Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember '19 -Südlicher Oberrhein
REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein Ab Januar 2020 steht Ihnen Ihr Engel & Völkers Team Freiburg auch in Lörrach zur Verfügung! Bewerben Sie sich jetzt online: https://www.engelvoelkers.com/de-de/loerrach/karriere Tel: +49 7621 167 98 70 l örrach@engelvoelkers.com Tel: +49 761 896 44 0 freiburg@engelvoelkers.com Nun suchen wir Sie: Immobilienberater m/w/d ANZEIGE Frankreich kündigt Erleichterungen für Arbeitnehmerentsendungen in den Grenzregionen an Verbesserungen in Sicht U m deutsche Beschäftigte nach Frank- reich zu schicken, erfordert es viele Nachweise und Belege. Zwar gelten hierbei die Grundfreiheiten des europäischen Binnenmarktes, also freier Verkehr von Wa- ren, Personen, Dienstleistungen und Kapital. Gleichzeitig möchte die EU entsandte Arbeit- nehmer in Europa vor Sozial- und Lohndum- ping schützen. Dies regelt eine EU-Entsen- derichtlinie, die sich jedoch in jedem Land unterscheidet. Bei den aktuellen Entsendege- setzen in Frankreich müssen die Unternehmer deutlich umfangreichere arbeits-, sozialversi- cherungs- und steuerrechtliche Formalitäten und Meldepflichten beachten als in vielen anderen EU-Ländern. Diese bürokratischen Hürden haben bei einigen deutschen Unter- nehmen bereits dazu geführt, dass sie keine Mitarbeiter mehr nach Frankreich entsenden. Nun hat ein Bericht in der Frankfurter Allge- meinen Zeitung zum Thema zu einer Einladung des französischen Arbeitsministeriums an die IHK Südlicher Oberrhein nach Paris geführt. „Gespräche und Schriftwechsel zwischen uns und Frankreich gibt es zwar schon länger, aber nun haben wir Hoffnung, dass sich schon An- fang 2020 etwas ändern wird“, sagt Pascale Mollet, Leiterin des IHK-Geschäftsbereichs International. Sie hatte zusammen mit IHK- Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon in Paris Antoine Foucher, Stabschef der französischen Arbeitsministerin Muriel Pénicaud, sowie Amandine Giraud, Diplomatische Beraterin der Ministerin in EU-Fragen, getroffen. Salo- mon und Mollet hatten den Franzosen auch die Ergebnisse einer im Juli veröffentlichten IHK-Umfrage mitgebracht, an der mehr als 400 Unternehmen teilgenommen haben. 66 Prozent dieser Betriebe gaben an, die Über- setzung deutscher Dokumente ins Französi- sche sei für sie das größte Problem. Eine zwei- te große Hürde sei die Einstellung der nötigen Daten in das französische Online-Meldeportal Sipsi (65 Prozent). 59 Prozent bezeichneten die Bereitstellung eines französischsprachi- gen Vertreters als Herausforderung. Die Möglichkeit einer Erleichterung der Ent- sendung könnte, so das Ergebnis des Ge- sprächs, für Unternehmen in den Grenzregi- onen durch Unterstützung der zuständigen IHKs funktionieren. Mollet: „Voraussetzung wäre eine Präqualifizierung der Betriebe durch die jeweilige IHK, mit der diese für ei- nen längeren Zeitraum ihre Mitarbeiter nach Frankreich entsenden können, eine spätere unbürokratische Verlängerung der Beschei- nigung inklusive.“ Unklar ist dabei noch, wel- che Gebiete zu den Grenzregionen zählen, ob Gleiches für die Handwerkskammern und ihre Mitgliedsbetriebe möglich ist oder wie mit Subunternehmen verfahren wird. Anfang 2020 soll ein Dekret erlassen werden, wie die Entsendung in Zukunft laufen soll. Eine Woche nach dem Treffen kamen in Saar- brücken die Staatssekretäre der deutsch- französischen Grenzregion mit Antoine Fou- cher zusammen. An einem Fachgespräch zur Entsendung nahm auch IHK-Präsident Steffen Auer teil. Hier brachten die Fran- zosen selbst das Thema Präqualifizierung auf die Agenda – zur Freude des IHK-Prä- sidenten: „Der Aachener Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich spricht sich für Ausnahmen in den Grenzregionen aus – quasi das Laboratorium der Umsetzung der europäischen Idee. Eine Präqualifizierung beim Entsendegesetz für Unternehmen in der Grenzregion – das wäre mal ein Beispiel hierfür.“ Aus vielen Gesprächen und eigener Erfahrung weiß Auer, dass die aktuellen Ent- sendegesetze zuletzt zu sehr viel Frust und teilweise enormen wirtschaftlichen Folgen geführt haben – für die deutsche Seite und auch für elsässische Firmen, weil Wartungs- und Reparaturleistungen deutscher Dienst- leister ausblieben. Auer: „Hier müssen wir gemeinsam etwas tun.“ naz Schon lange klagen die Un- ternehmen in der Grenzregion am südlichen Oberrhein über enorme Bürokratiehürden durch die französischen Entsendefor- malitäten. Nach einem weiteren Austausch zwischen Vertretern der IHK und des französischen Arbeitsministeriums sind nun Verbesserungen in Sicht.
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5