Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'20 - Hochrhein-Bodensee
22 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 11 | 2020 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee D ie Auswirkungen der Coronapandemie auf die Wirt- schaft in der Region sind weiter deutlich spürbar. Die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen der Unternehmen an Hochrhein und Bodensee zeigen sich jedoch verbessert. Der von der IHK errechnete Index für das Konjunkturklima in der Region, der im Frühsommer durch die Coronaauswirkungen von 130 auf 84 Punk- te abgesackt war, hat sich im Herbst auf 111 Punkte erhöht. „Das Tief scheint überwunden“, so Alexander Graf, bei der Kammer zuständig für die Konjunkturum- frage. „Allerdings wird der weitere Verlauf der Corona- pandemie entscheidend dazu beitragen, wie es mit der konjunkturellen Entwicklung in der Region weitergeht. Drei von vier Unternehmen sehen darin ein großes Risiko für ihre Geschäftstätigkeit.“ Die Einschätzung der Geschäftslage durch die Unternehmen hat sich im Vergleich zum Frühsommer verbessert. Der Wert des Lageindikators ist mit 111 Punkten wesentlich positi- ver als bei der Befragung im Mai mit 77 Punkten. So beurteilen 29 Prozent der teilnehmenden Betriebe ihre Geschäftslage als gut, 18 Prozent dagegen als schlecht, während 53 Prozent zufrieden sind. Bei der Ertragslage sind es zwar rund 24 Prozent, die diese als gut, aber auch 28 Prozent, die diese als schlecht einschätzen. Die Gesamtlage stellt sich im Vergleich zum Wert für Baden-Württemberg (98 Punkte) deutlich positiver dar. Auslastung der Industrie steigend In der Industrie sind die Werte für Umsatz und Ertrag noch ein ganzes Stück von den Vorjahreswerten ent- fernt. Dennoch zeigt sich diesen Herbst, dass sich zumindest bei einem Teil der produzierenden Unter- nehmen die Lage nicht ganz so dramatisch darstellt wie zunächst befürchtet. Der Indexwert für die Ge- ‐40 ‐20 0 20 40 60 80 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 Geschäftslage Geschäftserwartungen % GESCHÄFTSLAGE UND GESCHÄFTSERWARTUNGEN Region insgesamt (Saldo positiver/negativer Nennungen) Natürlich nicht gut, aber immerhin weniger schlecht als im Sommer sind im Herbst Geschäfts- lage und -erwartun- gen der regionalen Unternehmen. „Das Tief scheint überwunden“ Alexander Graf Leiter des Geschäftsfelds Standortpolitik bei der IHK Hochrhein-Bodensee schäftslage der Industrieunternehmen in der Region ist seit Juni von 77 Punkten auf aktuell 103 Punkte gestiegen. Und der Anteil der Unternehmen, die die Geschäftslage als gut bezeichnen, hat sich von 25 auf 29 Prozent verbessert. Gleichzeitig hat die Zahl der Unternehmen, die von einer schlechten Geschäftslage sprechen, von 48 auf 27 Prozent abgenommen. Auch die Ertragslage hat sich verbessert. So hat sich die Zahl der Unternehmen mit einer schlechten Ertragslage seit der vorherigen Befragung von 47 auf 33 Prozent verringert. Und auch die Auslastung in den Kapazitäten hat sich von 68 auf 76 Prozent erhöht, liegt damit aber immer noch deutlich von ihrem langjährigen Mittel von rund 86 Prozent entfernt. Positiv ist, dass wieder mehr Produktionsbetriebe von einer steigenden Tendenz im Auftragseingang (32 Prozent) als von einer fallenden Tendenz (23 Prozent) berichten. Dienstleistungsbereich verbessert Der überwiegende Teil der Dienstleistungsbetriebe (52 Prozent) zeigt sich im Herbst mit seiner Lage zufrieden, zwei Drittel bezeichnen die Lage als gut, 14 Prozent als schlecht. Die Umsätze sind im Vergleich zum Vorjahres- quartal aber bei 61 Prozent der Betriebe gefallen. Ein Viertel beurteilt die Ertragslage als schlecht. Eine stei- gende Tendenz beim derzeitigen Auftragsvolumen se- hen rund 28 Prozent der Betriebe, während 27 Prozent ein fallendes Volumen verzeichnen. Die Bandbreite der Betroffenheit bleibt im Dienstleistungsbereich sehr un- terschiedlich. Teilbereiche wie die Veranstaltungsbran- che leiden weiter sehr stark unter den Auswirkungen von Corona. In anderen Teilen wie in der Gastronomie konnten die vergangenen Monate jahreszeitenbedingt die Situation etwas verbessern. IHK-Konjunkturumfrage Zuversicht kehrt zurück
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