Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember '19 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

Wirtschaft im Südwesten 12 | 2019 26 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg IHK-Wirtschaftslagebericht Schwächephase hält an D ie Stimmung bei den Unternehmen aus der Region hat sich weiter verschlech- tert. Bei der aktuellen IHK-Konjunkturbe- fragung zum Herbst geben zwar noch 48 Prozent eine befriedigende Geschäftslage an. Gleichzeitig ist der Anteil der Firmen mit schlecht laufenden Geschäften von sieben Prozent im Frühsommer auf nunmehr 17 Pro- zent angestiegen. Nur noch ein gutes Drittel vermeldet eine gute wirtschaftliche Situati- on, während es bei der vorherigen Befragung noch knapp die Hälfte war. Von der Schwächephase besonders betrof- fen sind auch die Automobilzulieferer aus der Region. „In den letzten Monaten hat sich die wirtschaftliche Lage insbesondere für die Automobilhersteller und ihre Zulieferer weiter verschlechtert“, so Harald Marquardt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Marquardt Gruppe aus Rietheim-Weilheim und IHK-Vizepräsident. „Politische Ungewissheiten wie der Brexit oder handelspolitische Konflik- te wie die zwischen den USA und Chi- na erschweren zunehmend das Ge- schäft. Gleichzeitig müssen enorme Investitionen getätigt werden, um die Mobili- tätswende erfolgreich zu gestalten. Es bedarf deshalb einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Akteure, um größeren Schaden abzuwenden, Beschäftigung in un- serer Region zu sichern und unsere Unternehmen international wettbe- werbsfähig zu halten.“ Die Eintrübung des Konjunkturkli- mas schlägt auch auf die Erträge durch. Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate fallen schlechter aus als noch im Frühsom- mer. „Eine Wende zum Besseren ist kurzfristig nicht in Sicht“, ist IHK- Präsidentin Birgit Hakenjos-Boyd überzeugt. „Neben den ungelösten politischen Konflikten wie dem po- tenziellen ‚No-Deal-Brexit‘ und den gewachsenen Unsicherheiten in zen- tralen Regionen der Ölversorgung, hat sich auch die Weltkonjunktur abgekühlt. Dies beeinträch- tigt die Exportaussichten un- serer regionalen Wirtschaft, und auch die Nachfrage nach heimischen Produkten und Dienstleistungen geht zurück.“ 38 Prozent der be- fragten Firmen rechnen laut IHK-Umfrage mit geringeren Ausfuhren. Ein Lichtblick sei, dass Einzelhandel und Tourismus vom bis dato verlässlichen Binnenkonsum profitieren und weiterhin auf stabile Geschäfte blicken. Insgesamt rückläufig ist die Investitionsbereit- schaft der Unternehmen. 36 Prozent werden in der nahen Zukunft ihre Investitionen zurück- fahren. Die unsicheren Geschäftsaussichten belasten auch die Personalplanungen der Un- ternehmen, die im Vergleich zum Frühsommer noch vorsichtiger geworden sind. Der Anteil der Firmen, der davon ausgeht, den Personal- stand künftig zu erhöhen, ist auf elf Prozent zurückgegangen. Das größte Geschäftsrisiko bleibt aus Sicht der Betriebe jedoch weiterhin der Fachkräftemangel. Umso wichtiger wird es aus Sicht von Birgit Hakenjos-Boyd sein, dass jetzt auf weitere Belastungen der Wirtschaft verzichtet wird. AF Annika Fleig Fachbereich Standortpolitik 07721 922-138 fleig@vs.ihk.de Das aktuelle Konjunkturklima der Region Schwarzwald- Baar-Heuberg liegt leicht unter dem Landesdurchschnitt. In die Berechnung für den IHK- Klimaindikator gehen sowohl die Einschätzungen für die aktuelle Geschäftslage zum Herbst 2019 als auch die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate ein. »Die Lage für die Automobil- hersteller und ihre Zulieferer hat sich weiter verschlechtert« Indikator Jahre 16% 51% 33% Geschäftserwartung Herbst 2019 verbessernd gleich bleibend verschlechternd

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5