Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai/Juni'20 -Südlicher Oberrhein

ANZEIGE Neue Serie im IHK-Impulsnetzwerk: Informationsvermittlung in Zeiten der digitalen Kommunikation So leicht wie schwer Z wischenmenschliche Kommunikation ist komplex. Mit der Ver- wendung digitaler Kommunikation kommt zusätzliche Komple- xität hinzu. Wie wichtig und notwendig gerade im digitalen Zeit- alter Klarheit und weiche Informationen sind, darüber informiert das Impulsnetzwerk Südlicher Oberrhein in seiner neuen Serie „Kommunikation und Digitalisierung“. An einem knappen Beispiel macht Marcel Dräger, promovierter Sprachwissenschaftler und Kommunikationsberater, in seinem Artikel im IHK-Impulsnetzwerk deutlich, dass Einfachheit nicht unbedingt für Klarheit sorgen muss: „,Ab sofort werden Sie mit der Vertriebs-Software BiggestSale 4.0 arbeiten.‘ Mit diesem Satz informiert der Geschäftsführer in einer mehrstündigen Sitzung und nach der profunden Analyse der aktu- ell schwierigen Marktlage seine Kundenberater über die geplante Einführung einer neuen Vertriebssoftware.“ Das kurze Bild erklärt laut Dräger das Dilemma von Sprache: „Das Thematisierte ist klar benannt, die Information wird durch Sprache erkennbar, es gibt keine Mehrdeutigkeit und kein störendes Beiwerk. Allen dürfte klar sein, was passieren soll, die Berater sind informiert.“ Mit drei Fragen macht er dann deutlich, dass klare und einfache Formulierungen nicht immer zum Ziel führen: „Sind die Kundenberater auch über- zeugt? Werden sie motiviert zur Tat schreiten? Werden sie sich die der Aussage anschließenden Details merken können?“ Der Experte denkt, dass dem nicht so ist. „Die Situation im Unternehmen bleibt komplex, egal wie klar die Information übermittelt wird. Die Klarheit in der Sprache wird hier zu einem Boomerang: Die Angesproche- nen glauben gerade wegen der Klarheit zu erkennen, dass noch mehr dahintersteckt, und sie fangen an, das Erkennbare, das klar Formulierte zu hinterfragen und mit eigenen Erfahrungen, Befürch- tungen und Vermutungen zu ergänzen.“ Für Dräger lautet deshalb die Schlussfolgerung: „Die Kombination aus Klarheit und Einfachheit ist gefährlich. Und sie bewirkt oft das Gegenteil des Bezweckten, sie führt gerade nicht punktgenau zum Ziel.“ Gerade in der digitalen Kommunikation gilt es laut Dräger, einige besondere Regeln zu beachten, da hier eben über ein Medium ei- gentlich klar und einfach Informationen vermittelt werden. Doch fehlen Gestik und Mimik, die der Mensch als soziales Lebewesen braucht. „Derzeit können wir im Alltag beobachten, wie die Wahr- nehmung von anderen Menschen sich verändert, wenn eine Maske die Mimik verdeckt“, verdeutlicht der Sprachwissenschaftler den Einfluss, den diese von ihm als „weiche“ bezeichneten Informationen haben. In seinem Text gibt er Tipps, wie sich digitale Kommunikation mit weichen Informationen anreichern lässt. naz Die ausführliche Hilfestellung für die digitale Kommunikation von Marcel Dräger und alle weiteren Teile der Serie über „Kommunikati- on und Digitalisierung“ unter unter www.impulsnetzwerk.ihk.de

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