Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
37 3 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten GOSHEIM. 2019 war für CVT-Capellmann aus Gosheim ein besonderes Jahr: Das auf Verzahntechnik speziali- sierte Unternehmen konnte zum einen sein 40-jähriges Bestehen feiern und wurde zum anderen von seinem wichtigsten Kunden, der Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG aus Coburg, als Key-Supplier ausgezeichnet. Außerdem wird der Standort in Schwerin zurzeit für 3,3 Millionen Euro erweitert. Das Familienunternehmen fertigt heute mit insgesamt rund 200 Mitarbeitern etwa 80 Millionen Getriebekom- ponenten im Jahr. Dazu zählen hochpräzise Zahnräder, Schnecken und Baugruppen für Komforteinstellungen in Fahrzeugen und fürs Motorenmanagement. CVT-Capell- mann fungiert als Zulieferer für die Bereiche Automotive, Power Tools und Home Appliance weltweit. Den Grund- stein dafür legten Franz Capellmann und seine Frau Maria im Jahr 1979 mit vier Maschinen in ihrer Garage. Zehn Jahre später zählte CVT bereits sechs Mitarbeiter. Allerdings stockte die Unternehmensentwicklung. Hans Capellmann, der ältere der Söhne, trat deshalb sowie im Rahmen der Altersnachfolge in die Firma ein. Heu- te verantwortet er die administrative und strategische Geschäftsführung. Sein Bruder Paul hat seit Ende der 1990er-Jahre die technische Geschäftsführung inne. „Mit der Vision und Fokussierung, die Anforderungen der Kun- den in der gewünschten Präzision und Produktqualität zu erfüllen, stellte sich ein dynamisches und gesundes Wachstum ein“, berichtet Hans Capellmann. „Vor allem auch deshalb konnte die allgemeine Finanzkrise 2011 CVT nichts anhaben und das Unternehmen entwickelte sich positiv weiter.“ Geschäftszahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht. Hans Capellmann berichtet für das Jahr 2019 von einer durchgängigen Auslastungsquote über 85 Prozent. Für 2020 sei trotz des schwierigen Umfelds im Bereich Automotive ein Wachstum von drei Prozent geplant. In Gosheim arbeiten 150 der Beschäftigten. Dazu kom- men 45 in Schwerin sowie zehn am 2017 eröffneten Standort im chinesischen Kunshan. Dieser hat laut Hans Capellmann noch einen Start-up-Status, befindet sich also im Aufbau. Ziel sei es, von dort aus neue außereu- ropäische Märkte und Geschäftsfelder zu erschließen. Rund 2,5 Millionen Euro hat das Unternehmen bereits darin investiert. Das Produktionswerk PTS-Precision in Schwerin gibt es seit dem Jahr 2008. Zurzeit werden die Produktionsflächen erweitert. Außerdem wird in neue Technologien und die Modernisierung des Maschinen- parks investiert. Vor Kurzem wurde PTS-Precision zudem als Focus-Wachstumschampion 2020 prämiert. An allen drei Standorten zusammen verfügt CVT-Ca- pellmann zurzeit über eine Produktionsfläche von rund 30.000 Quadratmetern. „Umgerechnet werden in der Firmengruppe pro Tag circa 650.000 Getriebekompo- nenten produziert“, sagt Paul Capellmann. Auch wenn die Automobilbranche im Umbruch ist, sei man für die Zukunft gerüstet. Denn die Produkte der Gosheimer würden auch bei neuen Motorenentwicklungen und der aufkommenden E-Mobilität eine Rolle spielen. mae CEO Hans Capellmann in der Produktion am Firmensitz in Gosheim. Bild: Nico Pudimat CVT-Capellmann Jährlich 80 Millionen Komponenten für Getriebe Fürstenberg Brauerei Gegen den Branchentrend weiter gewachsen DONAUESCHINGEN. Entgegen dem Branchentrend ist die Fürs- tenberg Brauerei aus Donaueschingen auch im vergangenen Jahr kräftig gewachsen, wie Geschäftsführer Georg Schwende beim Neujahrsempfang des Unternehmens verkündete. Den Nettoumsatz stieg um 2,2 Prozent, der Gesamtausstoß um fünf Prozent. Umsatz- und Ausstoßzahlen nennt die Brauerei, die zur Paulaner-Brauerei- Gruppe gehört und rund 200 Mitarbeiter beschäftigt, nicht. Die Marke Fürstenberg, mit der die Brauerei ihr Hauptgeschäft macht, legte vergangenes Jahr um 5,8 Prozent zu und konnte in Baden-Württemberg deutlich Marktanteile hinzugewinnen, wie Schwende betonte. Das „Flaggschiff der Brauerei“, wie er das Fürstenberg Premium Pilsener nannte, das dieses Jahr 125 Jahre alt wird, verzeichnete ein Absatzplus von 5,2 Prozent. „Es ist damit das beste Absatzergebnis der letzten zehn Jahre“, sagte Schwende. Insgesamt sei man mit der Ergebnisentwicklung sehr zufrieden, der Trend werthaltiger und stabiler Ergebnisse wie in den vergangenen Jahren habe sich fortgesetzt. Die größten prozentualen Zuwächse verbuchten die neuen Pro- dukte der Brauerei: Das Fürstenberg Natur Radler Zitrone legte beim Absatz im Vergleich zu 2018 um 31 Prozent zu und kletter- te beim Umsatz innerhalb von zwei Jahren an die Spitzenposition der Biermischgetränke im Süden Baden-Württembergs. Das Natur Radler Grapefruit, das es seit Mai 2019 gibt, hat laut Schwende die Planungen „deutlich überschritten“. mae
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