Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'20 - Hochrhein-Bodensee

20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 10 | 2020 REGIO REPORT  IHK Hochrhein-Bodensee Projekt „Einkaufsstandorte stabilisieren“ Die Chancen der Innenstädte D ie Unternehmen in unseren Innenstädten, allen voran der stationäre Einzelhandel, haben eines gemeinsam: Sie können sich – genau das meint ja der Begriff „stationär“ - nicht auf ihre Kunden zubewegen. Vielmehr sind sie darauf angewiesen, dass der Kun- de sich seinerseits bewegt, dass er zu ihnen kommt, die Städte und ihre Zentren aufsucht und als Aufent- haltsort schätzt. Sie brauchen ihre gewohnte, hohe Kundenfrequenz, damit das mit hohen fixen Kosten belastete Geschäftsmodell funktioniert. Die Coronakrise, die Folgen des Lockdowns und die - ganz unabhängig davon schon seit Jahren wachsende - Onlinekonkurrenz setzen den stationären Einzelhan- del massiv unter Druck. Das Geschäft leidet darunter, dass Menschen um ihre Arbeit fürchten oder kurzar- beiten und ihr Geld eher zusammenhalten. Und zur wirtschaftlich bedingten Kaufzurückhaltung kommt noch hinzu, dass die Angst vor Ansteckung für vie- le ein Grund ist, Geschäfte, die sie nicht aufsuchen müssen, erst einmal zu meiden: Das Konsumverhalten wird vorerst auf das Notwendige beschränkt. Und das ist deutlich weniger als das, was aus Freude an der Abwechslung, am Neuen oder einfach spontan gekauft wird. Auf das gesamte Einkaufsgeschehen wirkt das wie eine angezogene Handbremse. Sie zu lösen, ist das Gebot der Stunde. Damit die Kunden die Innenstädte wieder als glei- chermaßen sicheren wie attraktiven Aufenthaltsort wahrnehmen, hat die IHK Hochrhein-Bodensee mit der Projektgruppe „Einkaufsstandorte stabilisieren“ eine Initiative gestartet. Gemeinsam mit den Kommunen, Gewerbevereinen, Wirtschaftsförderern, Händlern und Gastronomen werden Strategien zur Innenstadtent- wicklung erarbeitet. Weil sich die Herausforderungen gleichen, unterstützen sich die Städte gegenseitig, vernetzen sich untereinander und tauschen Strategien und Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge aus. Was wirkt, kann so schneller implementiert werden, Fehler werden nicht an anderer Stelle wiederholt. Dass der Ansatz überzeugt, lässt sich an der Teilnehmerliste ablesen. Mit dabei sind Bad Säckingen, Konstanz, Singen, Waldshut-Tiengen, Rheinfelden, Radolfzell, Lörrach, Schopfheim, Engen, St. Blasien, Stockach und Wehr - und damit (fast) die ganze Region. Die erste Phase der Projektgruppe ist inzwischen abgeschlossen. Gemeinsam wurde ein Leitfaden mit Die verschiede- nen Städte der Region vernetzen sich Bild: Tourismus- und Kulturamt Bad Säckingen Menschen beim Einkaufen Erlebnisse zu verschaffen und sie so in die Innen- städte zu locken – wie hier in Bad Säckingen –, das ist das Ziel der Projektgruppe „Einkaufsstandorte stabilisieren“.

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