Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar '20 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
22 IHK Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2020 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg T rossingen: Der Ort hätte passender nicht sein können. Im Kesselhaus, in unmittel- barer Nähe eines alten Dampfkessels, der frü- her mit fossiler Energie eine Dampfmaschine antrieb, diskutierten Energieexperten und Unternehmer beim „Innovationsforum Ener- gieeffizienz“ über die Techniken der Energie- versorgung und -anwendung von morgen und die Zukunft des Klimas. Eingeladen hatte die KEFF, die Kompetenzstelle Energieeffizienz Schwarzwald-Baar-Heuberg. Begrüßt wurden die Gäste von Bettina Schuler-Kargoll, Unter- nehmerin und IHK-Vizepräsidentin. Die IHK ist Träger der KEFF-Kompetenzstelle. Countdown läuft „Der Countdown für die Begrenzung der globalen Tem- peraturerhöhung läuft. Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien oder der Substitution von fossilen Energieträ- gern bildet die Energieeffizienz das größte Potenzial, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren“, sagte sie. Viele der heimischen Betriebe würden sich schon lange mit diesem Thema beschäftigen. Die regionale KEFF habe in den vergangenen Jahren rund 200 Betriebe unter- stützt und begleitet. Und immer wieder seien Projekte dabei, die Standards setzten und Beispiele für ande- re Unternehmen böten. „Unsere Unternehmen zeigen heute schon, dass sie die Energiewende mitgestalten und anpacken wollen“, so Schuler-Kargoll und forderte stabile Rahmenbedingungen von der Politik. Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Ministeri- um für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden- Württemberg sprach sich für Zwischenschritte bei der Umsetzung der Klimaziele aus. „Wir stoßen in unserem Bundesland an Grenzen, da wesentliche Entschei- dungen in Berlin und Brüssel getroffen werden. Der Gebäudebereich jedoch ist ein wesentlicher Faktor für das Gelingen der Energiewende, da müssen wir dringend rangehen.“ Schließlich falle gut ein Drittel des Energieverbrauchs auf diesen Bereich. „Die Arbeit der KEFF ist erfolgreich und aus unserer Sicht das Schlüs- selprojekt, über das sich die Unternehmen mit dem Thema Energieeffizienz und Energieeinsparung ausein- andersetzen“, machte Mei- nel deutlich. Innovation statt Depression forderte Claudia Kemfert, Energieökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aus Berlin, in ihrem spannenden Vortrag. Die Profes- sorin gehört zu den zehn einflussreichsten Ökonomen in Deutschland. „Erneuerbare Energien ausbauen plus Energieeffizienz, das ist genau der Schlüssel zum Errei- chen der Klimaziele“, machte sie deutlich. Peter Rad- gen vom Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung an der Universität Stuttgart sprach über „Energieeffizienz – Dekarbonisierung auch bei Dunkelflaute“. Energieeffizienz sei eine große Heraus- forderung, da man es mit einer großen Anzahl verschie- dener Prozesse und Querschnittstechnologien zu tun habe, so der Professor. Für die nächste Generation Bei der Podiumsdiskussion gesellte sich noch Alexan- der Winker von der Firma VHW Metallpresswerk hinzu, wo in der Vergangenheit viel investiert wurde. Den- noch haben die Maßnahmen aufgrund von falschen Regulierungsanreizen nicht unbedingt zur Kostenre- duktion beigetragen. „Wir machen das trotzdem, aus Überzeugung und für die nächsten Generationen“, so der Geschäftsführer des Spaichinger Familienunter- nehmens. MK Eröffnung des KEFF- Innovationsforums in Trossingen. Von links: Ministerialdirektor Helm- fried Meinel, KEFF-Effi- zienzmoderator Simon Scholl, Claudia Kemfert, IHK-Geschäftsbereichs- leiter Thomas Wolf, Peter Radgen und Alexander Winker. Bild: Michael Kienzler Simon Scholl Kompetenzstelle Energieeffizienz 07721 922-149 simon.scholl.keff-bw@vs.ihk.de KEFF-Innovationsforum in Trossingen „Riesige Wettbewerbsvorteile dank Energieeffizienz“ Die Wettbewerbsvorteile durch Energieeffizienz sind riesig“, so das Resümee von Energie- Professorin Claudia Kemfert. Sie war neben Peter Radgen Haupt- rednerin beim zweiten KEFF Innovationsforum Energieeffizi- enz im ehemaligen Kraftwerk der Hohner-Werke in Trossingen.
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