Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
31 9 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten ANZEIGE Gemeinsame Studie von IHK und Regionalverband Stärkung des Kombinierten Verkehrs erforderlich D ie hohe Industriedichte der Regi- on Schwarzwald-Baar-Heuberg bietet viel ungenutztes Potenzial zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Kurz- und mittelfristig sollten verstärkt bestehende Gleisan- schlüsse und Verlademöglichkeiten zum Güterumschlag genutzt werden. Der Neubau eines kleinen, standardi- sierten Terminals mit Verbindungen zu internationalen Seehäfen ist dagegen erst langfristig denkbar. Das sind die zentralen Ergebnisse einer gemeinsa- men Untersuchung der IHK und des Regionalverbands Schwarzwald-Baar- Heuberg. Untersuchung bringt fun- dierte Grundlage Achim Scheerer, Geschäftsführer der Scheerer Logis- tik GmbH & Co. KG in Aichhalden und Vizepräsident der IHK, sagt: „Obwohl das Transportgewerbe derzeit massiv unter dem eingebrochenen Transportvolumen aufgrund der Coronapandemie zu kämpfen hat, wird die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene ein zentrales Zukunftsthema bleiben. Erstens haben wir eine ökologische Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Und zweitens werden die Herausforde- rungen für das Transportgewerbe, wie Fahrermangel, Maut- und Kraftstoffkosten, Kapazitätsengpässe auf der Straße oder politische Rahmenbedingungen, mit Sicherheit nicht weniger. Unsere Untersuchung bietet eine fundierte Grundlage, um den Kombinierten Ver- kehr in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg und darüber hinaus schrittweise zu stärken.“ Insgesamt verfüge die Region aufgrund ihrer hohen Industrie- dichte über erhebliche Trans- portmengen, insbesondere im Sammelgutverkehr. Allerdings können nicht alle Güterarten ohne weiteres auf die Schiene verlagert werden. Zudem ist der Kombinierte Verkehr bei Distanzen von unter 300 Kilo- metern kaum wirtschaftlich. Langfristig könnte damit zwar ein kleines Umschlagterminal Schiene-Straße und umgekehrt in der Region entstehen. Aber kurz- und mittelfristig böten die Mitverladung bei Unternehmen mit bestehender Gleisanbin- dung und die verstärkte Nut- zung regionaler Verlademöglichkeiten schnellere Erfolge auf pragmatischer Ebene, so die Schlussfol- gerungen des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss. Mengenanalyse erster Schritt „Die Mengenanalyse war der erste Schritt,“ erläutert IHK-Verkehrsexperte Martin Schmidt. „Wir werden die Ergebnisse jetzt innerhalb des IHK-Verkehrsausschus- ses diskutieren und zusammen mit Logistikern und der verladenden Wirtschaft in der Region nach Lösungen suchen, um mehr Güter auf die Schiene zu verlagern. Dazu suchen wir auch das Gespräch mit Schienengü- terverkehrsunternehmen und Betreibern im Kombi- nierten Verkehr.“ Die Ergebnisse im Detail sind auf der Homepage der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg unter www.ihk-sbh.de (Branche Verkehr) abrufbar. MS IHK-Vizepräsident Achim Scheerer: „Die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene wird ein zentrales Zukunftsthema bleiben.“ Martin Schmidt Fachbereich Standortpolitik 07721 922-207 martin.schmid@ vs.ihk.de
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