Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'20 -Südlicher Oberrhein
26 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 10 | 2020 Warum gibt es einen Umwelt- und Energieausschuss, welche Bedeutung hat das Thema im IHK-Bezirk? Spätestens seit den Neunzigerjahren hat das Thema Umweltschutz für viele Unternehmen an Bedeutung gewonnen. Nun steht Umwelt und Energie durch den Klimawandel wieder täglich in den Medien. Freiburg als Green City hat hier immer schon eine Vorreiterrolle gespielt, und so ist es konsequent, dass sich unser Kammerbezirk schon lange Jahre mit dieser Thematik beschäftigt, viel Kompetenz aufgebaut und innerhalb der baden-württem- bergischen IHK-Bezirke die Federführung für Umweltfragen übernommen hat. Im Umwelt- und Energieausschuss bekennen wir uns zum Klimaschutz, achten jedoch im Sinne der Nachhaltigkeit neben ökologischen Zielen darauf, auch Wirtschaftlichkeit und Versor- gungssicherheit zu berücksichtigen und mit- einander in Einklang zu bringen. Wir wollen auf die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingun- gen Einfluss nehmen und diese mitgestalten. Unsere Anträge bringen wir in das Entschei- dungsorgan der IHK, die Vollversammlung, ein. Wer sind die Mitglieder des Ausschusses? Unternehmerinnen und Unternehmer, die die ökologische Weiterentwicklung als wichtige Aufgabe betrachten und denen gleichzeitig das wirtschaftliche Wohl unserer Region am Herzen liegt. Nachhaltiges Wirtschaften wird als Chance gesehen, vor allem wenn eine marktwirtschaftliche Reform der Klimapolitik gelingt und dadurch zusätzliche Impulse für Wachstum und klimafreundliche Innovati- onen gesetzt werden. Im Ausschuss ist ein repräsentativer Querschnitt unseres Kam- merbezirks aus unterschiedlichen Bereichen vertreten: von der Industrie über den Dienst- leistungsbereich bis hin zum Handel. Wie wird man Mitglied? Wer umwelt- oder energiepolitisch interessiert ist und etwas für die Region bewegen möchte, kann sich entweder direkt an mich oder an André Olveira-Lenz wenden. Ich bin nun schon circa 25 Jahre Mitglied des Ausschusses. Moti- viert durch den damaligen Geschäftsbereichs- leiter Umwelt, Werner Reif, konnte ich mich politisch einbringen, mich für umwelt- und kli- mafreundliche Betriebe der Region engagieren und habe selbst große Unterstützung in allen Umweltfragen durch die IHK für mein eigenes Unternehmen erhalten. Formale Vorausset- zungen für eine Mitgliedschaft ist lediglich, dass man Kammermitglied ist. Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich? Mit umwelt- und energiepolitischen Initiati- ven aus Brüssel, mit EU-Verordnungen und deren Umsetzung in nationales deutsches Recht, ebenso wie mit Konzepten und Maß- nahmen der IHK, wie wir die Kammermitglie- der sinnvoll bei der Umsetzung der Geset- zesinitiativen und staatlichen Regulierungen unterstützen können. Spannend sind auch immer Redner und Diskussionen, die sich mit Themen und Konzepten einer zukünftigen ökologischen Entwicklung oder Innovationen befassen, die für die Wirtschaft von Bedeu- tung sein können. Ob das nun die Verkehrs- mobilität der Zukunft, energieeffizientes Bau- en oder neue klimarelevante Innovationen wie die Wasserstoff-Technologie sind. Wie häufig und wo treffen Sie sich? Die Treffen finden mindestens zweimal jährlich bei interessanten Unternehmen der Region statt. Jedes Mitglied hat somit die Möglichkeit, Einblick in andere Unternehmen und Branchen zu gewinnen und gleichzeitig Meinungen und Feedback der anderen Aus- schussmitglieder einzuholen und sich wei- terzuentwickeln. Fachvorträge zu aktuellen Themen runden die Treffen ab. Darüber hin- ZUR PERSON Michael Faller (60) ist geschäftsführender Gesellschafter von Faller Packaging. Am Hauptsitz in Waldkirch sowie den Produk- tionsstandorten in Binzen, Schopfheim, Worms, Hvidovre (Dänemark), Lodz (Polen) und Debrecen (Ungarn) zählt das Unternehmen insgesamt rund 1.400 Beschäftigte. Michael Faller ist Diplom- Kaufmann – er hat sein Studium an der Universität Hamburg 1985 abgeschlossen – und promovierter Wirtschaftswissen- schaftler. 1991 wurde ihm an der Freien Universität Berlin der Titel Dr. rer. pol ver- liehen. Seit 1997 ist Faller Mitglied im Umwelt- und Energieausschuss der IHK Südlicher Oberrhein, seit 2006 Vorsit- zender. Zudem gehört er dem Beirat der Landesregierung Baden-Württemberg für nachhaltige Entwicklung an, ist Vize- präsident der IHK Südlicher Oberrhein sowie Vorstandsmitglied im WVIB und im Fachverband Faltschachtelindustrie. Neun thematische Ausschüsse mit zusammen 300 ehrenamt- lichen Mitgliedern arbeiten der Vollversammlung und der Ge- schäftsführung der IHK zu. In einer Interviewserie befragen wir die jeweiligen Ausschussvorsit- zenden zur Rolle, den Themen und Besonderheiten ihrer Aus- schüsse. Diesmal: Michael Faller vom Umwelt- und Energieaus- schuss. IHK-Ansprechpartner für den Umwelt- und Energie- ausschuss: André Olveira-Lenz 0761 3858-260 andre.olveira-lenz@ freiburg.ihk.de Serie: Die IHK-Ausschüsse (7/9) » Nachhaltiges Wirtschaften als Chance «
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