Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai/Juni'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

22 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 5+6 | 2020 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg Äußerst pragmatisch und schnell hat die Firma Straub- Verpackungen in Bräunlingen auf eine besondere Prob- lematik reagiert. „Viele Autobahnraststätten sind inzwi- schen geschlossen - und damit oft auch die Toiletten. Die Notdurft wird somit für viele Lkw-Fahrer zum Problem“, sagt Geschäftsführer Steffen P. Würth, der wie Harald Marquardt auch IHK-Vizepräsident ist. „Weil wir wissen, was diese Berufsgruppe aktuell für uns leistet, fällt es uns schwer, die Benutzung unserer Toiletten aufgrund aktueller Sicherheitsvorkehrungen abzulehnen. Deshalb ist damit jetzt Schluss: Am Hauptsitz und auf dem MEZ- Gelände in Bräunlingen sowie in Blumberg haben wir hoch- wertige Toilettencontainer aufgestellt. Der Körperhygiene und Notdurft steht somit nichts mehr im Wege. Mit dieser Maßnahme sprechen wir unseren Respekt an anliefernde und abholende Fahrerinnen und Fahrer aus - denn den haben sie mehr als verdient.“ bk Bild: Straub-Verpackungen Interview Nicolas-Fabian Schweizer Vorsitzender des Vorstands der Schweizer Electronic AG in Schramberg Herr Schweizer, Sie haben Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozusagen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Wie kam das? In einer solchen Situation müssen wir alle zusammen- stehen. Dem Ehrenamt kommt in unseren Gemein- wesen eine herausragende Rolle zu. Jeder Einzelne zählt - jeder Bürger und jedes Unternehmen. Gerade der Mittelstand kann und muss nicht nur in guten, son- dern auch in schlechten Zeiten das Rückgrat unseres Landes sein. Wie sah das denn konkret aus? Wir haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk, der Feuerwehr oder ähnlichen Organisationen tätig sind, auf Anforderung des Land- ratsamtes wenn irgend möglich sofort unter Beibehal- tung der Lohnfortzahlung für ehrenamtliche Tätigkeiten beim Kampf gegen Covid-19 freigestellt. Das gilt auch für eine eventuelle Quarantänezeit nach dem Einsatz. Glauben Sie, dass durch die Coronakrise ein Werte- wandel erkennbar wird? Unser Mittelstand weiß um seine Verantwortung: für die Mitarbeiter, die Kunden, das Gemeinwesen und den Standort Deutschland. Die Erfahrungen anderer Länder zeigen bereits, dass es einen Weg aus der Krise gibt. Dieser erfordert jedoch Solidarität und unbeding- te Disziplin. Und das Danach kann ein besseres Danach sein. Ein Wirtschaften, welches auf neuer Kreativität, Kooperation, Wertschätzung und Vertrauen beruht. Genau die Werte, die den Mittelstand prägen und seit Langem so erfolgreich machen. Es liegt jetzt in unserer Hand. Interview: Christian Beck Die Minebea Mitsumi Technology Center Europe GmbH mit Sitz in Villingen-Schwenningen spendete 1.000 N95-Schutzmasken an das Schwarzwald-Baar-Klinikum. MinebeaMitsumi-Präsident Yoshihisa Kainuma und Europa-Chef Jörg Hoffmann initiierten die Verteilung von insgesamt 17.000 N95-Schutzmasken rund um die 17 europäischen Standorte. Die Firma Whirlpools World in Deißlingen-Lauffen hat für die Deiß- linger und Lauffener Einwohner 6.000 Masken geordert und diese kostenfrei an die Bürger verteilen lassen. Für die Unternehmerfami- lie Knoll, die seit Jahren unter anderem eine Zahnklinik im Himalaya unterstützt, „war diese Spende selbstverständlich“. 2.000 Schutzmasken hat das in Wurmlingen ansässige Unterneh- men Bricon gespendet. Die Masken werden laut Bürgermeister Klaus Schellenberg an die Freiwillige Feuerwehr, die Ehrenamtlichen der Nachbarschaftshilfe und an die örtliche Arztpraxis verteilt. Auch die Schweizer Electronic AG in Schramberg hat aus ihrem hierfür aufgebauten Bestand 2.000 FFP2-Masken an den Landkreis Rottweil gespendet. Außerdem hatte das Unternehmen beschlos- sen, Mitarbeiter, die ehrenamtlich tätig sind, unter Beibehaltung der Lohnfortzahlung für ehrenamtliche Tätigkeiten beim Kampf gegen Covid-19 freizustellen (siehe nebenstehendes Interview mit CEO Nicolas-Fabian Schweizer). bk Christian Beck, Pressestelle 07721 922-174 beck@vs.ihk.de Die aufgestellten Sanitäranlagen sind nicht zu vergleichen mit der Alternative Wald oder Klohäuschen.

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