Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember '19 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

ANZEIGE Ausbildungsbilanz 2019 Zahl der Verträge leicht rückläufig M it Beginn des Ausbildungsjahres 2019 bricht ein Trend der ver- gangenen Jahre: Die Anzahl der neugeschlossenen Auszubilden- denverträge ist im Oktober erstmals leicht rückläufig. In absoluten Zahlen wurden in diesem Jahr 33 weniger Neuverträge geschlossen als im Jahr zuvor, was einem geringen Rückgang von 1,2 Prozent ent- spricht. Im landesweiten Vergleich steht die Region dennoch gut da. IHK-Vizepräsidentin Bettina Schuler-Kargoll sieht die aktuelle Situati- on deshalb nicht nur negativ: „Die vergleichsweise geringe Abbruch- quote von etwa fünf Prozent spricht für die berufliche Ausbildung. Die regionalen Betriebe können ihre Fachkräfte von morgen passgenau und regional ausbilden: Dies bildet das Herzstück unserer Wirtschaft“, sagte sie im Rahmen eines Pressegesprächs in der IHK. Noch intensivere Berufsorientierung „Die Zukunftsfähigkeit unserer Region beginnt damit, junge Menschen und Unternehmen passend zusammenzubringen“, erklärt Martina Furtwängler, IHK-Fachbereichsleiterin Bildungsprojekte. Sie skizziert die drei Handlungsfelder der IHK wie folgt: „Die IHK wird auch in Zukunft die Berufsorientierung an den Schulen, unter Einbindung der Eltern in Formaten wie dem Eltern World Café, weiter intensivieren. Studienabbrechern wollen wir einen reibungslosen und schnellen Transfer in eine Ausbildung bieten. Und die Integration von Jugendli- chen mit Migrationshintergrund ist uns auch weiterhin ein Anliegen.“ Die Anerkennung der Gleichwertigkeit sei bereits weit fortgeschrit- ten, jedoch komme die Akzeptanz in der Gesellschaft nur langsam voran. „Es freut uns jedoch zu sehen, dass über die Jahre die Zahl der Auszubildenden mit Abitur zugenommen hat. Dies demonstriert eine breitere Anerkennung der beruflichen Ausbildung“, so Bettina Schuler-Kargoll. Konzentration auf Lesen, Schreiben, Rechnen Dazu gehörten die Konzentration der allgemeinbildenden Schulen auf die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen, um ein stabiles Fundament für die Weiterbildung zu legen. Zweitens müss- ten Berufsschulen ihre Lehrpläne flexibel gestalten können, um auf veränderte Anforderungen aus der Wirtschaft reagieren zu können und in der finanziellen Ausstattung auch vielversprechende Ansätze wie das Video Learning mit zu berücksichtigen. Zu guter Letzt sollten Mischformen aus beruflicher und akademischer Bildung optimiert und neue getestet werden. Die Durchlässigkeit zwischen hochschulischer und beruflicher Bildung sei zukunftsweisend – neue, anspruchsvol- le Berufsbilder an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis erfordern eine passende, moderne Ausbildung. Die wird auch gut angenommen, wie Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez betont: „Die Grundlage der dualen Ausbildung sind Schulabgänger mit mittlerem Bildungsabschluss. Aber immer mehr Gymnasiasten gehen mittler- weile in eine Ausbildung.“ Scha Martina Furtwängler Fachbereich Berufliche Ausbildung 07721 922-164 furtwaenglerm@vs.ihk.de Sind zuversichtlich für das kommende Ausbildungsjahr: Thomas Albiez, Bettina Schuler-Kargoll und Martina Furtwängler (links) mit den IHK-Azubis Larissa Kratt, Leonardo Alich und Tim Kieninger. Bild: Christian Beck StudiumPlus Die Jugendlichen erwerben inner- halb von kurzer Zeit gleichzeitig ei- nen beruflichen IHK-Abschluss und eine akademische Qualifizierung an der Hochschule Furtwangen. Bisher sehr erfolgreich läuft die Kombinati- on „Ausbildung zum Mathematisch- technischen Softwareentwickler“ mit Studium zum Informatiker. Neu im Programm von IHK und HFU ist der Industriekaufmann in Kombination mit dem Studium zum Wirtschafts- ingenieur.

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