Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

40 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2020 Unternehmen VILLINGEN-SCHWENNINGEN. Bernd Herner, Geschäftsführer der Möbelmanufaktur und des Einrich- tungshauses Toni Herner, hat in der Rottweiler Straße 98 (daher der Name „Office 98“) ein elegantes fünfstö- ckiges Bürogebäude errichten lassen. Es soll im Oktober eröffnet werden. Der Investitionsaufwand für den Bau beläuft sich auf rund zehn Millionen Euro. Ein Großteil ist bereits an eine große Anwalts- und Wirtschaftsprü- ferkanzlei vermietet, darüber hinaus stehen Flächen für Co-Working zur Verfügung. Dabei teilen sich mehrere Firmen gemeinsam eine Infrastruktur wie beispielsweise technisch gut ausgestattete Besprechungs- und Kon- ferenzräume, komplett möblierte Büros mit schnellem Internet sowie ein angeschlossenes Bistro und Teekü- chen. Das Gebäude verfügt zudem über eine Tiefgara- ge. Die Büros befinden sich in den oberen vier Etagen, das Erdgeschoss wird zu einem großen Teil von einem Küchenstudio belegt sein, das Verbindung mit dem Ein- richtungshaus Toni Herner hat. Architekt des Blickfangs an der Hauptverkehrsachse ist Harry Messinger von der Partner AG Offenburg/Freiburg, einem Spezialisten für Büros, Banken und Behörden. Das Gebäude entstand auf einem Grundstück, auf dem ein Altbau der Firma Toni Herner abgerissen wor- den war. Die Gründer dieses Unternehmens, Toni und Hildegard Herner, waren Ende der 1960er-Jahre mit ihrem Unternehmen nach Schwenningen gekommen und siedelten es 1976 in der Rottweiler Straße an. Die Firma ist eine Manufaktur für Polstermöbelunikate, die individuell entwickelt und in Handarbeit herge- stellt werden. Sie realisiert auch Innenausbauten für Büros, Hotels und Geschäfte sowie Wohnimmobilien. Bei Toni Herner sind 25 Mitarbeiter beschäftigt, 20 davon in der Produktion, unter anderem der großen Schreinerei. upl Bald fertig: „Office 98“ in Schwenningen Blickfang an der Hauptverkehrsachse IMS Gear baut Arbeitsplätze ab Corona zwingt zu Stellenstreichungen VILLINGEN-SCHWENNINGEN. Wie Bernd Schil- ling, Dieter Lebzelter und Wolfgang Weber, Vorstände des Zahnrad- und Getriebespezialisten IMS Gear, Mitte Mai mitteilten, muss das Unternehmen, das hauptsäch- lich als Automobilzulieferer tätig ist, angesichts der Coronapandemie Stellen streichen. Bereits 2019 hatte man aufgrund der internationalen Handelskonflikte und des technologischen Wandels einen Umsatzeinbruch von rund 80 Millionen Euro hinzunehmen. Waren ur- sprünglich 580 Millionen geplant, so landete IMS Gear bei 500 Millionen. Für 2020 waren die Vorstände von einer leichten Steigerung auf 520 Millionen Euro ausge- gangen, die Umsätze im ersten Quartal sind jedoch so stark eingebrochen, dass das Unternehmen mit einem Jahresrückgang von circa 90 Millionen Euro rechnen muss, sodass etwa 430 Millionen Euro Umsatz und ein hoher Jahresverlust zu befürchten sind. Die Unterneh- mensgröße und damit die Kostenstrukturen, die auf Wachstum ausgerichtet waren, stehen damit in einem Missverhältnis zum Umsatz. Zwar hatte man bereits Kurzarbeit eingeführt, das reichte jedoch nicht. Die Umsatzentwicklung zwingt zu Kosteneinsparungen von mindestens 35 Millionen Euro, so die Vorstände. Davon entfallen rund 25 Millionen Euro auf Personalkostenein- sparungen, dies entspricht einem Abbau von bis zu 350 Arbeitsplätzen. Man hoffe, dass ab 2021 wieder ein, wenn auch zunächst moderater, Wachstumskurs einge- schlagen werden könne. Derzeit beschäftigt IMS Gear weltweit rund 3.300 Mitarbeiter, davon rund 2.000 in Donaueschingen, Eisenbach, Trossingen und Villingen- Schwenningen. orn Visualisierung des Office 98 in der Rott- weiler Straße. Das Technikzentrum von IMS Gear in Donaueschingen.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5