Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'20 - Hochrhein-Bodensee

9 11 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten HOTEL-RESTAURANT PETERSHOF, KONSTANZ Mit 60 Prozent weniger Umsatz als sonst rechnet Die- ter Wäschle, Inhaber des Hotel-Restaurants Petershof in Konstanz, in diesem Jahr. Das Familienunternehmen hat die Standbeine Hotel (65 Betten), Restaurant (100 Sitzplätze) und Catering. Mit Letzterem macht er seit Beginn des Lockdowns Mitte März praktisch keine Umsätze mehr. Daher istWäschle froh, dass er noch im Frühjahr aus demVertrag für das Catering auf neun Bo- denseeschiffen aussteigen konnte und die Saisonkräfte noch nicht eingestellt hatte. Statt wie sonst bis zu 100 beschäftigte er diesen Sommer 25 Mitarbeiter. Die hat- ten allerdings alle Hände voll zu tun, als Ende Mai Ho- tels und Restaurants wieder öffnen durften: Zum einen, weil sie die Hygienevorschriften umsetzen mussten, zum anderen, weil das Haus von Juni bis Ende September bis zu 95 Prozent ausgelastet war. „Wir hatten von heute auf morgen eine extrem hohe, sehr kurzfristige Nachfrage“, sagt Wäschle. Sogar eine leichte Preissteigerung habe er, wie viele seiner Kollegen am Bodensee, durchsetzen können. DieVerluste aus dem Frühjahr konnte er mit dem sehr guten Sommer freilich nicht kompensieren:Wäschle schob Investitionen auf, fuhr auf Sicht, zeigt sich froh über Kurzarbeit und Hilfsprogramme. „Wir sind ziemlich robust aufgestellt, das ist unser Vorteil“, sagt er. Die Folgen eines möglichen zweiten Lockdowns für sich und seine Branche mag er sich allerdings nicht ausmalen. mae Dieter Wäschle Inhaber Hotel Petershof, Konstanz unternehmen. Die Gastronomie hat laut Knittel teilweise mit höheren Umsätzen abgeschlossen als im Vorjahr. Derzeit seien nun die Ängste groß. Absagen trudelten überall ein, das Weihnachtsgeschäft würde vermutlich sehr viel schlechter als erhofft. Die Substanz der Be- triebe ist teilweise aufgebraucht. Was sich als hilfreich erweist: Viele Wirte sind eigentümer der Immobilie, in denen sie tätig sind, was die Pacht einspart. Allerdings: Das Personal ist häufig in Kurzarbeit, die Gastronomen und Hoteliers arbeiten in der Folge enorm viel. Bodensee und Hochrhein „Für den gesamten Bodensee lief es im Sommer sehr gut“, sagt Dieter Wäschle, stellvertretender Vorsit- zender des Dehoga Baden-Württemberg und Inhaber des Hotel-Restaurants Petershof in Konstanz (siehe unten). Auch sonst etwas schwächere Häuser im Hin- terland sind bis ende September sehr gut gebucht gewesen. Indessen sind die Gäste etwa zehn bis fünf- zehn Jahre jünger als sonst gewesen und hatten nur eine bis eineinhalb Wochen im Voraus gebucht, was das Planen erschwert hat. Auch Alexander Vatovac, leiter des Geschäftsfeldes existenzgründung und Un- ternehmensförderung der IHK Hochrhein-Bodensee, sagt: „Juli und August sind für die Unternehmen am Bodensee recht gut gelaufen.“ Allerdings können sie das Versäumte nicht aufholen. „Man kann Betten ja schlecht zweimal belegen.“ In der Gastronomie am Bodensee ist das Bild laut Dieter Wäschle ähnlich wie in der Hotellerie – vorausgesetzt, Außenflächen waren vorhanden oder konnten geschaffen werden. Wer nur drinnen Gäste bewirten konnte, für den lief es auch im Sommer schlecht. „Katastrophal ist die lage für die Bild: Florian Forsbach Ohne Maske geht gar nichts in der Gastronomie.

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