Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai/Juni'20 -Südlicher Oberrhein
5+6 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten IHK Südlicher Oberrhein REGIO REPORT *ie rankreich seinen (nternehmen hilft * ! " & ) +)5 In Straßburg gehört das Gaststättengewerbe zu den am meisten betroffe- nen Branchen, während Kurierdienste ihre Tätigkeit fortsetzen. Bild: Pierre Pauma I n der Grenzregion ist nicht nur der Gesundheits- sektor stark betroffen, sondern in mehrfacher Hinsicht auch der Wirtschaftssektor. Manche Un- ternehmen wie die Safran-Group in Molsheim haben ihre Aktivität langsam und unter Sicherheitsvorkeh- rungen wieder aufgenommen. Doch außer Lebensmit- telgeschäften unterlagen bis 11. Mai alle Geschäfte dem Lockdown. Einzelhändler durften dann wieder öffnen, Hotels, Restaurants, Kneipen, Kinos und Fitness-Studios bleiben mindestens bis zum 2. Juni geschlossen, ebenso wie vorerst Parks und Schulen. Einkaufszentren mit einer Fläche von mehr als 0.000 (uadratmeter benötigen eine Genehmigung von re- gionalen Behörden um wieder zu öffnen. W &" ) )'4/7 " ,& ) *+)"#+"- ) In Frankreich unterscheiden sich die vom Staat an- gekündigten Maßnahmen kaum von den Maßnah- men in Deutschland: Darlehen über die französische Investitionsbank BPI , Bankkredite, vereinfachte Zugangsregelungen für Kurzarbeit und Direkthilfe für Unternehmen. Nur die Beträge unterscheiden sich teilweise erheblich. Der französische Staat hat Unternehmen Garantien in Höhe von 300 Milliarden Euro zugesichert, also 15 Prozent des Bruttoinlands- produkts. Die Direkthilfe fällt bescheidener aus als in Deutschland: Kleinstunternehmen und Selbständi- ge haben Anspruch auf 1.500 Euro plus 5.000 Euro für Unternehmen in Schwierigkeiten mit mindes- tens einem Angestellten . Nach anfänglicher Kritik wurden die Bedingungen für den Anspruch auf die Direkthilfe gelockert: Statt 0 Prozent Umsatzein- bußen müssen nur noch 50 Prozent nachgewiesen werden. Berechnungsgrundlage ist jetzt der Umsatz der letzten zwölf Monate und nicht mehr ausschließ- lich der Monat März 201 . Die Nachbesserung er- folgte auf Antrag von Selbständigen, die aufgrund eines unregelmäßigen Einkommens keine Hilfe in Anspruch hätten nehmen konnten. Das Finanzminis- terium rechnet mit einem explosionsartigen Anstieg der Anträge auf Direkthilfe, die von einer auf sieben Milliarden Euro angehoben wurde. Stand Anfang Mai hatte Frankreich mehr als eine Million Anträge angenommen und 1, Milliarden Euro als Soforthilfe ausbezahlt. Weitere Milliarden Euro waren für die kommenden Monaten geplant. In der Region Grand Est wurden 65.000 Anträge angenom- men und 6 Millionen Euro ausbezahlt. Während das Finanzministerium den Rahmen vor- gibt, treffen die Gebietskörperschaften Maßnahmen auf lokaler Ebene. So hat die Region Grand Est den „Fonds RUsistance“ in Höhe von Millionen Euro eingerichtet. Bei diesem regionalen Hilfsfonds kön- nen Unternehmen und Vereine rückzahlbare Vor- schüsse von bis zu 30.000 Euro beantragen. Weiter stellt die Region Grand Est mit der BPI ein „PrVt rebond“ in Höhe von 5 Millionen Euro bereit. KMU können hier zinslose Darlehen von bis zu 150.000 Euro erhalten. ,)/ ) "+ 7) -" $ & $ ) Angesichts der weitverbreiteten Kurzarbeit muss- ten bestimmte Gesetzeslücken rasch geschlossen werden. In normalen Zeiten wird Kurzarbeit von dem Staat finanziert, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat. Für deutsche Unternehmen, die keine Nie- derlassung, aber Angestellte in Frankreich haben besonders Vertreter , gab es bislang keine Rege- lung. Die französische Regierung hat darum eine Notverordnung erlassen, nach der in spezifischen Fällen Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, vor- ausgesetzt, das Unternehmen bezahlt seine Sozial- beiträge in Frankreich. Das Informationsportal für Grenzgänger „Frontalier Grand Est“ nennt folgende Regel: „Bei Arbeitslosigkeit hängen Arbeitnehmer von ihrem Wohnsitzstaat ab, bei Kurzarbeit von ih- rem Tätigkeitsstaat.“ In Frankreich beträgt die Höhe der Kurzarbeit 0 Prozent des ausfallenden Brutto- gehalts und Prozent des Nettogehalts. Beschäf- tigte mit einem Mindestlohn oder weniger werden zu 100 Prozent entschädigt. #ierre #auma Nbersetzung: Barbara Selbach Die egion rand Est gehört zu den 5om orona5irus am stärksten betrof- fenen egionen Frankreichs. Die Folgen für die irtschaft sind gra5ierend und werden sich noch lang auswirken. ie +i' arbeitet mit der elsPssischen I --eitschrift L%oint QcoG und dem +irt- schaftsmagazin L+imaG der I arlsruhe zusammen und Beröffentlicht gemein- same eitrPge wie diesen.
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