Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'20 - Hochrhein-Bodensee

20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 11 | 2020 Warum gibt es einen Industrie- und Um- weltausschuss – welche Bedeutung hat das Thema im IHK-Bezirk? Ein starker industrieller Kern sichert in ei- ner Region branchenübergreifend Arbeit und Wohlstand. Er bildet die Basis für die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen im Dienstleistungsbereich und somit eine Perspektive für die gesamte Wirtschaft in der Region. Ihre Wettbewerbsfähigkeit kön- nen die heimischen Industrien jedoch nicht mit innovativen Produkten und effizienten Verfahren alleine sichern. Hinzukommen müssen externe Rahmenbedingungen, die den Verbleib gerade an ihrem Standort in der Region rechtfertigen und stützen. Und hierzu gehören wesentlich Themen aus dem Umwelt- und Energiebereich. Im IHK-Bezirk Hochrhein-Bodensee gibt es rund 3.800 Produktions- und Industriebetriebe mit ins- gesamt rund 80.000 sozialversicherungs- pflichtig Beschäftigten. Ich denke, diese Zahlen sprechen für sich. Der Industrie- und Umweltausschuss kann die Vollversammlung und die Hauptgeschäftsführung der IHK zu diesen wirtschaftsrelevanten Fragestellun- gen beraten. Die Themen werden entwe- der an den Ausschuss - insbesondere von der Vollversammlung - zur vorbereitenden Meinungsbildung herangetragen, oder er arbeitet im Rahmen der Selbstverwaltung der Wirtschaft aktuelle Inhalte auf und trägt so zur Meinungsbildung der IHK Hochrhein- Bodensee bei. Darüber hinaus gibt es in den Ausschusssit- zungen die Möglichkeit zur Vernetzung und zum Austausch zwischen den Mitgliedsun- ternehmen und interessante Vorträge und Diskussionen zu aktuellen industrie- und umweltpolitischen Themen. Im Rahmen von Betriebsrundgängen gibt es Einblicke in den unternehmerischen Alltag anderer Bran- chen, die wiederum als Anregungen für den eigenen Betrieb dienen können. Wer sind die Mitglieder des Ausschusses? Aktuell sind 35 Unternehmen im Indust- rie- und Umweltausschuss vertreten. Die meisten Mitglieder sind Produktionsunter- nehmen, die unter anderem zu den Bran- chen Maschinen- und Anlagenbau, Recyc- ling, Automotive, Energiewirtschaft, Chemie und Pharma und viele andere gehören. Wir sind ein bunter Strauß. Das gilt auch für die Unternehmensgrößen und für die regionale Verteilung. Wie wird man Mitglied? Die Unternehmenstätigkeit muss zur fach- lichen Ausrichtung eines Ausschusses passen. Wenn dies der Fall ist, können sich interessierte Unternehmen direkt an den Ausschussvorsitzenden oder an den IHK- Ansprechpartner wenden. Anschließend erfolgt eine offizielle Benennung der vorge- schlagenen vertretungsberechtigten Person durch den Präsidenten. Die Mitgliedschaft in einem Ausschuss ist dabei personenge- bunden. Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich? Die Palette für den Ausschuss ist groß. Das reicht von aktuellen Themen zur Energie- und Umweltgesetzgebung wie zum Beispiel dem kommenden Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept des Landes Baden- Württemberg bis zu standortpolitischen Fragestellung wie zum Beispiel dem Breit- bandausbau. Aber auch Fragen in Bezug zur aktuellen Konjunktur kommen bei uns im Ausschuss nicht zu kurz. Wir versuchen immer, einen spannenden Mix zwischen Sieben thematische Ausschüs- se mit zusammen 200 ehren- amtlichen Mitgliedern arbeiten der Vollversammlung und der Geschäftsführung der IHK zu. In einer Interviewserie befragen wir die jeweiligen Ausschussvorsit- zenden zur Rolle, den Themen und Besonderheiten ihrer Aus- schüsse. Diesmal: Oliver Maier, Vorsitzender des Industrie- und Umweltausschusses. Serie: Die IHK-Ausschüsse (1/7) » Einblicke in relevante Themen « ZUR PERSON Oliver Maier (50) ist Diplompsycholo- ge mit Vertiefung im Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie sowie geschäftsführender Gesellschafter der Wefa-Gruppe in Singen. Diese wurde 1972 als Tochter der Alusuisse gegrün- det, 1986 wurden die Anteile von zwei Gesellschafterfamilien übernommen. Der Spezialist für hochleistungsfähige Strangpresswerkzeuge für anspruchsvol- le Aluminiumprofile hat fünf Standorte weltweit, rund 250 Mitarbeiter und ei- nen Jahresumsatz von zuletzt 45 Millio- nen Euro. Oliver Maier stieg 2005 als Be- triebsleiter in das Familienunternehmen ein, das er gemeinsam mit seinem Bru- der Joachim führt. Heute verantwortet er Fertigung, Supply Chain, Personal und IT. Seit 2009 ist Oliver Maier Mitglied im Industrie- und Umweltausschuss der IHK, seit 2019 dessen Vorsitzender. Seit 2009 ist er zudem Mitglied der IHK- Vollversammlung und seit 2011 erster Vorsitzender des Fördervereins der Hohentwiel-Gewerbeschule in Singen.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5