Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember '19 - Hochrhein-Bodensee

ANZEIGE Infoabend für Menschen mit Migrationshintergrund Let´s talk about Ausbildung A usbildung – deine Chance!“ Unter diesem Motto luden IHK, Handwerkskammer, Caritas, AWO, Agen- tur für Arbeit und die Stadt Konstanz Anfang November zu einem Infoabend rund um das Thema Ausbildung für Menschen mit Migrationshintergrund ein. Dieser Einla- dung folgten viele junge Menschen aus verschiedenen Ursprungsländern, die Interesse an einer Ausbildung in Deutschland haben. Sie alle wollten wissen: Was ist überhaupt eine Ausbildung? Wie finde ich eine passende Ausbildungsstelle? Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen? Welche Hilfen kann ich in Anspruch nehmen? Diese Fragen wurden an dem Abend ausführlich und anschaulich beantwortet. Jan Vollmar, der Projektleiter für Integration junger Flüchtlinge der IHK, und Eugenia Dmeiri von der Agentur für Arbeit erläuterten die Vorteile einer Ausbildung, aber auch die Hürden und möglicher- weise auftauchenden Probleme. Der Grundtenor: Spaß an der Ausbildung haben, die eigenen Stärken kennen und nicht aufgeben. Dies bestätigten in den anschließenden Interviews mit Charlotte Ergang (Caritas Konstanz) und Antje Willi (AWO Konstanz) zwei Ausbildungsbotschafter, die von ihrer Ausbildung und dem Weg dorthin erzählten. Der 24-jä- hige Abdoulie Ceesay aus Gambia ist heute im dritten Lehrjahr zum Metallbauer in der Schlosserei Menge in Konstanz-Dettingen. Er konnte seinen zukünftigen Chef schnell von sich überzeugen und bekam bereits nach drei Tagen Praktikum in der Schlosserei eine Ausbildungsstel- le angeboten. Die vielseitige Arbeit in dem tollen Team mache ihm Spaß, erzählte er. Probleme bereite ihm die Schule oft wegen unzureichender Deutschkenntnisse, doch er bekomme viel Hilfe durch Grundlagenunterricht, Nachhilfe und seinen Chef höchstpersönlich. Der Weg zur passenden Ausbildung des 24-jährigen Rami Almatar aus Syrien war länger und komplizierter. Er begann seine berufliche Laufbahn als Zeitungsaus- träger, machte unter anderem ein Praktikum im Alten- heim, begann eine Ausbildung zum Hotelfachmann, die er nach einem Monat wieder abbrach. Dann machte er schließlich ein Praktikum als Fachkraft für Lagerlogistik und fand darin Spaß und seine Stärken. Heute ist er im zweiten Lehrjahr bei „Dentsply DeTrey“ in Konstanz. Den Weg dorthin bereue er nicht, erzählte er im Interview und riet stattdessen allen Ausbildungssuchenden: „Wenn dir ein Praktikum nicht gefällt, dann musst du ein anderes machen. Immer wieder Neues ausprobieren. Man weiß oft nicht, wo die eigenen Stärken liegen, und die muss man suchen.“ Die Herausforderungen bei der Arbeit und in der Berufsschu- le meistert er, indem er sich selbst Zeit gibt und jede Chance nutzt, Fragen zu stellen. Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich an den Infotischen der verschiedenen Institutionen zu informieren und ins Gespräch zu kommen. doe „ Die Organisatoren des Abends: Eugenia Dmeiri (Agentur für Arbeit), Antje Willi (AWO), Charlotte Ergang (Caritas), Jan Vollmar (IHK) und David Tchakoura (Stadt Konstanz, oben von links). Rechtes Bild: Abdoulie Ceesay (links) und Rami Almatar sind stolz, heute erfolgreich Berufsausbildun- gen zu absolvieren und davon berichten zu können.

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