Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'20 -Südlicher Oberrhein

23 3 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten IHK Südlicher Oberrhein REGIO REPORT ANZEIGE Salon Formation Emploi Alsace: Rund 20 Unternehmen am IHK-Gemeinschaftsstand Fachkräfte in Frankreich finden B ereits zum achten Mal hat sich die IHK Südlicher Ober- rhein Ende Januar auf der Regionalmesse für Bildung und Beschäftigung in Colmar, dem „Salon Formation Emploi Alsace“, präsentiert. Rund 20 Unternehmen aus dem Kammerbezirk nutzten die Möglichkeit, am IHK-Ge- meinschaftsstand um französische Azubis und Fachkräfte zu werben. Mehr als 19.000 Besucher kamen in diesem Jahr in die Hallen im Parc Expo in Colmar, darunter drei Schulklassen aus dem Elsass. Für sie gab es eine spezi- elle, von der IHK organisierte Begrüßungsveranstaltung. „Die Jungen und Mädchen stehen kurz vor dem Abschluss und lernen die deutsche Sprache in der Schule“, berich- tet Karin Finkenzeller, bei der Kammer zuständig für die grenzüberschreitende Ausbildung. „Hier auf der Messe erfahren sie etwas über das deutsche Ausbildungssystem und können direkt zu den Ausbildungsbetrieben Kontakt aufnehmen.“ Die Ausbildung habe in Frankreich ein nega- tives Image, erläutert die Expertin. „Da müssen wir noch dicke Bretter bohren – an den Schulen, aber auch auf politischer Ebene.“ Unterstützung gibt es hier von Ausbildungsbotschaftern: französische Jugendliche, die in einem deutschen Betrieb eine Ausbildung absolvieren beziehungsweise schon mit Erfolg abgeschlossen haben und in Frankreich in den Schulen für die duale Ausbildung werben. Einer davon ist Maxime Depuydt. „Ich bin in Frankreich aufgewachsen und zur Schule gegangen, ich kenne die Vorurteile über die Ausbildung“, erzählt der junge Mann am Messestand eines Lebensmitteleinzelhändlers. In dem Discounterun- ternehmen hat er zunächst eine Ausbildung als Verkäufer gemacht, dann den Einzelhandelskaufmann und schließ- lich den Handelsfachwirt oben draufgesattelt. Ende der beruflichen Entwicklung ist noch offen. Depuydt: „Wenn ich als Ausbildungsbotschafter in die Schulklassen gehe, höre ich immer wieder: Du hast doch Abitur! Du hättest doch viel mehr machen können als eine Ausbildung.“ Das sei die völlig falsche Einstellung. Er erkläre den Jugendli- chen dann das duale Prinzip mit der Verbindung aus Praxis, Schule und Studium plus Bezahlung. „Für uns als Mittelständler ist es fast schon Pflicht, uns hier neben den ganz großen Logistikern zu präsentieren“, sagt Stefan Eberherr von der Fachspedition Karldischinger. Er absolviert derzeit sein duales Studium in dem Unter- nehmen und hat sich ganz bewusst für einen Arbeitgeber aus dem Mittelstand entschieden. Ramona Fehrenbach gefällt die Messe gut. „Wir haben viele gute Gespräche geführt mit Bewerbern auf Arbeitssuche oder Personen, die zunächst ein Praktikum bei uns machen wollen“, zieht die Personalerin am ersten Messetag ein Resümee. naz IHK-Mitarbeiterin Sonja Weber in einem Bera- tungsgespräch bei der elsässischen Ausbil- dungs- und Jobmesse Salon Formation Emploi Alace in Colmar.

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