Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

21 9 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Regionale Zahlen zu den Branchen Industrie Über alle Industriesektoren hinweg beträgt der Auslastungsgrad in der Region aktuell rund 63 Prozent. 55 Prozent aller Industriebetrie- be bewerten die Geschäftslage als schlecht, 34 Prozent sprechen von einer befriedigenden Situation. Die Umsätze sind auf breiter Front gefallen. Dies ist bei zwei von drei Betrieben der Fall. Gleiches gilt für die Ertragslage. Transport, Logistik, Güterkraftverkehr 66 Prozent der regionalen Verkehrsbran- che bewertet die aktuelle Geschäftslage als „schlecht“. 85 Prozent verzeichnen gefallene Umsätze. Der Auslastungsgrad von Fracht- und Beförderungskapazitäten beträgt aktuell 60 Prozent. Im Vergleich zum Jahresanfang hat die Branche ein Minus von 12 Prozent. Handel 85 Prozent der regionalen Einzelhändler ver- zeichneten in den ersten Wochen nach dem „Shutdown“ einen starken Kundenrückgang imVergleich zur Vorkrisenzeit. Jeder fünfte Be- trieb hatte nahezu keine Kundschaft. Für ein Drittel aller Einzelhändler zwischen Schwarz- wald, Baar und Heuberg bedeutete die zö- gerliche Rückkehr der Kundschaft einen Um- satzeinbruch von mindesten 75 Prozent. Die Kaufzurückhaltung ist auf breiter Front spürbar: nur acht Prozent sprechen von einer „kauffreu- digen Bevölkerung“. Drei von vier Händlern sprechen deshalb aktuell von einer schlechten oder nur befriedigenden Situation. Hierbei sind Tankstellen und der großflächige Einzelhandel bereits berücksichtigt. Gastgewerbe, Reise- und Freizeitwirtschaft Regional ist der Verlauf der Corona-Pandemie das größte Geschäftsrisiko für die weitere Entwicklung des eigenen Unternehmens (83 Prozent). Fehlende Nachfrage und hohe Ar- beitskosten paaren sich mit den bekannten Energiekosten zu einer negativen Gesamtsitu- ation. Dies betrifft vor allem auch Reisebüros und Reiseveranstalter. DerenWirtschaftsleistung brach während des „Shutdowns“ um 84 Pro- zent im Vergleich zum Vorkrisenniveau ein. 95 Prozent aller Reiseunternehmen rechnen nach einer Umfrage der IHK-Organisation mit einem Umsatzrückgang für das Jahr 2020. Hi 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 0,59 0,41 0,38 0,25 0,23 Reaktionen der regionalen Unternehmen auf die Corona-Krise Kurzarbeit Neugestaltung von Arbeitszeitmodellen Verstärkte Digitalisierung Umstellung des Geschäftskonzepts Rationalisierung 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 0,79 0,43 0,25 0,25 0,19 0,17 Auswirkungen der Corona-Krise auf die Geschäfte der regionalen Unternehmen Abnahme der Auftragseingänge Stornierung von Aufträgen Liquiditätsengpässe Stillstand der Geschäftstätigkeit Fehlende bzw. ausfallende Mitarbeiter Logistische Engpässe Betrieb hält seine Investitionen auf gleichbleibendem Niveau oder baut sie sogar aus. Zuversicht der Institute Mut geben die nationalen Indizes des IFO Instituts für Wirtschaftsforschung. „Dieses hatte Ende Mai eine sehr verhaltene Entspannung der Wirtschaftslage in maßgeb- lichen Wirtschaftssektoren dargestellt“, sagt Birgit Ha- kenjos. Ergänzend vermeldete die Gesellschaft für Kon- sumforschung GfK Ende Juni eine positive Entwicklung des Konsumklimas der Bevölkerung. Die abschließend zuversichtlichen Aussichten der Wirtschaftsweisen er- gänzen dieses Bild einer sich abzeichnenden Erholung der Wirtschaft über die Sommermonate. Hi Philipp Hilsenbek, Fachbereich Standortpolitik 07721 922-126 hislenbek@vs.ihk.de

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