Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
39 3 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Unternehmen Schaustellerfamilie Mauch Rund 140 Jahrmärkte und Messen im Jahr NEURIED. Ob Johannismarkt in Grenzach, Jakobi- markt in Malterdingen, Frühjahrsmesse in Villingen oder die Wendsche Kärmetze im Sauerland: Überall dort verkauft die Schaustellerfamilie Mauch seit 1963 jedes Jahr ihre Waren . Am 1. September jenes Jahres machte sich Karl-Friedrich Mauch als Markthändler selbstständig und bot seine Waren zum ersten Mal an, und zwar auf dem Kilwi-Markt in Oberharmersbach. 30 Jahre später übergab er dort das Familienunter- nehmen an seine Kinder Christian und Erika Mauch. Beide führten das Unternehmen dann 15 Jahre lang gemeinsam weiter. Im Jahr 2009 teilten sie es auf. Erika Mauch konzentriert sich seitdem auf Hüte. Das Sortiment von Christian Mauch umfasst Ledergürtel, Gürtelschließen, Hosenträger, Ernte-, Fastnachts- und Taschentücher, Strohhüte sowie Holz- und Vesper- bretter. Ledergürtel repariert er vor Ort und führt die Ersatzteile dafür ebenfalls im Sortiment. Auf rund 140 Jahrmärkten und Messen bietet Christian Mauch jedes Jahr seine Waren an – in Baden Würt- temberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und sogar in Schweden. Unterstützt wird er dabei je nach Bedarf und Möglichkeit von seiner Partnerin Corinna Schneider, seiner Mutter und seiner Schwiegermutter. Auch ihre älteste Tochter, die 14-jährige Luisa, hilft ab und zu mit. Mit Stammkunden macht Christian Mauch 70 bis 80 Pro- zent des Umsatzes, wie er berichtet. Der persönliche Kontakt ist sein Rezept, dem Onlinehandel zu trotzen. „Der Geschäftsverlauf ist sehr zufriedenstellend, auch in den letzten Jahren, mit jeweils Wachstumszahlen im zweistelligen Bereich“, berichtet Christian Mauch. Ein Selbstläufer ist dies nicht: „Es wird im Betrieb auch jährlich 15 bis 20 Prozent des Gewinns investiert, so- dass unser Geschäft im ambulanten Handel ordent- lich und modern präsentiert werden kann“, sagt der 43-Jährige. Der gelernte Einzelhandelskaufmann selbst kennt die Märkte und Orte von klein auf – er und seine Schwester reisten mit den Eltern umher und besuchten in den Gemeinden stets für ein paar Tage die Schule. So kommt es, dass sich auf den Messen und Jahrmärkten nicht nur Geschäftliches abspielt. Sein Jüngster, der bald zweijährige Aaron, wurde vergangenen Mai auf dem Frühjahrsmarkt in Ichenheim und damit in seiner Heimatgemeinde Neuried getauft – auf traditionelle Schaustellerart vom Zirkus- und Schaustellerpfarrer Sascha Ellinghaus, der dazu extra anreiste. Und dieses Jahr wird Christian Mauch auf dem Ichenheimer Früh- jahrsmarkt für seine 25-jährige Mitgliedschaft in der IHK Südlicher Oberrhein geehrt. mae Christian Mauch mit seinem Stand auf dem Johannismarkt in Grenzach im vergangenen Juni. United Planet Bestes Jahr und weitere Wachstumspläne FREIBURG. Die Erwartungen von United Planet haben sich erfüllt: Wie geplant hat der Freiburger Softwareher- steller vergangenes Jahr zehn Millionen Euro umgesetzt. Das waren 25 Prozent mehr als im Jahr 2018 und so viel wie noch nie in der Geschichte des 1998 gegrün- deten Unternehmens. Auch die Mitarbeiterzahl wuchs im vergangenen Jahr entsprechend: um 20 auf 120. Das Erfolgsrezept von United Planet ist Software für sogenanntes Low-Code-Development. Diese von Uni- ted Planet erfundene Applikationsentwicklungstechnik dient dazu auf dem digitalen Arbeitsplatz Daten aus ver- schiedenen Fremdapplikationen und Abteilungen mitei- nander zu vernetzen. Mit den für sie maßgeschneider- ten Softwarelösungen könnten sich die Kunden schnell an neue Marktsituationen anpassen, heißt es in einer Pressemitteilung. Angesichts der fortschreitenden Di- gitalisierung rechnet United Planet mit einem rasant wachsenden Markt für diese Art Software. Daher und auch, weil der Markt sich von Kauf- hin zu Mietlizenzen entwickele, sieht das Unternehmen seinen langfristigen Erfolg gesichert. Dieses Jahr will United Planet erneut wachsen, einen weiteren Schritt in Richtung Internationalisierung ge- hen – hierfür setzt das Unternehmen auf sein weltwei- tes Partnernetzwerk – und daher die internen Struktu- ren festigen. „Wir planen aktuell mit circa 15 Prozent Umsatzwachstum in 2020“, hieß es Mitte Februar vom Unternehmen. Da war die Mitarbeiterzahl bereits auf 125 gestiegen. Weitere Neueinstellungen sollen im Lau- fe des Jahres folgen. mae
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