Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November '19 - Hochrhein-Bodeansee

ANZEIGEN Erwartungen und Investitionen Die Erwartungen der Unternehmen an die Entwicklung der kom- menden zwölf Monate sind deutlich zurückhaltender. Rund zwei Drittel gehen von gleichbleibenden Geschäften aus. Jeweils rund 17 Prozent rechnen mit einer Verbesserung oder Verschlechterung. Insbesondere unter den Produktionsbetrieben erwarten mehr Be- triebe eine schlechtere Entwicklung. So sinkt der Index für die Ge- schäftserwartungen erneut, diesmal von 109 auf 95,5 Punkte. Von einer gleichbleibenden Entwicklung gehen im produzierenden Ge- werbe rund 51 Prozent aus – ähnlich wie im Herbst 2018. Allerdings erwarten nur noch 22 Prozent einen positiveren Geschäftsverlauf (Vorjahr: 43 Prozent), dagegen erhöht sich die Zahl mit sinkender Erwartung auf rund 27 Prozent (Vorjahr 6 Prozent). Und auch die Zahl der Unternehmen, die für die kommenden zwölf Monate mit fallenden Exporten rechnen, steigt von 17 auf 30 Prozent an. In der Dienstleistungsbranche geht der Großteil der Unternehmen von kon- stanten Geschäften aus (rund 68 Prozent). Eine Verschlechterung der Geschäftsentwicklung prognostizieren nur rund 12 Prozent der Dienstleister. Bei den Handelsbetrieben rechnen über 70 Prozent damit, dass die Geschäfte gleich verlaufen werden. Reduziert haben sich gegenüber der Befragung im Frühjahr die Betriebe, die in den kommenden Monaten verbesserte Geschäftsverläufe erwarten. Einen Rückgang gegenüber dem Frühjahr gibt es bei den inländi- schen Investitionsabsichten der Unternehmen. So planen nur noch 26 Prozent (zuvor 34 Prozent) der Unternehmen mit steigenden Investitionen, dagegen wollen 27 Prozent (zuvor 12 Prozent) die Inlandsinvestition in den nächsten zwölf Monaten zurückfahren. Verwendet werden die Mittel insbesondere zur Beschaffung von Er- satzbedarfen (67 Prozent), für Digitalisierungsvorhaben (53 Prozent) sowie zur Einführung weiterer Innovationen (44 Prozent). Konjunkturelle Risiken Die Entwicklung der Inlands- (49 Prozent) sowie der Auslandsnach- frage (33 Prozent) sind neben dem Bedarf an qualifizierten Fach- kräften (64 Prozent) die am häufigsten genannten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen für die kommenden Monate. Insbesondere für Dienstleistungsbetriebe (74 Prozent) und den Handel (59 Prozent) ist der Fachkräftebedarf die größ- te Herausforderung. Die Inlandsnachfrage ist als Geschäftsrisiko seit Ende 2018 wieder in den Fokus gerückt. Insbesondere der Handel und die Dienstleistungswirtschaft profitieren von einem guten Konsumklima und sind entsprechend abhängig von der bin- nenwirtschaftlichen Konjunktur. Aber auch in der Industrie ist die Sorge über eine nachlassende Binnennachfrage seit der Vorumfrage nochmals stark gewachsen und nun zusammen mit der Auslands- nachfrage, zurückzuführen auf die Abkühlung der Weltkonjunktur, als höchstes Risiko bewertet (jeweils rund 62 Prozent). Vergleichbar wenig Sorgen machen sich die Unternehmen dagegen über Finan- zierungsfragen (4 Prozent) und Wechselkurse (12 Prozent). Verstärkte Bemühung um Fachkräfte Zum Herbst hat die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in der Region leicht abgenommen. Noch rund 19 Prozent der befrag- ten Unternehmen geben an, in den kommenden Monaten weitere Mitarbeiter einstellen zu wollen. Mit weniger Beschäftigten planen rund 18 Prozent der Betriebe, wohingegen die Mehrheit von rund 63 Prozent für die kommende Zeit mit einer gleichbleibenden Zahl rechnen. In der Umfrage geben rund 68 Prozent der beteiligten Unternehmen an, derzeit offene Stellen nicht besetzen zu können, da passende Fachkräfte nicht gefunden werden. Reagieren wollen sie auf diesen Fachkräfteengpass insbesondere mit verstärkter Ausbildung (60 Prozent), der Steigerung der Arbeitgeberattraktivität (56 Prozent) sowie mit mehr Weiterbildung der Beschäftigten (55 Prozent). Eine Vielzahl von Unternehmen – rund 42 Prozent – hat in den vergangenen Jahren bereits Fachkräfte aus dem Ausland eingestellt. Eine gezielte Anwerbung von Fachkräften aus Nicht- EU-Ländern planen aktuell aber nur zwölf Prozent der regionalen Unternehmen. AG Ausführliche Dokumentation unter www.konstanz.ihk.de

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