsche Immobilienmarkt auch bei aus- ländischen Anlegern. Hoch im Kurs stehen bei Investoren beispiels- weise derzeit Logistikimmobilien. Große Logistikdienstleister wie Amazon sind über Jahre hinweg sichere Mietkunden. Eine Entwick- lung, die dem boomenden E-Commerce zuzuschreiben ist. Fortsetzung von s. 35
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