Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

41 10 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Kreissparkasse Tuttlingen: Positive Bilanz für 2019 Gut gerüstet dank hohem Eigenkapital TUTTLINGEN. Wie der Vorstandsvorsitzende Markus Waizenegger und sein Stellvertreter Daniel Zeiler Mitte August bekannt gaben, ist das Geschäftsjahr 2019 (das 163. des Instituts) positiv verlaufen. Für die Herausforderungen als Marktführer im Firmen- und Pri- vatkundengeschäft im Landkreis Tuttlingen sieht der Vorstand die Kreissparkasse aufgrund der weiteren Stärkung des Eigenkapitals um rund 37 Millionen Euro aus dem operativen Ergebnis auf jetzt über eine halbe Milliarde Euro gut gerüstet. Im vergangenen Jahr stiegen die an Unternehmen vergebenen Kredite um über fünf Prozent auf ein Volumen von mehr als 1,5 Milliarden Euro, die an Privatpersonen (vor allem an Häuslebauer) ausgeliehenen Gelder um rund sieben Prozent auf über 940 Millio- nen Euro. Die Kundeneinlagen wuchsen um circa fünf Prozent auf 2,53 Milliarden Euro. Auch der Wertpapiernettoabsatz entwickelte sich mit einer Zunahme von 30 Prozent sehr gut. Die Bilanzsumme erreichte 3,9 Milliarden Euro (Vorjahr 3,69 Milliarden Euro). Die Zinserträge lagen im vergangenen Jahr bei 66,5 Millionen Euro, die laufenden Erträge aus Aktien und anderen nichtfestverzinslichen Wertpapieren sowie Beteiligungen bei 29,8 Millionen Euro und die Provisionserträge bei 19,6 Millionen Euro. Das Ergebnis der norma- len Geschäftstätigkeit hat sich auf 21,2 Millionen Euro belaufen, der Jahresüberschuss auf 6,8 Millionen Euro. Die Sparkasse beschäftigt in ihren 28 Geschäftsstellen über 550 Mitarbeiter, darunter mehr als 50 Auszubildende. orn Schauber stellt seine Produktion unter die Wortmarke „German Precisioneering“ Das Zerspanungsunternehmen hat sich neu ausgerichtet WELLENDINGEN. „Deutschland als Standort für Großserienfertigungen in der Zerspanungsindustrie ist zu teuer“ – davon sind die Brüder Thomas (48, Wirtschafts- ingenieur) und Heinz (56, Maschinenbau- ingenieur) Schauber überzeugt. Die bei- den geschäftsführenden Gesellschafter der Firma AWS M. Schauber GmbH Präzisionsteile haben schon vor Jahren begonnen, ihre Firma neu auszurichten, indem sie sich von hohen Stück- zahlen, die an Großunternehmen vorwiegend der vorgelagerten Automobilindustrie geliefert wurden, zurückzogen und stattdessen auf die Komplettfertigung von Bauteilen nach Kundenzeichnung zu setzten – und dies in kleinen Serien beginnend beim Prototypen beziehungsweise der Losgröße eins. Schauber ist ein Spezialist vor allem für rotationssymmetrische Präzisionsteile, etwa Schneckenradsätze und andere Ge- triebekomponenten. Dafür ist während der vergangenen zehn Jahre ein umfangreicher und hochmoderner Maschinenpark auf den circa 2.000 Quadratmeter großen Fertigungs- flächen mit darunter im Untergeschoss befindli- chen Versorgungseinrichtungen (beispielsweise für das Kühlwasser) installiert worden. Dabei haben die Brüder schon früh dem Umweltgedanken Rechnung getragen: Die Abwärme des Kühlwassers wird zum Heizen genutzt, die Kühlanlagen werden aus einem Regenauffangbecken gespeist. Auf dem Dach steht eine Photovoltaikanlage, der Fremdstrom stammt aus Wasserkraft. Das Arbeitsspektrum der Schauber-Fertigung um- fasst CNC-Schleifen, CNC-Drehen, CNC-Fräsen, Tieflochbohren, Keilnutenstoßen und Verzahnungs- messtechnik. Schauber verfügt also über eine sehr hohe Fertigungstiefe und hat sich – das gehört eben- falls zum Erfolgsrezept der Firma – auf höchste Präzision und Qualität, größtmögliche Flexi- bilität und extrem kurze Lieferzeiten spezialisiert. Wenn es sein muss, so Heinz Schauber, werden einzelne Fertigungsschritte innerhalb von 25 Stunden realisiert und ausgeliefert. Das ist nach seiner Überzeugung ein Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens. Begleitet werden die Kunden auf Wunsch von der ersten Idee über die Prototypen- fertigung bis hin zum Serienanlauf. Die Auftraggeber kommen aus dem Ge- triebe- und Maschinenbau, dem Werk- zeugformenbau, der Medizintechnik, der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie der Umwelttechnologie und haben ihren Sitz nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Österreich, der Schweiz, Polen und Tschechien. Für ihr Angebot haben die Schaubers zu- sammen mit dem Markenspezialisten Gerhard Fischbach die Bezeichnung „German Precision- eering“ entwickelt und 2019 als Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) regis- trieren lassen. Heinz und Thomas Schauber sehen die Ausrichtung ihres Unternehmens gerade auch in Krisenzeiten als mögliches Erfolgsrezept für die Zerspa- nungsindustrie, die sich aktuell aufgrund von Corona, aber auch wegen der technischen Umwälzungen in der Automobilindustrie in schwerem Fahrwasser befindet. Schaubers 25 Mitarbeiter sind derzeit nur zu einem geringen Teil in Kurzarbeit, im Branchendurchschnitt sieht das ganz anders aus. Wie das 1955 von Manfred Schauber, dem Vater der heutigen geschäftsführen- den Gesellschafter, gegründete Unternehmen zum Jahresende dastehen wird, ist noch ungewiss, Heinz und Thomas Schauber sind jedoch optimistisch. upl Ein typisches Produkt von Schauber: ein Schneckenradsatz, nach Kundenvorgaben gefertigt.

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