Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'20 - Extra: 900 Jahre Freiburg

900 Jahre Freiburg Höllentalbahn zwischen Freiburg und Neustadt 1887 (ab 1891 bis Donaueschingen). Weil die Zahl der Wahlberechtigten seit der Gründung stark gestiegen war, vergrößerte die Kammer 1901 und 1908 ihr Präsidium erst auf 18, dann auf 22 Mitglieder. Alle Orte der zur Kammer zählenden Amtsbezirke wur- den als kammerzugehörig erklärt, gleichzeitig wurde die Mitgliedschaft für Firmen mit weniger als 10.000 Mark steuerpflichtigem Jahresgewinn freiwillig. Davon ver- sprach man sich „Entlastung von zwei wenig willkomme- nen Mitgliedergruppen“, wie Bernd Boll im Buch über die IHK-Geschichte schreibt: den kleinen Kaufleuten vom Land und denen, die ihren Beitrag nur widerwillig zahlten und von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch machten. Der Interessensgegensatz zwischen Industrie, Groß- und Kleinhandel prägte die ersten Jahrzehnte der Handelskammer und sorgte bis in die 1920er-Jahre immer wieder für Spannungen im Präsidium. Wäh- rend des Ersten Weltkriegs wuchs der Einfluss der Industrie, was sich ab 1925 auch im Namen manifes- tierte: Auf Anregung des badischen Industrie- und Handelstags nannten sich auch die Freiburger in In- dustrie- und Handelskammer (IHK) um. In Freiburg selbst allerdings wurde die industrielle Entwicklung um die Jahrhundertwende von Oberbürgermeister Otto Winterer (1888-1913) zugunsten des Fremden- verkehrs gebremst. „Unter Winterer wurde Wohn- und Lebensqualität statt industriellen Wachstums gefördert“, sagt Ursula Huggle. Freiburg wurde – wie die Handelskammer bemängelte – zur „alldeutschen Pensionopolis“. Nach dem Ersten Weltkrieg beteiligte sich die Han- delskammer im „Demobilmachungsausschuss“ an der Überführung der Kriegs- zu einer Friedensindustrie. Die Inflation ließ den Kammeretat 1922 auf 1,34 Milliarden Mark und 1923 auf 8,3 Trillionen Mark steigen, ehe die Abwertung das Geldvermögen vernichtete. Die Kam- mer brachte Notgeld in Umlauf, das in ganz Südbaden als Zahlungsmittel anerkannt wurde. Bis Ende der 1920er-Jahre wuchs der IHK-Bezirk auf- grund mehrerer Gebietserweiterungen. Der Kammer gehörten 1929 bereits 2.544 beitragspflichtige Betrie- be an, der Beirat war auf 33 Mitglieder gewachsen. Pa- rallel wurden Fusionen verschiedener IHKs diskutiert, erstmals auch die von Freiburg und Lahr . Kammern unterm Hakenkreuz Im März 1933 kamen in Baden die Nationalsozialisten an die Macht und passten im selben Jahr die Kammer- struktur ihrem „Führerprinzip“ an. Sie schufen eine badische Einheitskammer in Karlsruhe mit Außenstel- len in Mannheim, Pforzheim, Freiburg, Schopfheim und Konstanz. Die alten Kammerpräsidenten wurden Eintauchen. Aufleben. Durchatmen. …im Keidel – Freiburgs Therme. Genießen Sie einzigartige und unvergessliche Wohlfühlmomente in Freiburgs Therme. Durch den angrenzenden Mooswald entspannen Sie umringt von der Natur und fernab des hek- tischen Alltags. Eine Wellnessfläche von über 6.000 m² bietet beste Bedingungen um Körper und Seele in Einklang zu bringen. Hier können sie einmal richtig abschalten und die Seele baumeln lassen! Erleben Sie die Faszination Wärme in unse- rer Saunalandschaft mit neuer Panorama- und Seerosensauna. keideltherme.de ANZEIGE

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