Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'20 -Südlicher Oberrhein
23 4 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Warum gibt es einen Industrieausschuss? Welche Bedeutung hat die Branche im IHK-Bezirk? Im Vergleich zum übrigen Deutschland hat die Region mit 27,8 Prozent einen überdurch- schnittlich hohen Industrieanteil. Diese Be- deutung für unseren regionalen Wohlstand ist vielen nicht bewusst. Umso wichtiger ist es deshalb, mit dem Industrieausschuss die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mitzugestalten. Unsere Anträge bringen wir in die Vollversammlung, das Entscheidungs- organ der IHK, ein. Wer sind die Mitglieder des Ausschusses? Es sind Unternehmerinnen und Unterneh- mer, denen das wirtschaftliche Wohl unserer Region am Herzen liegt. Vertreten ist ein re- präsentativer Querschnitt unserer Industrie: vom erfolgreichen Zelltherapie-Start-up über Maschinenbauer bis hin zur lokalen Holzwirt- schaft. Wie wird man Mitglied? Wer industriepolitisch etwas für die Region bewegen möchte, kann sich entweder di- rekt an mich oder an Herrn Olveira-Lenz* wenden. Ich hatte zum Beispiel zunächst als Gast einige Sitzungen besucht, um dann zu erkennen, dass ich hier tatsächlich etwas politisch einbringen kann. Das kannte ich aus anderen Verbandstätigkeiten so nicht. Danach folgte ein Aufnahmevorschlag an die Vollversammlung, der bestätigt wurde. Formale Voraussetzungen sind nur, dass man Kammermitglied und dem Bereich Industrie zugeordnet ist. Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich? Mit den Themen, die der hiesigen Industrie unter den Nägeln brennen – das heißt mit Risiken für die Region wie zum Beispiel durch schädliche Gesetzesinitiativen oder Bürokra- tie und mit Chancen durch die Digitalisierung. Mit der nun vorliegenden Regionalstudie der IHK haben wir jetzt einen Anker, an dem wir unsere industriepolitischen Forderungen festmachen können. Wie häufig und wo treffen Sie sich? Die Treffen finden mindestens zweimal jähr- lich bei Mitgliedsunternehmen statt. Jedes Mitglied hat somit die Möglichkeit, Feedback der anderen einzuholen und sich weiterzuent- wickeln. Vorträge zu aktuellen Themen wie Digitalisierung runden die Treffen ab. Darüber hinaus haben wir jährlich einen Sondertermin, an dem wir die industriepolitische Ausrichtung der IHK schärfen. Das schweißt zusammen. Wie hoch ist Ihr zeitlicher Aufwand? Dank der hervorragenden Unterstützung des Teams von Herrn Olveira-Lenz sowie der aktiven Beteiligung der Ausschussmit- glieder sehe ich es als Motivation und nicht als Aufwand. Was hat Sie bewogen, das Amt des Vorsit- zenden zu übernehmen? Seit ich mit 32 Jahren das Unternehmen Kirsch gekauft habe, hat mich die IHK bei un- terschiedlichsten Themen aktiv unterstützt. Auch deshalb ist das Unternehmen Kirsch nun da, wo es ist. Viele Kammermitglieder wissen gar nicht, welches Potenzial mit der IHK zur Verfügung steht. Als ich dann vom damaligen Geschäftsbereichsleiter Herr Reif gefragt wurde, ob ich Nachfolger von Herrn Randl werden möchte, habe ich keine Sekun- de gezögert. Dass ein junger Unternehmer so viel Vertrauen geschenkt bekommt, spricht für sich. Ich möchte den Kammermitgliedern und der IHK dieses Vertrauen zurückzahlen. Interview: ao Neun Ausschüsse mit zusam- men rund 300 ehrenamtlichen Mitgliedern arbeiten der Vollver- sammlung und der Geschäfts- führung der IHK zu. In einer Interviewserie befragen wir die jeweiligen Ausschussvorsitzen- den zur Rolle, den Themen und Besonderheiten ihrer Ausschüs- se. Diesmal: Jochen Kopitzke vom Industrieausschuss. * IHK-Ansprechpartner für den Industrieausschuss: André Olveira-Lenz 0761 3858-260 Andre.Olveira-Lenz@ freiburg.ihk.de Serie (4/9): Interviews mit den IHK-Ausschussvorsitzenden » Wirtschaftspolitik mitgestalten « ZUR PERSON Jochen Kopitzke (41) ist geschäftsfüh- render Gesellschafter der Philipp Kirsch GmbH in Willstätt, die auf die Entwick- lung und Herstellung von Kühlgeräten für die Lagerung von Medikamenten und Blutkonserven spezialisiert ist. Der promovierte Controller hat das Unter- nehmen mit seinen rund 80 Beschäftig- ten 2012 übernommen. Sein Vorgänger und -besitzer Georg Kirsch hatte keinen familieninternen Nachfolger gefunden. Kopitzke gehört seit 2014 dem Industrie- ausschuss der IHK Südlicher Oberrhein an, seit 2015 ist er dessen Vorsitzender.
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