Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'20 -Südlicher Oberrhein

21 9 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten S O K L I N G T J U N G E R G E N U S S NEU K A I S E R S T U H L · B A D E N Ihr Partner in Kunststoff! Sie suchen? Wir liefern: Halbzeuge. Fertigteile. Arbeitsschutz. CNC-Kunststoffbearbeitung (bis 2000x3000mm) 77955 Ettenheim Rudolf-Hell-Str. 18 Tel. 07822/44639-0 www.hs-industriebearf.de info@hs-industriebedarf.de Stramka_90 x 49.indd 1 14.08.18 09:59 und der bisher abrupteste Rückgang des Index. Hier ergeben sich jedoch innerhalb der Branche große Unterschiede. „Während es den Zulieferern im Baugewerbe gut geht, verzeichnen die Maschinenbauer und Zulie- ferer der Autoindustrie große Einbußen. Die Krise hat den bevorstehenden Wandel der Automobilbranche hin zur Elektrifizierung stark beschleunigt“, weiß Stephan Wilcken, Geschäftsführer von Südwestmetall für die Bezirksgruppe Freiburg. Anders als im Gebiet Rhein-Neckar oder dem Stuttgarter Raum sei die Lage schwierig, aber noch nicht dra- matisch. In der Ortenau standen Industriebetriebe vor weiteren Herausforderungen. „In der Hoch- zeit der Coronakrise bestand das Hauptpro- blem darin, Arbeitskräfte aus dem Elsass zu beschäftigen. Es gab drei bis vier verschie- dene Formulare und wöchentlich änderten sich die Bestimmungen dafür. Da das Elsass besonders stark von der Ausbreitung der Pandemie betroffen war, verzeichneten wir außerdem im eigenen Betrieb nach sechs Wochen einen Krankenstand von 20 Pro- zent“, erzählte Andreas Truttenbach, Ge- schäftsführer von RMA Rheinau. Der größte Leidtragende der Krise ist jedoch das Hotel- und Gastgewerbe. Hier bezeichnen 85 Prozent der Unternehmen die eigene Ge- schäftslage als schlecht. „Während des Lock- downs gab es fast keinen Umsatz. Dies führte beim Hotel Stadt Freiburg und im Colombi zu einem Umsatzrückgang von 48 Prozent“, berichtete Geschäftsleiterin Kirsten Moser. Nach dem Lockdown muss in der Region differenziert werden zwischen Betrieben auf dem Land und Stadthotels. „Während kleine- re Einheiten auf dem Land und auch Ferien- wohnungen es einfacher haben und wieder mehr Besucher verzeichnen, sieht die Lage in der Stadt dramatisch aus. Tagungen, Kon- gresse, Veranstaltungen sind eingebrochen, es kommen keine Busreisegruppen oder aus- ländische Patienten. Das führt zu massiven Einbußen“, erklärt Moser. Abschließend warf der IHK-Präsident noch einen Blick über den regionalen Tellerrand. „60 Prozent der Im- und Exporte macht die deutsche Wirtschaft mit anderen EU- Ländern. Daher brauchen wir ein Gesamt- programm an Wirtschaftshilfen für Europa, das nicht nur Darlehen, sondern auch Zu- schüsse für die Länder beinhaltet, die mit uns Handel treiben“, erklärt Auer. Somit könnte die Krise auch eine Chance bieten: „Jetzt wäre die ideale Gelegenheit, Europa weiterzuentwickeln und gemeinsam auch als europäischer Wirtschaftsraum mehr zu- sammen zu wachsen.“ heo

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