Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November '19 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
Wirtschaft im Südwesten 11 | 2019 26 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg »Jeder kann etwas für ein besseres Klima tun« Bild: Michael Kienzler Informationen zum Abschluss von den Teil- nehmern der Expertenrun- de. Moderiert von Simon Scholl (rechts) standen (von links) Mareike Weiner (Universität Basel), Tobias Bacher (Energieagentur Schwarzwald-Baar- Kreis), Anita Sperle-Fleig (Geschäftsführerin BUND), Dimitri Vedel (Bodensee- Stiftung), Petra Neubauer (Klimaschutzmanagerin bei der Stadt Villingen- Schwenningen) und Bernd Deutschbein (Energiebe- rater bei den Stadtwerken VS) Rede und Antwort. Simon Scholl Kompetenzstelle Energieeffizienz 07721 922-149 simon.scholl. keff-bw@vs.ihk.de Energiewendetag Tiefgreifender Wandel ist nötig K limaschutz beginnt bei jedem Einzelnen. Das wur- de beim Energiewendetag im Umweltzentrum auf der Möglingshöhe in Villingen-Schwenningen deutlich. „Anpacken für eine lebenswerte Zukunft“ – unter die- sem Titel stand der Nachmittag mit vielen Experten und einer interessanten Ausstellung. An 260 Orten in Baden-Württemberg wurde der Energiewendetag begangen. Die Veranstaltung in Villingen-Schwenningen stand ganz unter dem Eindruck der Klimaschutzdemons- trationen. Sicher auch deshalb waren viele Interes- sierte in das Umweltzentrum gekommen, darunter die Landtagsabgeordnete Martina Braun (Grüne) und der Königsfelder Bürgermeister Fritz Link. Effizienz- moderator Simon Scholl von der Kompetenzstelle für Energieeffizienz (KEFF) bei der IHK Schwarzwald-Baar- Heuberg eröffnete mit Armin Schott (Leiter des Amtes für Stadtentwicklung in Villingen-Schwenningen) den Nachmittag. Letzterer kam direkt von der Klausurta- gung des Gemeinderates und kündigte an, dass sich in Villingen-Schwenningen in nächster Zeit in Sachen Klimaschutz einiges bewegen werde. „Wir wollen mit der Veranstaltung und der Ausstellung zeigen, dass jeder etwas für ein besseres Klima tun kann“, sagt Karl Greising, Ministerialdirigent im Um- weltministerium, der gleichzeitig die Ausstellung „Effi- zienzpreis Bauen und Modernisieren“ eröffnete. Er ging auf einzelne Punkte des vorgestellten Klimaschutzpro- gramms 2030 der Bundesregierung ein. Von den 65 Maßnahmen beträfen acht das Thema Gebäude. Grei- sing forderte unter anderem hohe Energiestandards bei Sanierungsmaßnahmen. Aus Landessicht erwähnte er die Fortschreibung des Klimaschutzgesetzes. Darin sollen die Kommunen eine effiziente und zukunftsfä- hige Wärmeversorgung sicherstellen und gleichzeitig CO 2 -Emmissionen vermeiden. Mareike Weiner, die an der Universität Basel nachhal- tige Entwicklung studierte, machte anhand von Daten und Fakten deutlich, warum die Menschheit im Grunde vor dem Kollaps stehe und einen tiefgreifenden kultu- rellen Wandel benötige. „Der Wandel muss von unten gestaltet werden. Das bedeute nicht Verzicht, sondern mehr Lebensqualität“, sagte die Expertin. „Was wir als normal ansehen, ist alles andere als normal. Das Problem ist, dass wir Menschen unheimlich schlecht darin sind, langfristig zu denken.“ Weil er aus organisatorischen Gründen nicht recht- zeitig in Schwenningen sein konnte, hielt der Haupt- redner Henning Austmann seinen Vortrag kurzerhand per Skype. Der Professor für Betriebswirtschaftslehre und Initiator der Ideenwerkstatt „Dorfzukunft“ zeigte anhand von Beispielen Möglichkeiten für einen „echt- nachhaltigen“ Lebensstil und gab Tipps, was jeder Ein- zelne tun kann. Dazu zählen eine regionale Ernährung, ökologisches Bauen, Leben in Multigenerationenhäu- sern oder die Nutzung regenerativer Energien. „Lassen Sie uns mutiger und konsequenter die Lösungsansätze angehen“, so Henning Austmann. MK
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5