Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar '20 - Hochrhein-Bodensee

29 1 | 2020 IHK Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten IHK Hochrhein-Bodensee   REGIO REPORT Bauen Sie auf das stärkste Fundament von allen: Vertrauen. www. stocker-bau.de STO_Anz_IHK_185x30.indd 1 10.12.14 21:05 ANZEIGEN Z um traditionellen Martini-Apéro der IHK sowie des Arbeitgeberverbands Kreuzlingen und Umgebung (AGV) kamen Mitte November zahlreiche Unternehmer aus Kreuzlingen, Konstanz und Umgebung im Dreispitz Kreuzlingen zusammen. Der Veranstaltungsort war an diesem Abend grün beleuchtet. Der Hauptredner And- rea Paoli, Leiter der Abteilung Energie im Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau, referierte über das Thema „Klimanotstand in Konstanz. Was macht der Kanton Thurgau?“. Zur Begrüßung sprachen Atilla Wohlrab, Präsident des AGV, sowie Claudius Marx, Hauptgeschäftsführer der IHK. „Reden tun wir alle von der Umwelt. Aber wer tut wirklich etwas?“, fragte Wohlrab in seiner Begrü- ßungsrede. Er richtete zuerst seinen Blick auf die Stadt Konstanz, die vergangenen Mai als erste deutsche Stadt den Klimanotstand ausgerufen hatte und seit- dem alle Entscheidungen unter einen Klimavorbehalt stellt. Bis auf den Medienaufruhr rund um den Klima- notstand hätte sich aus Schweizer Sicht anschließend jedoch nicht viel verändert, so Wohlrab. Die Auto- korsos und der Einkaufswahn an Samstagen in der Konstanzer Altstadt hätte ihren Lauf genommen. Erst durch die Bekanntmachung, dass Konstanz in Zukunft kein Seenachtsfest mit Feuerwerk mehr ausrichte, hätten sich die Auswirkungen des Konstanzer Klima- notstands auch für die Schweizer gezeigt. Kreuzlingen stünde dem- nach mit einem alleine ausgerich- teten Seenachtsfest 2020 „etwas komisch und hilflos“ da. Claudius Marx relativierte in sei- ner daran anschließenden Begrü- ßungsrede diese Aussage, indem er die Bedachtheit der Nachbarn lobte. Die Schweizer würden „nicht von einer kollektiven Aufregung in die nächste stolpern, sondern die Herausforderungen der Zeit mit eindrucksvoller Ruhe und Gelassenheit ange- hen“. Während Deutschland zu einer Aufregungsdemo- kratie neige und vorschnell Entscheidungen wie den Atomausstieg oder das Ende des Verbrennungsmotors treffe, ohne zuvor über die Konsequenzen und Alterna- tiven nachzudenken, würden sie Schweizer nicht nur besprechen, sondern auch abarbeiten. Was insbesondere der Kanton Thurgau für den Klima- schutz unternimmt, stellte Hauptredner Andrea Paoli in seinem Vortrag dar. Er sagte, dass Kreuzlingen und der Kanton Thurgau zwar keinen Klimanotstand ausgeru- fen, jedoch ähnliche Vorstöße unternommen haben – so zum Beispiel das Schaffen einer Klimakoordinationsstelle und das Ausarbeiten einer Klimastrategie. Die strategischen Ziele der kantonalen Energiepolitik: das Aufrecht- erhalten der Stromversorgungssicherheit und wettbewerbsfähiger Strompreise, eine regionale Wertschöpfung durch weitgehende Nutzung der eigenen Produktions- und Effizienzpoten- ziale und eine Reduktion des CO 2 -Ausstoßes durch eine Minderung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Der Ingenieur sieht im Thurgau großes Potenzial für erneuerbare Energien und machte sich besonders für die Windenergie stark. Der Konstanzer Klimanotstand hätte für ihn Symbolcharakter, der jeden zum Handeln bewegen könne, sagte Paoli: „Die Klimastrategie ist Aufgabe von Bund, Kantonen, Gemeinden und von Ihnen, den Unternehmen.“ doe Die Gastgeber des Abends Atilla Wohlrab (links) und Claudius Marx (rechts) gemeinsam mit Haupt­ redner Andrea Paoli. Martini-Apéro der IHK und des Arbeitgeberverbands Kreuzlingen und Umgebung Greta, ein Klimanotstand und der Kanton Thurgau Unterschiedliche Klimastrategien in Deutschland und der Schweiz

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