Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar '20 - Hochrhein-Bodensee

28 IHK Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2020 Gutex erhält Landesinnovationspreis Für schwer entflammbare Holzdämmplatte ausgezeichnet S eit 1985 zeichnet das Wirtschaftsministerium des Landes Baden- Württemberg mit dem „Dr.-Rudolf-Eberle-Preis“ Unternehmen aus, die herausragende Innovationen erfolgreich umgesetzt haben. 2019 nahmen 90 Unternehmen an der Wettbewerbsausschreibung teil, neun davon waren für Preise und Anerkennungen nominiert. Das etwa 200 Mitarbeiter starke Familienunternehmen Gutex aus Waldshut-Tiengen hat die weltweit erste ökologische Holzdämmplatte entwickelt, die zudem schwer entflammbar ist. Für diese Produk- tinnovation wurde es mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis aus- gezeichnet. Das ist aber nicht der einzige Preis, den das innovative Unternehmen in diesem Jahr erhalten hat. Denn für diese Weltneuheit wurde die Firma Gutex auch mit dem „Woody Award in Gold“ ausge- zeichnet, dem Innovationspreis des Deutschen Holzhandels. SP Gutex-Ge- schäftsführer Claudio Thoma (dritter von links) und seine Mit- arbeiter freuen sich über den Landesinnovati- onspreis. Herbstsitzung des Energie- und Umweltausschusses zu Nachhaltigkeit Mehr als ein Trendthema A uf Einladung von Claudio Thoma, dem Geschäfts- führer der Gutex Holzfaserplattenwerk H. Hensel- mann GmbH & Co KG, fand die Herbstsitzung des Ener- gie- und Umweltausschusses im November in seinem Unternehmen in Waldshut-Tiengen statt. Diesmal stand das Thema „Nachhaltigkeit als Unternehmensverant- wortung“ auf der Agenda. Hierfür war Stephan Grü- ninger, der wissenschaftliche Direktor des Konstanzer Instituts für Corporate Governance (KICG) an der HTWG in Konstanz, als Referent eingeladen. In seinem Vortrag ging er auf die Frage ein, ob Nach- haltigkeit nur ein Trendthema sei, oder ob damit Un- ternehmen ihre Zukunftssicherung bestreiten könn- ten. Grüninger plädierte dafür, dass Nachhaltigkeit im Unternehmen absolut kein Trendthema sein dürfe, sondern vielmehr als Unternehmensverantwortung insgesamt angegangen werden müsse. Er stellte die These auf, dass Unternehmen nur weiter am Markt bestehen würden, wenn sie Nachhaltigkeit und Com- pliance als Einheit in ihre Unternehmenskultur und -strategie integrieren. Er führte an, dass es nicht mehr ausreichen werde, dass das Unternehmen selbst nach einem Umweltmanagementsystem wie EMAS oder ISO 14001 zertifiziert sei. Stattdessen müssten zukünftig zum Beispiel auch alle anderen Prozesse in der Lieferket- te beachtet werden. Eine entsprechende Gesetzeslage sei derzeit in Arbeit, um Themen wie Menschenrechts- verletzung, Kinderarbeit, Korruption und Arbeitsbedin- gungen besser in den Griff zu bekommen. Nach dem Vortrag und einer lebhaften Diskussion ver- abschiedete Dietmar Kühne in seiner Eigenschaft als IHK-Vizepräsident Lucia Rehm aus ihrem Amt als Aus- schussvorsitzende. Von 2014 bis 2019 hatte sie den Energie- und Umweltausschuss geleitet. In einer sehr persönlichen Rede würdigte Kühne ihr ehrenamtliches Engagement, das durch viel Kompetenz und Einsatz ge- prägt war. Auch die Ausschussmitglieder bedauerten ihre Amtsniederlegung sehr. Die Sitzung endete mit einem Rundgang durch die Pro- duktionsbereiche von Gutex. Seit 87 Jahren produziert das Familienunternehmen in Waldshut-Tiengen Dämm- stoffplatten aus nachhaltig bewirtschaftetem Schwarz- waldholz. 2019 verarbeiteten rund 200 Mitarbeiter etwa 700.000 Kubikmeter Holz zu Dämmstoffen und erzielten damit ein Wachstum von etwa 19 Prozent. Das ökolo- gisch wirtschaftende Unternehmen verfolgt eine sehr nachhaltige Unternehmensstrategie und ist seit Jahren nach verschiedenen Umwelt- und Energiemanagement- systemen zertifiziert. Zudem hat es für einige Produkte Auszeichnungen erhalten (siehe Text unten). SP Die Ausschuss- mitglieder beim Rundgang durch die Produktionsbe- reiche von Gutex.

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