Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai/Juni'20 - Hochrhein-Bodensee

44 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 5+6 | 2020 UNTERNEHMEN KURZ NOTIERT Nur wenige hundert Meter Entfernung und doch eine großeVeränderung: Das Architekturbüro Sacker ist innerhalb Freiburgs umgezogen, von der Oltmann- in die Lörracher Straße, und hat damit seine Fläche mehr als verdoppelt. In dem rund 1.000 Quadratmeter großen neuen Büro in der ehemaligen Haufe-Akademie stehen den etwa 50 Mitarbeitern große Stillarbeits- und Be- sprechungsräume sowie eine Cafeteria zur Verfü- gung. Grund für den Umzug war der Platzbedarf: Das Architekturbüro, das sich nur noch schlicht „sacker“ nennt, ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, die Zahl der Mitarbeiter hat sich innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Sacker baut vor allem Industrie- und Gewerbe-, Büro- undVerwaltungsgebäude,Wohnungen, Schulen, Sportstätten und Bäder. Bekannte Projekte in der Region sind die Testo-Türme in Titisee und die Neue Messe in Freiburg. Der Schönauer Internetanbieter Stiegeler hat zum 1. April seinen IT-Geschäftsbereich inklusive Mitarbeiter und Kunden an die Step Compu- ter- und Datentechnik GmbH mit Hauptsitz in Lörrach verkauft. Damit möchte sich Stiegeler IT laut Pressemitteilung nun ausschließlich auf den stark wachsenden, zweiten Geschäftsbereich Internet Service, der Internetversorgung und dem damit verbundenen Breitbandausbau, konzentrie- ren. Stiegeler versorgt knapp 20.000 Haushalte und Firmen in den Landkreisen Lörrach, Breisgau- Hochschwarzwald, Waldshut, Schwarzwald-Baar und Konstanz mit Internet,Telefon und Fernsehen. 2019 erwirtschaftete die Gruppe rund zwölf Mil- lionen Euro. 40 Mitarbeiter sind beschäftigt, Ge- schäftsführer ist Felix Stiegeler. Step beschäftigte bislang 25 Mitarbeiter – nun sind es 30 – und ist nach eigenen Angaben eines der führenden IT-Systemhäuser im Dreiländereck. Inhaber ist Jonathan Gorenflo. Die Empfehlungsplattform „wirsindhandwerk. de“ aus Konstanz und der Heizungsrechner „thermregio.de“ aus Schramberg haben eine strategische Kooperation geschlossen. Ziel ist es laut einer Pressemitteilung der Unternehmen, die Digitalisierung im Handwerk weiter zu forcieren und den Betrieben einen Mehrwert für ihre Ge- schäftstätigkeit zu bieten. Handwerker finden auf den Plattformen laut den Betreibern „die gebündelte Kompetenz für eine zielgerichtete Onlinepräsenz und -vermarktung ihrer Firma“. Denn Endkunden würden vermehrt Handwerker- leistungen online auswählen und anfragen – erst Recht angesichts in der Corona-Krise. Progress-Werk Oberkirch Der Umsatz ermäßigte sich 2019 OBERKIRCH. Wie die Progress-Werk Oberkirch AG (PWO) Ende März bekanntgab, war die Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr zum einen von schwachen Absatzzahlen der Automobilindus- trie geprägt, zum andern haben die PWO-Auslandsstandorte und einmalige Sondereffekte die Ertragslage positiv beeinflusst. Die Umsatzerlöse ermäßigten sich im Jahr 2019 auf 459 Millionen Euro (476,3 Millionen im Jahr 2018), das Betriebsergebnis (EBIT) vor Währungseffekten belief sich auf 22,2 Millionen Euro (19,6 Milli- onen Euro). Die Eigenkapitalquote hat sich auf 30,1 Prozent (29,9 Prozent) leicht verbessert. Das Neugeschäft übertraf mit 510 Mil- lionen Euro den Vorjahreswert (304 Millionen Euro) deutlich. Der Ausbruch der Coronapandemie und die damit verknüpfte weitge- hende Beschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern hat bei PWO zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen geführt, so eine Pressemeldung. Deshalb ist die Produktion am Standort Oberkirch stark zurückgefahren worden, und auch die Kapazitäten in den Tochtergesellschaften passt man den dortigen Gegebenheiten an. Vorübergehend wird in Oberkirch wahrscheinlich zu 100 Prozent kurzgearbeitet. Der Gewinnverwendungsvorschlag sieht als außer- gewöhnliche Vorsorgemaßnahme, verursacht durch Corona, vor, den Bilanzgewinn 2019 zunächst in vollem Umfang auf neue Rech- nungen vorzutragen. Dies geschieht im Rahmen der umfassenden Maßnahmen zur Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität im laufenden Geschäftsjahr. Ein Beschluss über einen möglichen neuen Gewinnverwendungsvorschlag mit Ausschüttung einer Dividende wollen Vorstand und Aufsichtsrat aufgrund der weiteren Entwicklun- gen rechtzeitig vor einem neuen Hauptversammlungstermin fassen. Die für den 27. Mai vorgesehene Hauptversammlung soll um zwei bis drei Monate verschoben werden. PWO hat rund 3.200 Beschäftigte auf drei Kontinenten in fünf Pro- duktions- und vier Montagestandorten. Mehr als 1.000 Produkte, vor allem anspruchsvolle Metallkomponenten und Subsysteme in Leichtbauweise für die globale Automobilindustrie, werden produziert. orn Blick in die Produktion von PWO in Oberkirch: Handlingsroboter einer Montagelinie bei der Entnahme eines Instrumententafelträgers aus der Lasermesszelle.

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