Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

57 10 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten BILDUNG PRAXISWISSEN Neue Ausbildungskampagne der baden-württembergischen IHKs „Mach doch, was Du willst.“ U nter dem Motto „Mach doch, was du willst.“ möch- ten die zwölf baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern Schulabgänger für das Thema Ausbildung begeistern. In der neuen Ausbildungskam- pagne werden dafür unterschiedliche Berufsfelder der rund 330 Ausbildungsberufe präsentiert sowie Karrie- remöglichkeiten aufgezeigt. „Die Kampagne zeigt die ganze Vielfalt der Ausbildungsberufe auf und stellt die Chancen heraus, die eigenen Fähigkeiten und Interessen einzubringen und auszubauen. Denn eine Ausbildung soll sinnvoll sein und Spaß machen. Das ist das richtige Rezept für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben“, sagt Wolfgang Grenke, Präsident des Baden-Württem- bergischen Industrie- und Handelskammertags. Aufgrund der Coronapandemie fielen dieses Jahr zahl- reiche Veranstaltungen zur Berufsorientierung aus. „Dabei ist die Berufswahl eine der wichtigsten Ent- scheidungen, die ein junger Mensch zu treffen hat. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir mit dieser Kampagne Jugendliche gerade jetzt über die Vorteile und Perspektiven einer Berufsausbildung informieren“, erklärt Simon Kaiser, Leiter für Aus- und Weiterbildung bei der IHK Südlicher Oberrhein. Die Kampagne spricht Jugendliche zielgruppengerecht auf dem Instagramkanal „mach.doch.was.du willst.“ an. Auf der Website www.mach-doch-was-du-willst.de können sich Interessierte zudem über das Thema Aus- bildung in Baden-Württemberg informieren und sich durch Zahlen, Fakten und Kategorien wie beispiels- weise „4 Ausbildungsberufe, von denen du bestimmt noch nichts gehört hast“ oder „Jobs für Morgenmuffel“ ein Bild über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkei- ten machen. Für die Motive wurden Azubis aus ganz Baden-Württemberg fotografiert. heo Zahlen zum Ausbildungsstart in Baden-Württemberg Deutlich weniger neue Lehrstellen C orona hinterlässt deutliche Spuren auf dem Ausbildungsmarkt im Südwesten. So starteten am 1. September 6.280 weniger Auszubildende bei Betrieben aus Industrie, Handel und Dienst- leistung in Baden-Württemberg ins Berufsleben als 2019. Rund 34.250 Neueintragungen gab es bei den IHKs im Land, das sind 15,5 Prozent weniger Ausbildungsverträge als ein Jahr zuvor. Vom Rückgang besonders betroffen sind die Medien-, Veranstaltungs- und Tourismusbranche sowie das Verkehrs- und Transportgewer- be. Das Gastgewerbe verzeichnet ebenfalls in einigen Regionen ein deutliches Minus. Zudem muss die Industrie bei der Zahl der neuen Auszubildenden Federn lassen. Hier kommt zum coronabedingten Rückgang auch der Transformationsprozess aufgrund von Digi- talisierung und E-Mobilität, wodurch Berufe wie zum Beispiel In- dustriemechaniker oder Industriekaufmann nicht mehr wie früher nachgefragt werden. Auch die Servicebranche wie IT-Dienstleister und Banken sind von den Folgen der Coronakrise betroffen und bilden aktuell weniger aus. Viele arbeiten hier im Homeoffice und können eine Ausbildung vorwiegend in Präsenzform nicht mehr durchführen. Ein Plus bei den neu abgeschlossenen Ausbildungs- verträgen können dagegen die Versicherungen verbuchen. Der Rückgang beim Lehrstellenangebot bedeutet nicht, dass junge Menschen jetzt weniger Chancen auf eine Berufsausbildung haben als vor Corona. Laut Arbeitsagentur standen im Südwesten Ende Juli 19.000 Bewerbern 29.000 freie Lehrstellen gegenüber. In der Vergangenheit konnten jährlich tausende Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. bwihk Bilder: BWIHK Ziel: Schulab- gänger für Ausbildung begeistern

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