Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai/Juni'20 - Hochrhein-Bodensee

47 5+6 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten SASBACHWALDEN. Ende März wollte die Familie Petermann im Gasthaus Bischenberg ihre gläserne Schokoladenmanufaktur und ihren Schwarzwaldladen einweihen. Beides haben sie in dem ehemaligen Ver- anstaltungssaal des Hauses eingerichtet. Dort wollten sie ihre Schokoladenkreationen sowie weitere regio- nale Spezialitäten wie Weine, Spirituosen, Schinken, Marmelade und Essig verkaufen. Doch die Einweihung musste wegen der Coronapandemie abgesagt, das oberhalb von Sasbachwalden gelegenen Gasthaus samt Hotelbetrieb geschlossen werden. Die Krise trifft die Betreiber, wie wohl die gesamte Branche, hart. Petermanns haben Soforthilfe und Kurzarbeitergeld für die drei festen Mitarbeiter beantragt, die acht Aushilfen können sie zurzeit nicht beschäftigten. Doch Dieter Petermann, der das Haus gemeinsam mit seinem Sohn Dominique führt, ist optimistisch: „Wir hoffen, bald zumindest teilweise wieder öffnen zu können“, sagte er Anfang April. Petermanns betreiben das vor allem bei Ausflüglern beliebte Gasthaus mit etwa 80 Plätzen im Restaurant, etwa 90 auf der Terrasse sowie fünf Doppelzimmern seit dem Jahr 2009. Die Küche ist regional badisch- elsässisch und bodenständig. Fast seit Anbeginn gibt es alle Gerichte auch glutenfrei. Seit 2015 stellen sie Schokolade her - bis vor Kurzem von den Augen der Gäste verborgen. In die gläserne Manufaktur und den Laden haben sie „keinen nennenswerten Betrag, aber viel Arbeit und Herzblut investiert“, sagte Dieter Peter- mann. Die gesamte Inneneinrichtung aus altem Eichen- holz hat Dominique Petermann mit seinem Team selbst gebaut. Nun hoffen beide, dass ihre Räume bald wieder mit Leben gefüllt werden. „Uns fehlt nicht nur das Geld, uns fehlen auch die Gespräche mit den Gästen“, sagte Dominique Petermann. mae Bischenberg Gläserne Schokoladenmanufaktur und Schwarzwaldladen Das Gasthaus Bischenberg liegt idyllisch oberhalb von Sasbachwalden. Huber Kältemaschinen Impfstoffentwicklung unterstützt OFFENBURG. Die Huber Kältemaschinen AG hat dazu beigetragen, dass die Firma Biontech Ende April als erstes Unternehmen in Deutschland die klinische Studie für einen Covid-19-Impfstoff starten konnte. Denn der Offenburger Spezialist für Temperiertech- nik zählt die Mainzer Forscher zu seinen Kunden. Vor einigen Wochen erst hat Huber sehr kurzfristig mehrere sogenannte Unistate (besonders dynamische Temperiersysteme) an Biontech liefern können, die im Herstellungsprozess eines möglichen Impfstoffes benötigt wurden. Geräte von Huber sind auch ander- weitig im Zusammenhang mit der Pandemie gefragt: Pharmafirmen nutzen sie bei der Herstellung von Chemikalien für Coronatests. Und auch bei der Pro- duktion medizinischer Geräte und Schutzausrüstung kommt Temperiertechnik aus Offenburg zum Einsatz, beispielsweise für Material- und Funktionstests oder zur Qualitätssicherung, wie das Unternehmen mit- teilt. Dadurch erlebt Huber derzeit eine kleine Sonder- konjunktur und ist noch gut ausgelastet, obwohl die Nachfrage insgesamt aufgrund der Pandemie „leicht rückläufig“ ist, wie Marketingleiter Michael Sauer be- richtet. „Kurzarbeit konnte bislang vermieden werden“, sagt Sauer. Und es sei „durchaus vorstellbar, dass es nochmal einen Schub gibt, sobald die ersten Impfstof- fe gegen Covid-19 in die Massenproduktion gehen“. Huber Kältemaschinen zählt zu den internatio- nal führenden Anbietern von sehr genauen Tempe- riergeräten, die Forscher verschiedener Branchen nutzen, um zu testen, wie sich Stoffe bei extremen Temperaturen verhalten. Zu den Kunden zählen neben Universitäten sowie Che- mie- und Pharmafirmen auch viele Automobilbauer, Lebensmittel- und Kosmetikproduzenten sowie Lei- terplattenhersteller. Huber wurde 1968 gegründet und wird heute in zweiter Generation geführt. Das Familien- unternehmen hat 2019 mehr als 65 Millionen Euro um- gesetzt und beschäftigt etwa 350 Mitarbeiter. Derzeit entsteht am Firmensitz in Offenburg-Elgersweier eine rund 5.000 Quadratmeter große Produktionshalle, die im Frühjahr 2021 fertig sein soll. kat Ein Unistat von Huber, wie es bei der Entwicklung von Medikamenten und Impfstof- fen verwendet wird.

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