Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November '19 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
Wirtschaft im Südwesten 11 | 2019 48 Unternehmen KURZ NOTIERT Stiegeler IT aus Schönau hat zum 1. Okto- ber den Internet-Service-Provider Hochrhein Net aus Küssaberg übernommen. Der Kauf- preis wurde nicht genannt. Stiegeler IT kom- plettiert damit laut Pressemitteilung das be- reits vorhandene Breitbandnetz im Landkreis Waldshut. Nun sei der Weg für ein größeres, moderneres Netz geebnet. Auch noch vor- handene Netzinseln sollen künftig versorgt werden. Neben Netz und Kunden hat Stiege- ler die neun Mitarbeiter von Hochrhein Net übernommen. Geschäftsführer Francesco Lucia und seine Frau und Elvira sind jedoch zum 1. Oktober ausgeschieden. Stiegeler beschäftigt nun 48 Mitarbeiter und versorgt jetzt 14.700 Privat- und Geschäftskunden (2.000 mehr als zuvor) im ländlichen Raum mit Internet, Tele- fon sowie Fernsehen und treibt den Ausbau moderner DSL- sowie Glasfasernetze voran. Zweiter Geschäftsbereich sind Dienstleistun- gen eines IT-Systemhauses für mittelständische Unternehmen. Die Hypovereinsbank hat zum Wohnimmo- bilienmarkt in Freiburg Ende September einen Marktbericht veröffentlicht. Die Stadt zählt danach zu den am stärksten angespannten Wohnungsmärkten in Deutschland. Vor allem Baulandmangel bremste die Bautätigkeit aus. Immer mehr Bürger schauen sich in Umland- gemeinden um, was dort zu einer ähnlich an- gespannten Situation wie in der Stadt geführt hat. In Freiburg kosten Neubauwohnungen im Mittel rund 5.300 Euro pro Quadratmeter, Be- standsimmobilien durchschnittlich 3.800 Eu- ro pro Quadratmeter. Die Neubauobjekte im Umland haben sich stark verteuert und kosten inzwischen zwischen 3.400 und 6.500 Euro pro Quadratmeter. Bei der Finanzierung bringen die Privatkunden circa 20 Prozent, die vermögende Private-Banking-Klientel circa 40 Prozent Eigen- kapital mit. Immer mehr Käufer entscheiden sich für sehr lange Zinsbindungen mit bis zu 30 Jahren. Auf dem Mietwohnungsmarkt werden selbst in einfachen Lagen nur noch in Ausnah- mefällen weniger als neun Euro pro Quadrat- meter verlangt. Gute Lagen erreichen 14,50 Euro pro Quadratmeter. Weitere Miet- und Kaufpreissteigerungen sind laut Hypovereins- bank mittelfristig noch zu erwarten, allerdings bei abflachendem Anstieg. Ob der geplante neue Stadtteil Dietenbach Entspannung bringt, muss abgewartet werden. Die Nachfrage wird weiter hoch bleiben, auch mangels alternativer Anlageformen zu Immobilien. Grohe investiert erneut in Lahr Fünf Millionen für Farbe LAHR/DÜSSELDORF. Farbige Armaturen liegen im Trend. Um diesem Kundenwunsch nachkommen zu können, investiert der Sanitärhersteller Grohe in sein Werk in Lahr. Für rund fünf Milli- onen Euro sollen bis Jahresende zwei sogenannte PVD-Anlagen und damit 27 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Das berichtete Grohe-Vorstandschef Thomas Fuhr Mitte Oktober und kündigte zudem an, die gesamte Produktion in Deutschland im kommenden Jahr CO 2 -neutral machen zu wollen. Die Grohe AG mit Hauptsitz in Düsseldorft betreibt fünf Produk- tionsstandorte weltweit, drei in Deutschland. Mit seinen aktuell 750 Mitarbeitern ist Lahr der größte hierzulande. Dort entstehen hauptsächlich Handbrausen und Duschsysteme. Die Produktion ist in jüngster Zeit stark gestiegen, sagte Werksleiter Hans-Martin Souchon. Die 2017 installierte Galvanikanlage (Kosten: acht Milli- onen Euro) habe die Kapazität um 70 Prozent erhöht und 40 neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit könne das Armaturenwerk nun jährlich eine Fläche von 82 Fußballfeldern verchromen, wodurch die Tagesproduktion auf rund 20.000 Handbrausen gestiegen sei. Insgesamt habe Grohe in den zurückliegenden drei Jahren 15 Millio- nen Euro in Lahr investiert, berichtete Fuhr. Platz dafür ist reichlich vorhanden: Das Areal der ehemaligen Nestler Armaturenfabrik, das seit 1956 zur Grohe-Gruppe zählt, misst 120.000 Quadrat- meter, die Produktionsfläche bislang 50.000 und die Ver- waltung 10.000. Es gibt noch Hallen beispielsweise der alten Gießerei und Schmiede, die leer stehen, modernisiert und neu genutzt werden können. Das passisert nun für die PVD-Anla- gen. PVD steht für „Physical Va- pour Deposition“, physikalische Gasphasenabscheidung. Bei der aus der Raumfahrt stam- menden Technik werden unter Vakuum Farbschichten aufge- tragen. Sie sorgt nicht nur für eine bunte Auswahl, sondern auch für härtere, kratzfestere Oberflächen. Grohe beschäftigt weltweit 6.000 Mitarbeiter, davon 2.500 in Deutschland und ist seit 2014 Teil der japanischen Lixil Water Corporation (75.000 Mitarbeiter in 150 Ländern). Absolute Umsatzzahlen publi- ziert das Unternehmen seither nicht mehr. Vorstandschef Fuhr sprach in Lahr von einem zwei- stelligen Wachstum in diesem Jahr. Man liefere in 150 Länder und sei die Nummer eins in den wichtigsten europäischen Märkten. ine Eine Chrom- dusche von Grohe. Demnächst entstehen in Lahr auch farbige Arma- turen.
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