Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober '19 -Südlicher Oberrhein
Wirtschaft im Südwesten 10 | 2019 38 Unternehmen 50 Jahre Firmengruppe Gschwander Spezialist für Schüttgut TENINGEN-NIMBURG. Die Geschichte der Firma Gschwander hätte schon nach zwei Jahren wieder zu Ende sein können. Denn August Gschwander, der das Unternehmen am 14. April 1969 in Glottertal mit einem gebrauchten Silosattelzug gestartet hatte, starb 1971 überraschend im Alter von 44 Jahren. Doch seine Frau Rosa und seine Kinder, darunter der damals 16-jährige Andreas August Gschwander, setzen sich mit aller Kraft dafür ein, die Firma zu erhalten. Mit Erfolg. Dieses Jahr feiert sie 50. Jubiläum – mit dem heute 64-jährigen Gschwander als Seniorchef. Die Firmengruppe selbst zählt laut Pressemitteilung zu den tragenden Säulen des Transportgewerbes in Südbaden und gilt als ausgewiesener Spezi- alist für Schütt- und Rieselgüter. Dazu zählen Baustoffe wie Sand, Kies und Zement, Futter- und Düngemittel für die Landwirtschaft, aber auch Lebensmittel wie Getreide oder Mehl. Dies war von An- fang an die Spezialität des Unternehmens. Im Laufe der Geschichte haben sich Größenordnung und Reichweite erheblich verändert, auch weitere Geschäftszweige sind hinzugekom- men – zum Beispiel der Palettentransport und das Standsilogeschäft. So hat Gschwander derzeit rund 400 Standsilos in Betrieb, die Kunden zur Verfügung gestellt werden. Meilensteine in der Geschichte waren die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft 1979 und vor allem die Verlegung des Firmensitzes ins Gewerbegebiet von Teningen-Nimburg 1981. Dort ging es auf einem Areal von 3.000 Quadratmetern los, inzwischen umfasst die Betriebsfläche etwa 50.000 Quadratmeter. Auch die Zahl der Standorte ist gewachsen: Heute betreibt Gschwan- der Tochterfirmen in Ravensburg, Deißlingen und Dotternhausen bei Rottweil sowie im schweizerischen Rheinfelden, wo vor allem Ver- zollungen erledigt werden. In der Gruppe sind rund 280 Mitarbeiter beschäftigt, davon etwa 170 in Nimburg. Zum Fuhrpark gehören rund 180 Zugmaschinen und circa 220 Auflieger. Der Jahresumsatz der Gschwander-Gruppe beläuft sich auf etwa 55 Millionen Euro. Rund 69.000 Transporte erledigt Gschwander pro Jahr für die Kunden, die vor allem in ganz Deutschland und europäischen Ländern wie der Schweiz, Frankreich, den Benelux-Staaten und Italien sitzen. Die Bau-, Agrar-, Chemie- und Lebensmittelbranche gehören zu den wichtigsten Kundengruppen. Und die Nachfolge des Unternehmens ist gesichert. Drei Mitglieder der dritten Generation sind bereits seit 2014 Mitge- sellschafter des Familienunternehmens, und zwar Andreas August Gschwanders Kinder Andreas Gschwander (35) und Juliana Benthlin (29) sowie ihr Cousin Markus Reichenbach (38). Die Geschäftsführung teilen sich der Seniorchef und sein Sohn. sum Bild: Christina Dages Geschäftsführer Andreas August Gschwander mit einem Silo-Lkw des Unterneh- mens. INFORMATION Besonderer Auftrag für die Montratec GmbH in Niedereschach: Der Autositzhersteller Recaro in Kirchheim/Teck setzt das Schienen- und Shuttle-Transportsystems des Unternehmens für seine innerbetriebliche Logistik (auf dem Bild ist der Testbetrieb in Niedereschach zu sehen) ein. Für Montratec ist es laut CEO SvenWorm „einer der größten und bedeutendstenAufträge seit der Ausgründung des Unternehmens im Jahr 2017“. DasAuftragsvolumen nannte er nicht. Montratec ist vor rund zwei Jahren aus der Freudenstädter Schmid Gruppe hervorgegangen und beschäftigt zurzeit 150 Mitarbeiter. Die Firma ist auf dieVer- netzung undAutomatisierung innerbetrieblicher Logistikprozesse in allen Industriebranchen so- wie im Reinraum spezialisiert. Der Webshop „zahnriemen24.de “ hat im Sommer sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Michael Ebner (mittlerweile: Ebner-Seibold) hat das Unternehmen 2009 als 21-Jähriger ge- gründet, nachdem er einenWebshop für ein An- triebstechnikunternehmen entwickelt hatte, das diesen dann gar nicht umsetzte. Deshalb meldete der Abiturient selbst ein Gewerbe an und entwi- ckelte es neben dem Studiumweiter. Seit Anfang 2015 hat das Unternehmen, das mittlerweile als Antriebstechnik Ebner-Seibold firmiert, seinen Sitz in Freiburg – zunächst in Zähringen und seit Frühjahr diesen Jahres im Gewerbegebiet Frei- burg-Lehen. Zudem gibt es einen Sitz in Stuttgart. Der Shop selbst heißt weiterhin „zahnriemen24. de“. Er beschäftigt laut einer Pressemitteilung zwischen 6 und 55 Mitarbeiter und bietet mecha- nischeAntriebstechnik an, beispielsweise Zahn-, Keil- oder Rippenriemen samt der zugehörigen Scheiben. Die Kunden kommen aus Industrie, Ma- schinen- und Anlagenbau oder Landwirtschaft, auch Privatleute zählen dazu. Fast 20.000 Besu- cher zählt der Webshop pro Monat.
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