Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai/Juni'20 - Hochrhein-Bodensee

41 5+6 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten BONNDORF. Elektromotoren für Medizinprodukte zählen schon lange zum Portfolio der Dunkermotoren GmbH. Zurzeit haben sie Vorrang vor Motoren für ande- re Bereiche: „Wir priorisieren Lieferungen und Anfragen für Produkte zur Behandlung von Covid-19, wie zum Beispiel Gleichstrommotoren für Beatmungsgeräte.“ Dies war im April auf der Internetstartseite der Dun- kermotoren GmbH, einem Spezialisten für Antriebs- lösungen aus Bonndorf, zu lesen. Ebenfalls Vorrang haben Motoren für Nähmaschinen zur Herstellung von Schutzkleidung, wie Tobias Pfendler, Leiter von Pro- duktmanagement, Marketing und Kommunikation bei Dunkermotoren, Anfang April erklärte. Die Nachfrage nach diesen Motoren sei wegen der Coronapandemie natürlich gestiegen. Andere Kunden dagegen hätten ihre Werke wegen des Virus geschlossen und würden Ware nicht abnehmen, berichtete Pfendler. Problema- tisch sei auch die Versorgungslage bei vielen Zulie- ferkomponenten. Im April wurde bei Dunkermotoren daher auch zum Teil kurzgearbeitet. Gleichwohl ist die Lage bei dem Unternehmen insgesamt gut: „Das erste Quartal 2020 war in Auftragseingang und Umsatz wie- der gut, und auch aktuell ist der Auftragseingang noch relativ hoch“, sagte Pfendler. „Generell sind wir zuver- sichtlich, aus dieser Krise gestärkt herauszukommen.“ Dunkermotoren ist in den vergangenen Jahrzehnten immer stark gewachsen, mehr als der Markt für Elekt- romotoren insgesamt. Der Umsatz der Schwarzwälder stieg von umgerechnet 20 Millionen Euro im Jahr 1988 auf 236 Millionen Euro 2018. Vergangenes Jahr waren es 240 Millionen Euro und damit weniger als erwar- tet. Weltweit sind rund 1.300 Mitarbeiter beschäftigt, neben Bonndorf in den Werken in Serbien und China. Dunkermotoren wurde 1950 von Christian Dunker in Bonn gegründet und ist seit 1955 in Bonndorf ansäs- sig. Nach Dunkers Tod 1966 wechselte das Unter- nehmen mehrfach den Besitzer. Seit 2012 gehört es zum US-Konzern Ametek, einem weltweit führenden Hersteller von elektronischen Messgeräten und elek- tromechanischen Geräten. Dunkermotoren selbst ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für integrierte Servomotoren. Die Kunden kommen aus den Branchen Industrielle Automatisierung, Medizin- und Labortech- nik, Türautomation, Sonnenschutz, Motive und Basic Automation. Seit Jahresbeginn arbeitet ein vierköpfiges Team da- ran, die Servomotoren von Dunker an das Industrial Internet of Things (IIoT) anzubinden und aufbauende Applikationen zu entwickeln. Um dies im Verbund lösen zu können, ist die Firma vergangenes Jahr den beiden IIoT-Ökosystemen „Open Industry 4.0 Alliance“ und „MindSphere World“ beigetreten. Ein geplantes Symposium zum Thema smarte, vernetzte und effiziente Zukunft musste wegen der Corona- pandemie abgesagt, soll aber nachgeholt werden. Ebenfalls im Fokus für die Zeit nach Corona steht laut Pfendler, „die engere Kooperation mit unserer Schwesterfirma MAE aus Italien“. Mit zusammen rund 1.800 Mitarbeitern, davon über die Hälfte in Bonndorf, sollen den Kunden neben dem bestehenden Portfolio beispielsweise auch Schrittmotoren und Lüfter von MAE angeboten werden. mae Dunkermotoren Priorität für Produkte zur Behandlung von Covid-19 Blick in die Produktion der Dunkermotoren GmbH in Bonndorf. Zahoransky Bestes Jahr der Unternehmensgeschichte TODTNAU. Zahoransky ist ein international führender Anbieter von Spritzgießformen, Maschinen, Automatisierungstechnik sowie Verpa- ckungsanlagen für die Bürstenindustrie und Medizintechnik. Im ver- gangenen Jahr hat das Unternehmen einen Umsatz von 140 Millionen Euro erzielt und damit das beste Jahr der Unternehmensgeschichte erlebt. Auch die aktuelle Auftragslage stimme, so Vorstandschef Ulrich Zahoransky in einer Pressemeldung, trotz Coronapandemie zuversichtlich: Im März verbuchte die Firma ein Auftragsvolumen von 22 Millionen Euro und damit den höchsten Auftragseingang aller Zeiten. Wachstumstreiber im vergangenen Geschäftsjahr waren die Produktions- und Automatisierungslösungen für medizintechnische Anwendungen sowie Großanlagen für das Herstellen von elektrischen Zahnbürsten. Mitte April waren die Produktionsstandorte in Todtnau, Freiburg und Rothenkirchen uneingeschränkt in Betrieb. Wegen der hohen Fertigungstiefe für mechanische und elektrische Baugruppen, der großen Lagerbeständen und Multiple-Sourcing-Strategien kom- me es momentan zu keinen oder nur geringen Lieferverzögerungen. Zahoransky beschäftigt an zehn Standorten in Deutschland, Spanien, China, Indien, Japan, Brasilien und den USA rund 900 Mitarbeiter, darunter 70 Auszubildende. orn

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