Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
44 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 4 | 2020 Gentner investiert in Erweiterungsbau Fläche verdoppelt TUTTLINGEN. Die Axel Gentner GmbH hat Ende 2019 einen rund 1.800 Quadratmeter großen Erweite- rungsbau am Firmensitz im Tuttlinger Gewerbegebiet Gänsäcker in Betrieb genommen. Damit hat sich die Produktions- und Logistikfläche des Herstellers von Dreh- und Frästeilen fast verdoppelt. Der Neubau hat inklusive Maschinen rund drei Millionen Euro gekostet. Er schließt direkt ans Bestandsgebäude an und opti- miert damit den Warenfluss, denn zentrale Abteilungen wurden in die Mitte der zwei Hallen platziert, erklärt Geschäftsführer Peter Gentner. Der Wirtschaftsingenieur ist genauso alt wie das Un- ternehmen, nämlich 40 Jahre. Sein Vater Axel Gentner hat die GmbH 1979 gegründet. Sie fertigt einbaufertige gedrehte und gefräste Teile aus Edelstählen, Titan und höherwerti- gen Kunststoffen, beispielsweise Einzelteile für Endoskope oder chirurgische Instrumente. Die meisten Kunden von Gentner kommen aus der Medizintechnik, andere aus der Feinmechanik und dem Maschinenbau. Auf der Referenzliste stehen viele Tuttlinger Medizintechnikspezia- listen ebenso wie Unternehmen aus anderen Teilen Deutschlands und Europas. Der Expor- tanteil liegt bei rund zehn Prozent. Gentner ist auf besondere Materialien und Geometrien sowie mittelgroße und kleine Stückzahlen spe- zialisiert. „Wir bieten Lösungen, die der Kunde selbst nicht fertigt“, sagt Peter Gentner. Er ist 2008 in den väterlichen Betrieb eingestiegen und hat 2010 die Geschäftsleitung übernom- men. Seither ist der Umsatz kontinuierlich um rund fünf Prozent pro Jahr gestiegen auf 7,5 Millionen Euro 2019. Rund 70 Mitarbeiter be- schäftigt das Unternehmen mittlerweile. Das Wachstum der vergangenen Jahre war denn auch der Grund für die Erweiterung. Zudem soll der Neubau natürlich weiteres Wachstum ermöglichen. Zwischen fünf und acht Prozent Plus plant Peter Gentner, wenn- gleich der Mangel an Facharbeitern mitunter größere Sprünge bremse. Aktuell beschäftigt zudem die ab Ende Mai geltende Medizinprodukteverordnung das Unternehmen. Für deren Umsetzung sind neue Zerti- fizierungen nötig, Abläufe und Dokumentationen müs- sen dauerhaft angepasst werden. Das kostet laut Peter Gentner Zeit und Geld. ine In der neuen Fertigungs- halle: Geschäftsführer Peter Gentner (rechts) mit Projekt- ingenieur Timo Bausert. TUTTLINGEN. Das familiengeführte Medizin- technikunternehmen KLS Martin Group erhöhte im vergangenen Jahr seinen Umsatz um knapp zehn Prozent auf erstmals 300 Millionen Euro. Wie es in einer Pressemeldung heißt, ist die Firma durch das Nutzen der vorhandenen Stärken in den Bereichen Implantate und Elektromedizin überproportional und profitabel gewachsen. Zum Produktspektrum gehören außerdem chirurgische Laser, Sterilisations- container, Operationsleuchten sowie über 16.000 chirurgische Instrumente. 90 Prozent des Umsatzes werden im Ausland - konkret in über 140 Ländern - erzielt. Tochter- und Partnerunternehmen gibt es in den USA, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Japan, Australien, Brasilien, Mexiko, Malaysia, China und in Indien. In Russland und Dubai unterhält die Firma Repräsentanzen. Produziert wird in Mühlheim, Freiburg, Tuttlingen und Penang. Wachstumstreiber war 2019 vor allem der US-ame- rikanische Markt. Im vergangenen Herbst ist dort ein neues Schulungszentrum - „KLS Martin World North America“ - in Jacksonville eingeweiht worden. Dort finden Kurse und Workshops für Ärzte und OP- Personal statt. In Mühlheim soll im Sommer das neue, 5.300 Quadratmeter große Produktionsgebäude „Ge- bäude 70“ bezogen werden. Verteilt auf drei Ebe- nen ist es für die Produktion und Konstruktion von Implantaten und Biomaterialien vorgesehen. Es soll Platz für etwa 150 Mitarbeiter bieten und erfordert Investitionen von 13 Millionen Euro. upl KLS Martin Group Erstmals mehr als 300 Millionen Euro Umsatz
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