Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
38 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3 | 2020 Unternehmen WTO Großprojekt und Generationswechsel OHLSBACH. Der Baubeginn der bisher größten Erweiterung in der Firmengeschichte und der Gene- rationswechsel in der Geschäftsführung waren zwei bedeutende Ereignisse bei der WTO GmbH in Ohlsbach (Ortenaukreis) im vergangenen Jahr. Das Unternehmen, nach eigenen Angaben Weltmarktführer in Entwicklung und Herstellung von hochpräzisen Werkzeughaltern für CNC-Drehzentren, investiert insgesamt 40 Millionen Euro in die neue „Smart Factory“ und das neue Büro- gebäude, die zusammen über 14.000 Quadratmeter verfügen werden. Dies ist die bisher größte Erweiterung in der Firmengeschichte. Baubeginn am Firmensitz in Ohlsbach war vergangenen Juli, die Fertigstellung ist Anfang 2021 geplant. Mit diesen umfangreichen Investitionen schafft das Unternehmen laut Geschäftsführer Sascha Tschiggfrei die Voraussetzungen für weiteres Wachstum. In der Smart Factory seien neue Fertigungszellen und ein vollautomatischer Workflow geplant. Zudem wolle die WTO in die Entwicklung von innovativen intelligenten Werkzeughaltern zur Online-Prozessüberwachung in der zerspanenden Metallverarbeitung investieren. Durch weitere Neuentwicklungen und den Zukauf der Firma SFI, einem kleinen Hersteller von innovativen tur- binenangetriebenen „Ultra-High-Speed“-Werkzeugauf- nahmen in Israel, vergangenen Dezember solle zudem das Produktspektrum erweitert werden. Zusätzlich zu den Neubaukosten wurden rund vier Mil- lionen Euro investiert, die zum Teil in die Anschaffung einer Fräsmaschine und einer Roboterzelle für die Aus- bildungsabteilung flossen. Unter den 277 Mitarbeitern in Ohlsbach sind 42 Auszubildende und duale Studen- ten. Elf von ihnen haben ihre Ausbildung vergangenen Herbst begonnen. Sascha Tschiggfrei zog eine positive Bilanz des Ge- schäftsjahres 2019. „Obwohl die Investitionsbereit- schaft weltweit im zweiten Halbjahr deutlich abgenom- men hat, konnten wir fast alle unsere Ziele erreichen und das Jahr 2019 erfolgreich abschließen“, sagte er. Der Umsatz stieg um 6,25 Prozent im Vergleich zu 2018. Absolute Zahlen nannte Tschiggfrei nicht. Auf der Weihnachtsfeier im Dezember verabschiede- te der Firmengründer Werner Tschiggfrei seine Frau Hannelore (75) in den Ruhestand. Er selbst hatte sich bereits zum Jahresbeginn 2019, im Alter von 75 Jahren, aus der Geschäftsführung zurückgezogen und diese vollständig an seinen Sohn Sascha (55) übergeben. Im Unternehmen ist er nun vor allem beratend tätig mit den Schwerpunkten Automatisierung der Produktion und Finanzen. Sascha Tschiggfrei war im Jahr 2000 in die Geschäftsführung eingestiegen und verantwor- tete seitdem das Ressort Technik und Vertrieb. Be- reits 1995 hatte er die amerikanische Tochterfirma gegründet und die Expansion von WTO vorangetrieben. Seit 2011 betreibt das Unternehmen auch eine Nie- derlassung in China. Der Export steuert inzwischen 75 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Werner Tschiggfrei legte den Grundstein für sein eigenes Unternehmen laut Pressemitteilung Ende der 1970er-Jahre mit zwei Erfindungen: Mehrspin- delbohrköpfe für automatischen Werkzeugwechsel und angetriebene Werkzeughalter für CNC-Bearbei- tungszentren mit automatischem Werkzeugwechsel. 1983 gründete er die WTO in Offenburg. Seit 1998 ist das Unternehmen in Ohlsbach ansässig. Heute sind insgesamt 293 Mitarbeiter beschäftigt, davon 11 in den USA und 5 in China. Die Kunden kommen aus allen Teilen der zerspanenden Industrie und reichem vom Automobilzulieferer bis zum Medizintechnikher- steller. mae Der Firmengründer Werner Tschiggfrei (rechts) mit seinem Sohn und Nachfolger Sascha.
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