Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'20 - Hochrhein-Bodensee

41 4 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten UNTERNEHMEN Mittlere Unternehmen Moser HASLACH. Im Kinzigtal herrschte 2019 beinahe Vollbeschäfti- gung, da mussten vor allem kleinere Unternehmen kreativ bei der Rekrutierung sein. Der Moser GmbH aus Haslach ist dies sehr gut gelungen. Die Schreinerei, die inzwischen zu einem Industriebetrieb mit rund 130 Mitarbeitern gewachsen ist, engagiert sich vielfäl- tig – vom jährlichen Mitarbeitergespräch, in dem es um Stärken, Potenziale, Wünsche und Ziele der Beschäftigten geht, über die Kooperation mit einem Fitnessstudio vor Ort, um die Mitarbeiter gesund zu halten, bis zu verschiedenen Aktivitäten rund um die Aus- bildung wie Girls’ Day, Schulpartnerschaften, Ausbildungstag oder Bewerbertraining. Damit sorgt Moser für zufriedene Mitarbeiter, die gerne im Betrieb bleiben, und findet ausreichend Nachwuchs, um weiter wachsen zu können. Der Umsatz ist in den vergangenen Jahren auf dreizehn Millionen Euro gestiegen, und Moser hat sich entsprechend aufgestellt. „Personalarbeit und Prozessoptimierung sind immer wichtiger geworden“, sagt Sarah Griesbaum (33), die seit knapp einem Jahr Teil der jetzt dreiköpfigen Geschäftsführung ist – zusammen mit ihrem Vater Thomas Moser (65) und Florian Wölfle (seit 2001 in der Position). Damit ist der Übergang zur drit- ten Generation gesichert. Moser ist in drei Geschäftsfeldern aktiv: dem klassischen Fenster- und Türenbau, dem Innenausbau sowie mit Mineralwerkstoffen. Diese aus Aluminiumhydroxid gepressten Platten lassen sich thermisch verformen, beispielsweise zu Wasch- tischen oder Thekenelementen. Moser ist einer der führenden Verarbeiter von Mineralwerkstoffen in Deutschland und fertigt auch für andere Schreinereien. Neben Privatleuten zählen unter anderem Arztpraxen, Geschäfte oder Messebauer zu den Kunden. Die Haslacher Schreinerei ist auch international tätig: Während eines zwölfjährigen Joint Ventures hat sie einem chinesischen Un- ternehmen gezeigt, wie man Holzfenster industriell fertigt. kat Große Unternehmen Zahoransky TODTNAU. Etwa jede zweite Bürste, die es weltweit gibt, wurde auf einer Maschine der Zahoransky AG aus Todtnau produziert. Das 1902 gegründete Familienunternehmen ist ein klassischer „Hidden Champion“. Die Kunden reichen von kleinen Bürstenherstellern in der Region – in Todtnau liegt der Ursprung der Bürstenindustrie – bis hin zu weltweit agierenden Konzernen wie die Zahnbürstenherstel- ler Oral-B und Philips. Weltweit beschäftigt Zahoransky rund 900 Mitarbeiter. 511 von ihnen (darunter 52 Azubis) arbeiten an den Maschinenbaustandorten in Todtnau und Freiburg. Die wichtigsten Instrumente für Zahoransky, Mitarbeiter zu finden sind flexible Arbeitszeiten, Praktikumsplätze, Betriebsbesichtigun- gen und Infoveranstaltungen – dazu zählen seit Neuestem auch die Robotertage für Schüler – sowie, ebenfalls erst seit Kurzem, Mitarbeiterempfehlungen. Um Mitarbeiter zu binden, setzt man bei Zahoransky in erster Linie auf flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Führen in Teilzeit, wie Lilliana Corona, Leiterin des Bereichs Personalmanagement, erklärt. Mit Führen in Teilzeit solle das Know-how von Mitarbeiterinnen mit Kindern besser genutzt, die Gleichberechtigung gefördert und ein Stück weit dem Fachkräftemangel begegnet werden. Vergangenes Jahr bot Zahoransky zum ersten Mal eine einwöchige Ferienbetreu- ung für die Kinder von Mitarbeitern an. Das Angebot kam so gut an, dass es dieses Jahr wiederholt werden soll. Insgesamt, so betont Lilliana Corona, lege man Wert auf eine familiäre Unternehmenskul- tur sowie auf die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. mae Finden & Binden Von der Schreinerei zum Industriebetrieb: die Moser GmbH in Haslach. Blick in die Produktion von Zahoransky.

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