Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai/Juni'20 - Hochrhein-Bodensee

46 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 5+6 | 2020 UNTERNEHMEN KURZ NOTIERT Die PTW Freiburg GmbH (Physikalisch-tech- nischeWerkstätten) beteiligt sich an der QRM GmbH (Quality Assurance in Radiology ans Medicine) aus dem fränkischen Möhrendorf. Beide Unternehmen sind auf Messtechnik spe- zialisiert, die für die Qualitätssicherung in der Radiologie und Radioonkologie eingesetzt wird. Die Produkte ergänzen sich: PTW stellt Messge- räte her, QRM gewebeäquivalente Materialien dafür. Kliniken weltweit arbeiten damit. „Durch die Partnerschaft werden Kompetenzen in der Qualitätssicherung für die Strahlentherapie und die radiologische Diagnostik gebündelt“, heißt es in einer Pressemitteilung. PTW beschäftigt mehr als 350 Mitarbeiter, die Mehrheit davon in Freiburg und Umkirch. Christian Pychlau ist geschäftsführender Gesellschafter. PTW über- nimmt 90 Prozent an QRM; die restlichen 10 Prozent verbleiben im Besitz des bisherigen Inhabers Johannes Coman. QRM beschäftigt neun Mitarbeiter. An den Standorten ändere sich nichts. Die Blazejewski Medi-Tech GmbH hat einen neuen Investor: Die SHS Gesellschaft für Be- teiligungsmanagement mbH aus Tübingen beteiligt sich mit 24,9 Prozent an dem Medi- zintechnikunternehmen aus Sexau bei Freiburg. Medi-Tech entwickelt und produziert 2D- sowie 3D-Endoskope und beschäftigt rund 70 Mitarbei- ter. Reinhold Blazejewski, der das Unternehmen 1991 gegründet hat, verspricht sich von dieser Minderheitsbeteiligung das nötige Kapital und Branchen-Know-how, um seine Internationali- sierung voranzutreiben. SHS investiert gezielt in Unternehmen aus Medizintechnik und Life Science im Hinblick auf Expansion, Gesellschaf- terwechsel oder Nachfolge. Bei der jüngstenAuswahlrunde des Technologie- förderprogramms „Spitze auf dem Land“ erhal- ten elf baden-württembergische Unternehmen zusammen vier Millionen Euro für ihre Inves- titionsvorhaben, darunter sind fünf Firmen aus dem Regierungsbezirk Freiburg: Armbruster (Steinach, Ortenau), Balema (Neuried, Ortenau), Marine Glazing Brombach+Gess (Sulz, Kreis Rottweil), Beiharz (Vöhringen, Kreis Rottweil) und Peter Lazic (Tuttlingen). Diese Unterneh- men lassen laut Pressemitteilung „Potenzial zur Technologieführerschaft erkennen, indem sie Innovationsfähigkeit und ausgeprägte Techno- logiekompetenz aufweisen“. Sie können nun ihre konkreten Förderanträge bei der L-Bank einrei- chen, die diese prüft und abschließend bewilligt. Schweizer Electronic Rückgang in Schramberg, Produktionsstart in China SCHRAMBERG. Dem Leiterplattenhersteller Schweizer Electronic machten 2019 die konjunkturbedingt rückläufigen Aufträge seiner Industriekunden zu schaffen. Vor allem die Produktion im Stamm- werk in Schramberg war laut einer Pressemitteilung des Unterneh- mens nur schwach ausgelastet. Die Umsätze des Werkes gingen danach um 17,5 Prozent zurück. Hingegen legte das Geschäft von Schweizer mit seinen asiatischen Partnern WUS und Meiko um 52,9 Prozent zu. Insgesamt setzte die Schweizer Electronic AG 120,7 Millionen Euro um (2018: 125,3 Millionen Euro). Das Bruttoergebnis ging auf 12,6 Millionen Euro (2018: 18,6 Millionen Euro) zurück, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 0,1 Millionen Euro (2018: 9,2 Millionen Euro) und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf -6,5 Millionen Euro (Vorjahr: 1,6 Mio. Euro). Dass das Betriebsergebnis vergleichsweise stark zurückging, liegt laut Pressemitteilung daran, dass die Bruttomargen des Handelsge- schäfts mit den Partnern geringer sind als die der Eigenproduktion in Schramberg. Grund dafür sei das Geschäftsmodell, hieß es. Beide asiatische Firmen sind an Schweizer beteiligt. Das Nachsteuerergebnis für das vergangene Jahr betrug -5,6 Millio- nen Euro (Vorjahr 0,5 Millionen Euro), ohne die Investition in China wären es -2,6 Millionen Euro (2018: 2,8 Millionen Euro). Der Bau des Produktions- und Verwaltungsgebäudes in China wurde 2019 abgeschlossen. Diesen Januar wurden die ersten Musterleiterplatten gefertigt, im April begann – wegen der Coronapandemie leicht verzö- gert - die Serienfertigung. In China sind zurzeit etwa 170 Mitarbeiter beschäftigt, in Schramberg waren es Ende 2019 688 (Vorjahr: 773, inklusive Leih- und Zeitarbeiter). Das Werk in Schramberg wird restrukturiert. Infolge von Kosteneinsparungen und Kurzarbeit in den administrativen Funktionen sind laut Pressemitteilung 2019 die Verwaltungskosten reduziert worden. Für 2020 rechnet Schweizer mit einem Umsatzrückgang zwischen minus zwei und minus 15 Prozent, je nach dem Ausmaß der Aus- wirkungen durch die globalen Handelskonflikte, den Brexit und die Coronapandemie. Schweizer beabsichtige, „Hilfsangebote im Rah- men des Wirtschaftsstabilisierungsfonds in Anspruch zu nehmen und bedarfsgerecht das Mittel der Kurzarbeit zur Sicherung der Arbeitsplätze einzusetzen“, heißt es. Um der weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, spendete das Unternehmen im April aus seinem hierfür aufgebauten Bestand 2.000 FFP2-Masken für medizinisches Personal an den Landkreis Rottweil. mae Blick in die Produktion von Schweizer.

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