Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'20 -Südlicher Oberrhein
25 2 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Warum gibt es einen Einpersonen- und Kleinunternehmensausschuss, welche Be- deutung haben diese Firmen im IHK-Bezirk? Die Motivation zur Gründung im vergangenen Jahr war, dass 80 Prozent der IHK-Mitglieds- unternehmen zu den Einpersonen- oder Kleinunternehmen mit weniger als 20 Mitar- beitern zählen. Sie tragen einen wesentlichen Teil zur Diversität der Branchen in unserer Region bei. Sie sorgen durch facettenreichen Handel, Gastronomie oder Dienstleistungen für lebendige Innenstädte und abwechs- lungsreiche Gewerbeagglomerationen. Der Kleinunternehmer ist dabei meist ein Ein- zelkämpfer. Ziel des Ausschusses ist es, die Stimmen dieser Kleinen aus vielen Branchen zu bündeln und hörbar zu machen. Wer sind die Mitglieder des Ausschusses? Inhaber und Geschäftsführer kleiner Unter- nehmen bis zu 20 Mitarbeitern beziehungs- weise Einzelunternehmer aus der ganzen IHK-Region. Derzeit haben wir 26 Mitglie- der*. Wir sind in der IHK quasi ein Start-up, das jetzt noch weitere Akteure sucht. Dabei freuen wir uns über die Zusammenarbeit über alle Branchen hinweg. Wie wird man Mitglied? Interessenten können gerne eine Aus- schusssitzung als Gast besuchen. Will man dabei sein, genügt eine formlose Anmel- dung bei Thomas Kaiser, dem Ausschuss- betreuer, oder mir. Wenn Sie dann fest da- bei sein möchten, werden Sie als Kandidat aufgenommen. Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich? Themen sind zum Beispiel politische Inte- ressen von uns Kleinen: Was wir bewegen oder sogar ändern wollen. Ein brandaktuel- les Beispiel ist die Altersvorsorgepflicht. Ein weiterer Themenschwerpunkt ist die Kommu- nikation innerhalb des Ausschusses und von dort zu den rund 50.000 Kleinstunternehmen der Region. Auch setzen wir einen Fokus auf die Wertschätzung und Wahrnehmung der Kleinen im wirtschaftlichen Kontext. So zum Beispiel im Kontakt mit dem Mittelstand und den Konzernen, die die Kleinen eben nicht durch übervorteilende Zahlungsfristen an den Rand der Existenz drücken, sondern im Sinne eines „ehrbaren Kaufmanns“ ei- nen fairen Umgang miteinander anstreben. Hier wird aktuell der Begriff des „Ehrbaren Kaufmannes/-frau“ mit Leben gefüllt. Wie häufig und wo treffen Sie sich? Geplant sind drei Ausschuss-Sitzungen pro Jahr, die verteilt in der Region oder auch in den IHK-Standorten Freiburg oder Lahr stattfinden können. Daneben werden auch Exkursionen oder Arbeitskreistreffen ange- boten. So waren wir Ende letzten Jahres als EKU-Delegation im europäischen Parlament in Straßburg oder bei der „Landesveranstal- tung der Kleinunternehmen“ in Stuttgart. Was hat Sie bewogen, das Amt der Vorsit- zenden zu übernehmen? Der Ausschuss ist mir eine Herzensangele- genheit. Als Mitglied der Vollversammlung habe ich erfahren, wie wenig Bewusstsein für die Themen und Probleme von uns Klein- unternehmern vorhanden ist. Pro Jahr hat die IHK beinahe 6.000 neue Mitgliedsbetriebe, die ja alle mal klein anfangen und differen- zierte Unterstützung auch durch die IHK brauchen. Diese Unterstützungsleistungen, auch etablierter Kleiner, können wir als Aus- schuss nun deutlich besser entwickeln und in die IHK einbringen. Interview: upl ZUR PERSON Alexandra Beinert (35) ist Vorsitzende des Einpersonen- und Kleinunterneh- mensausschusses. Sie ist selbstständige Medienunternehmerin und leitet unter anderem im Studio Beinert die Film- produktion. Das Familienunternehmen fertigt seit 31 Jahren Filme für Industrie und Gewerbe sowie für Städte und Ge- meinden. Alexandra Beinert ist seit 2016 Mitglied der IHK-Vollversammlung und Mitinitiatorin der Gründung des EKU- Ausschusses. Neun Ausschüsse mit zusam- men rund 300 ehrenamtlichen Mitgliedern arbeiten der Vollver- sammlung und der Geschäfts- führung der IHK zu. In einer Interviewserie befragen wir die jeweiligen Ausschussvorsitzen- den zur Rolle, den Themen und Besonderheiten ihrer Ausschüs- se. Diesmal: Alexandra Beinert vom Einpersonen- und Kleinun- ternehmensausschuss (EKU). Ansprechpartner für den Einpersonen- und Kleinun- ternehmensausschuss: Thomas Kaiser 07821 2703-640 thomas.kaiser@ freiburg.ihk.de * Eine Liste aller Mitglieder des Einpersonen- und Kleinunternehmensaus- schusses finden Sie unter: www.suedlicher- oberrhein.ihk.de ( 4472664) Nächste Sitzung: 12. Feb- ruar in Rheinau-Freistett, Thema: Digitalisierung in Kleinstunternehmen Tag der Kleinunternehmen am 23. März – Details Seite 26 Serie (2/9): Interviews mit den IHK-Ausschussvorsitzenden » Wir sind die Stimme der Kleinen «
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