Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'20 - Hochrhein-Bodensee

42 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 4 | 2020 Kreissparkasse Rottweil „Ganz einfach gut“ ROTTWEIL. Die Kreissparkasse Rottweil, vor über 163 Jah- ren gegründet, kann nach Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Matthäus Reiser auf „ein ganz einfach gutes“ Geschäftsjahr 2019 zurückblicken. Erstmals in ihrer Geschichte hat sie eine Bilanz- summe von über drei Milliarden Euro (exakt 3,024 Milliarden Euro) erreicht, das waren 5,4 Prozent mehr als 2018. Dabei stiegen die Einlagen um 6,6 Prozent auf 2,251 Milliarden Euro. Das habe, so der Vorstandsvorsitzende Matthäus Reiser, einen „bittersüßen Beigeschmack“, da die Einlagen inzwischen zu einem Kostenfaktor geworden seien. Dennoch wolle man keine Negativzinsen auf Spargelder von Pri- vatkunden erheben. „Wir sind keine Entreicherungs- sondern eine Sparkasse“, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Roland Eckhardt. Die Nullzinspolitik der EZB habe jedoch erfreulicherweise auch zu einer erhöhten Nachfrage nach Wertpapieren geführt. Der Wert der Depotkonten der Kunden stieg um zwölf Prozent auf 647 Millionen Euro zum Jahresende. Das Kreditgeschäft verzeichnete einen Zuwachs von 4,9 Prozent auf 1,747 Milliarden Euro. 427 Milli- onen Euro wurden neu verliehen (plus sieben Prozent). Der Zuwachs stammt vor allem aus Unternehmenskundenkrediten. Das Verbund- geschäft entwickelte sich ebenfalls gut: Das Bausparvolumen belief sich auf 68 Millionen Euro, das Abschlussvolumen bei Versicherun- gen auf 22 Millionen Euro und der Absatz an Deka-Wertpapieren auf 74,9 Millionen. Das Betriebsergebnis vor Bewertung lag bei 23,4 Millionen Euro (Vorjahr 23,9 Millionen Euro), was Reiser als „ordentlich“ bezeichnete. Die Kernkapitalquote liegt bei 18,1 Prozent (Vorjahr 18,0 Prozent) und die Gesamtkapitalquote bei 19 Prozent (18,9 Prozent). In ihrer Hauptstelle und 30 Geschäftsstellen (dazu kommen sieben SB-Stellen) beschäftigt die Sparkasse 465 (462) Mitarbeiter, darunter 46 Auszubildende. orn Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau Dynamische Zuwächse FREIBURG. Das Geschäft der Sparkasse Freiburg- Nördlicher Breisgau ist im vergangenen Jahr auf allen Ebenen sehr erfolgreich verlaufen. Darauf wies der Vorstandsvorsitzende Marcel Thimm Anfang März bei einem Pressegespräch hin. Die Bilanzsumme hat sich um 5,4 Prozent auf 6,835 Milliarden Euro erhöht. Sowohl das Kredit- als auch das Einlagengeschäft ent- wickelten sich überdurchschnittlich. Der Bestand an Kundenkrediten erhöhte sich um 4,9 Prozent auf 5,128 Milliarden Euro. Über 75 Prozent der Bilanzsumme ent- fallen auf das Kreditgeschäft mit regionalen Kunden. (Zum Vergleich: Das gesamte deutsche Kreditgewerbe liegt bei 48 Prozent.) An neuen Krediten wurden 1,191 Milliarden Euro (Vorjahr 1,209 Milliarden Euro) zuge- sagt. Dabei stiegen die Zusagen bei Baufinanzierungen mit 14,1 Prozent (das entsprach 45 Millionen Euro) kräftig. Zwei Drittel des gesamten Neukreditvolumens entfielen auf gewerbliche Finanzierungen (ohne Woh- nungsbaudarlehen). Den stärksten Zuwachs seit 25 Jahren erlebte die Sparkasse bei den bilanziellen Kundeneinlagen. Sie stiegen um 8,1 Prozent auf 5,116 Milliarden Euro. Auf- grund dieses sehr hohen Zuflusses wird die Sparkasse angesichts der Negativzinsen, die die Banken bei der Europäischen Zentralbank zu bezahlen haben (derzeit 0,5 Prozent), nicht mehr nur für Geschäftskunden ab Einlagen von 500.000 Euro ein Verwahrungsentgelt verlangen, sondern auch für Privatkunden. Ab welcher Summe, ab wann und in welcher Höhe war bei Redak- tionsschluss noch nicht bekannt. Mehr und mehr Kunden gehen jedoch auch in Wert- papieranlagen. Der Bestand an Kundenwertpapieren erhöhte sich im vergangenen Jahr um 10,1 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro. Die Ertragssituation der Sparkasse stellt sich nach wie vor gut dar. Die Summe der Erträge lag bei 164 Millionen Euro (Vorjahr 163 Millionen) und setzte sich aus dem Zinsüberschuss von 109 Millionen Euro (111 Millionen Euro) und dem Provisionsergebnis von 55 Millionen Euro (52 Millionen Euro) zusammen. Der Aufwand stieg um eine Million Euro auf 99 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Bewertung lag bei 65 Millionen (unverändert), das Ergebnis vor Steuern bei 24 Millionen Euro (22 Milli- onen Euro). An Steuern aus dem Gewinn bezahlt die Sparkasse 17 Millionen Euro, der Jahresüberschuss belief sich auf sieben Millionen Euro und wurde dem Eigenkapital zugewiesen, das sich nunmehr auf 335 Millionen Euro beläuft. In ihren unverändert 47 Ge- schäftsstellen beschäftigt die Sparkasse 1.051 Mit- arbeiter (neun weniger als im Vorjahr), darunter 58 Auszubildende. Eine Besonderheit der Sparkasse ist ihre hundertpro- zentige Tochter Dietenbach GmbH und Co. KG. Diese Firma wurde 2018 gegründet, um im Rahmen des mit der Stadt konzipierten „Konsensmodells Dietenbach“ die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Dietenbach umzusetzen. Schwerpunkt der Arbeit ist der Erwerb der 413 privaten Grundstücke (circa 80 Hektar) im zukünf- tigen Baugebiet Dietenbach (insgesamt 130 Hektar) mittels optionaler Kaufverträge. Dies ist eine wesent- liche Basis, um das neue Stadtgebiet Dietenbach, das circa 16.000 Einwohnern Wohnmöglichkeiten bieten soll, zu realisieren. Die Gesellschaft hat bis Ende Feb- ruar für 322 Flurstücke mit den Eigentümern Verträge geschlossen, für weitere 38 Flurstücke waren verbind- liche Notartermine im März beantragt. Bis Ende des Jahres 2020, so die Sparkassentochtergesellschaft, sollten Optionsverträge für circa 75 Hektar protokolliert sein. Lediglich für einen Hektar wurde bislang keine Mitwirkungsbereitschaft signalisiert. upl

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