Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
46 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3 | 2020 Unternehmen Volksbank Lahr Ziele erreicht LAHR. Die Volksbank Lahr, so machte ihr Vorstands- vorsitzender Peter Rottenecker Ende Januar deutlich, hat ein dynamisches und spannendes Geschäftsjahr 2019 erlebt und ist wiederum deutlich gewachsen. Die Bilanzsumme stieg um 8,6 Prozent auf circa 2,7 Milliarden Euro. Vor allem die Kundenkredite wuchsen sehr kräftig und zwar um zwölf Prozent auf 1,775 Milli- arden Euro, das Volumen neuer Kredite belief sich auf 472 Millionen Euro (plus 24,4 Prozent). Das Wachstum ging gleichermaßen auf private Baufinanzierungen und gewerbliche Investitionsfinanzierungen zurück. Das Kreditwachstum konnte komplett durch lokale Einlagen abgedeckt werden, gleichzeitig, so Rottenecker, habe man hohe stille Reserven gebildet (in den vergangenen Jahren stiegen sie um 70 Prozent), um das Ergebnis auch bei erhöhten Kreditausfällen im Falle eines wirt- schaftlichen Wachstums nicht zu belasten. Von einem solchen Szenario sei man derzeit allerdings weit ent- fernt, es hätten mehr Risikorückstellungen aufgelöst werden können, als neue gebildet werden mussten. Die Einlagen nahmen um sieben Prozent auf 1,8 Milliar- den Euro zu. Auch die außerbilanziellen Geschäfte, bei denen die Volksbank mit ihren genossenschaftlichen Verbundpartnern wie etwa Union Investment tätig ist, liefen sowohl mit Wertpapieren als auch mit Versiche- rungen und Bausparverträgen gut. Das Provisionsergebnis der Volksbank Lahr lag denn auch mit 17,8 Millionen Euro um 0,6 Millionen Euro über der Vergleichszahl des Vorjahres. Der Zinsüber- schuss bewegte sich mit 36,6 Millionen auf Vorjahres- niveau. Der Personalaufwand blieb nahezu gleich, die Verwaltungsaufwendungen gingen etwas zurück. Das Betriebsergebnis vor Bewertung lag bei 19 Millionen Euro (Vorjahr 18 Millionen Euro), das Betriebsergebnis vor Steuern stieg um elf Prozent recht deutlich auf 21,3 Millionen Euro. Das bilanzielle Eigenkapital wird wiederum deutlich gestärkt und liegt jetzt bei 231,6 Millionen Euro. Rottenecker betonte, dass die vor vier Jahren gesetzten Ziele der Neuausrichtung unter dem Stichwort „Strategie 2020“ erreicht worden seien. Man habe die Chancen der Digitalisierung genutzt, die Kostenstruktur nachhaltig optimiert und vor allem großen Wert auf die Entwicklung des Personals (derzeit 452 Mitarbeiter) gelegt. Das Resultat: Innerhalb von vier Jahren stieg die Bilanzsumme um über 27 Prozent und das Ergebnis vor Steuern um 46 Prozent. Und dies, das betonte Rottenecker, ohne Fusionen. Zusammen- schlüssen mit anderen Volksbanken erteilte er, auch angesichts des wenige Tage zuvor bekanntgegebenen geplanten Zusammengehens der Volksbanken in Of- fenburg und in Villingen, eine Absage. Man sei derzeit alleine groß genug, und mit der jetzigen Bilanzsumme befinde man sich unter den zehn Prozent der größten Volksbanken in Deutschland. Für das laufende Jahr rechnete Rottenecker mit einem Ergebnis auf ähnlich hohem Niveau wie 2019. upl Sparkasse Lörrach-Rheinfelden „Paradoxe Steigerung“ LÖRRACH. „Ein ausgezeichnetes Einlagenjahr, ein sehr gutes Kreditgeschäft im Unternehmens- und Pri- vatkundenbereich, ein gutes Dienstleistungsgeschäft und noch ein befriedigendes Betriebsergebnis“ – dieses Resümee des Geschäftsjahres 2019 zog der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Lörrach-Rhein- felden André Marker Ende Januar vor der Presse. Die Kundeneinlagen stiegen erneut stark, zuletzt um 7,6 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro. Diese Steigerung sei eigentlich ein Paradoxon, da es keine Zinsen mehr gebe, sagte Vorstand Rainer Liebenow. Es sei natürlich vernünftig, deshalb mehr zu sparen. Mit Wertpapieren ließen sich jedoch höhere Renditen erzielen. Jedoch gingen die Neuanlagen in Wertpapiere bei der Sparkas- se Lörrach-Rheinfelden 2019 auf 10,9 Millionen Euro zurück (2018: 18,2 Millionen Euro). Dass das Versicherungsgeschäft im Bereich Vorsorge nach einem leichten Rückgang im Vorjahr wieder ge- stiegen ist (um fünf Prozent auf 22,9 Millionen Euro), hängt laut Liebenow mit einem für Einsteiger attraktiven Produkt zusammen. Das Bauspargeschäft ging indes nach einem Anstieg im Vorjahr um 13 Prozent auf 37,3 Millionen Euro zurück. Liebenow nannte die niedrigen Zinsen als Grund. Wie im Vorjahr stiegen die Zahl der Privatgiro- (um ein Prozent auf circa 57.100) und der On- linebanking-Konten (um 6,2 Prozent auf ebenfalls rund 57.100, darin sind Giro- und Tagesgeldkonten enthalten). Der Vorstandsvorsitzende André Marker wies insgesamt auf die Anstrengungen der Sparkasse beim Ausbau di- gitaler Dienstleistungen hin und nannte Beispiele wie Banking-App, elektronischer Safe und Chatbot. Das Kreditgeschäft war 2019 laut Vorstand Klaus Jost vom Verlust eines großen institutionellen Kunden ge- prägt. Ohne diesen hätte es Jost zufolge um 4,5 Prozent zugelegt, so waren es 2,7 Prozent. Das Kreditvolumen erreichte damit einen Wert von 2,248 Milliarden Euro. Die Kreditzusagen an Unternehmen stiegen um 19 Pro- zent auf 138 Millionen Euro – vor allem Förderdarlehen waren laut Jost gefragt –, der Kreditbestand in diesem Bereich ging wegen des genannten Sondereffekts um 1,7 Prozent auf 741 Millionen Euro zurück. Der Kreditbe- stand mit Privatkunden legte hingegen um sechs Prozent zu auf 1,473 Milliarden Euro. Das Immobiliengeschäft lief gut, Objekte mit einem Volumen von 24,7 Millionen Euro wurden vermittelt (2018: 24,4 Millionen Euro). Das Kundengeschäftsvolumen, die Summe von Einla- gen, Wertpapieren und Krediten, erreichte ein Volumen von 4,511 Milliarden Euro, das sind 5,9 Prozent mehr als 2018. Die Bilanzsumme stieg um sechs Prozent auf 2,906 Milliarden Euro. Wie in den Vorjahren ging der Zinsüberschuss zurück – nun um sechs Prozent auf 43 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis lag bei 23,5 Millionen Euro und damit etwa 7,5 Prozent unter dem Vorjahr. Die Sparkasse beschäftigt aktuell umgerechnet 311 Vollzeitmitarbeiter, darunter sind 33 Azubis sowie duale Studenten. mae
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