Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
KURZ NOTIERT Tobias Harms,Vorstandsvorsitzender der SWEG (Südwestdeutsche LandesverkehrsAG), und sein Vorstandskollege Thilo Grabo haben Mitte Mai über die bis dahin entstandenen wirtschaftli- chen Schäden für das Unternehmen aufgrund der Coronakrise berichtet. Ihre Busverbindun- gen hatte die Firma um 50 Prozent, ihren Schie- nenverkehr um 70 Prozent zurückgefahren. Die Fahrgastzahlen brachen allerdings um 98 Pro- zent ein, auch die restlichen fahrenden Busse und Züge waren also fast leer. Die Einnahmen lagen entsprechend bei fast Null, die Fixkosten jedoch blieben nahezu dieselben. Übers Jahr werden die Einnahmen aus Fahrgeldern laut Grabo um rund 30 Prozent geringer ausfallen können, was letztlich finanzielle Einbußen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich zur Folge haben werde. Harms sprach sich deshalb dafür aus, dass die Landkreise und Kommunen als Besteller des öffentlichen Nahverkehrs einen Ausgleich für die entstandenen Verluste leisten sollten. Seit Mitte Mai fährt das Unternehmen die Verkehre wieder hoch, es gelten jedoch die üblichen Hygieneregeln. Die SWEG beschäftigt rund 1.300 Mitarbeiter, für die bis Mitte Mai kein Kurzarbeitergeld beantragt wurde, und betreibt 400 Busse sowie 130 Schienenfahrzeuge. Die Umsätze stammen je zur Hälfte aus dem Bus- und dem Schienenfahrzeugbetrieb. Ein sogenanntes Stand- up-Paddleboard (siehe Bild) der Firma Lite Ven- ture aus Sulzburg im Markgräflerland hat einen Red Dot Design Award in der Kategorie Sportgeräte gewonnen. Die Jury lobt das Board für sein „zeit- loses Designkonzept mit Echtholzdecks und edlen, matt lackierten Farben“. Lite Venture wurde 2015 von Myriam Eismann und Anne van Roode zunächst als Board-Shop gegründet. In diesem Jahr haben die beiden Unternehmerinnen ihre erste eigene Serie auf den Markt gebracht. LAHR. Die Kohler Maschinenbau GmbH in Lahr ist vergangenes Jahr zum dritten Mal in Folge zweistellig gewachsen. 2019 setzte das Unternehmen rund 33 Millionen Euro um, das sind etwa zehn Prozent mehr als 2018. „Wir sind sehr zufrieden mit diesem Ergebnis“, sagte Hans-Peter Laubscher, Geschäftsführer Vertrieb. Die Strategie, neben den Bandanlagen auch das Ge- schäftsfeld Teilerichtmaschinen weiter auszubauen, sei aufgegangen. Zudem hätten die Vertriebs- und Ser- vicegesellschaften in China, Russland und den USA wesentlich zum Wachstum des Unternehmens beige- tragen. Ab Mitte 2019 hat Kohler laut Laubscher „eine leichte Eintrübung des Investitionsklimas“ gespürt. Die Auftragsbücher seien aber so gut gefüllt gewesen, dass Fertigung und Montage bis weit in die erste Hälfte die- ses Jahres gut ausgelastet waren. Ziel sei es derzeit, die Coronakrise „mit möglichst geringen wirtschaftlichen Blessuren zu überstehen“, so Laubscher Ende Mai. Kohler ist nach eigenen Angaben Technologieführer in der Richttechnik und beschäftigt in Lahr 148 Mitarbeiter sowie 17 weitere in den ausländischen Vertriebsgesell- schaften. Am Firmensitz entwickelt und produziert das Unternehmen Teilerichtmaschinen und Bandzuführan- lagen für Pressen und Stanzautomaten sowie Querteil anlagen beispielsweise für Stahlservicezentren, Ma- schinenbauunternehmen und die Fahrzeugindustrie. Außerdem werden Bleche in Lohnfertigung gerichtet. Kohler wurde 1963 in Friesenheim von der gleichnamigen Familie gegründet und hat bislang weltweit rund 6.700 Projekte realisiert. Seit 2011 gehört das Unternehmen zur österreichischen Wintersteiger-Gruppe und ist laut Pressemitteilung deren zentraler Produktions- und Ser- vicestandort des Geschäftsbereichs „Metals“. Die Win- tersteiger AG ist auf den Maschinen- und Anlagenbau spezialisiert, beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter weltweit und setzte zuletzt 182 Millionen Euro um. mae Der Firmensitz von Kohler am Flugplatz in Lahr. ANZEIGE Kohler Maschinenbau wächst zweistellig In China, Russland und den USA stark zugelegt
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