Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober '19 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg ANZEIGE IHK-Präsidentin zur Handelspolitik Abschottung ist ein Spiel mit dem Feuer IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos-Boyd setzt sich für den offenen Handel ein. Bild IHK D er Wohlstand unserer Region basiert auch auf den Verflechtungen zu China und den USA“, lautet das Fazit von IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos- Boyd im Hinblick auf den andauernden Zollkonflikt zwischen den beiden Ländern. Viele mittelständische Unternehmen pfleg- ten starke Partnerschaften in beide Märkte, gerade in den Bereichen Automotiv und Me- dizintechnik. Die Region und die Bundespo- litik hätten ein originäres Interesse an einer Normalisierung dieser Außenhandelsbezie- hungen. „Die Spirale aus Abschottung und Zollschikanen ist Unsinn! Es ist höchste Zeit sie zu durchbrechen und den gegenseitigen Austausch zu stärken“, mahnt die IHK-Prä- sidentin. Birgit Hakenjos-Boyd verweist auf die Ex- portquote der Region von 47 Prozent. Die- se liegt in Reichweite zur Exportquote des Landes Baden-Württemberg mit 54,9 Prozent. Aktuell wird jeder fünfte Euro Baden-Württembergs (20,2 Prozent des Außenhandelsumsatzes) mit China oder den USA verdient. In der IHK-Region Schwarzwald- Baar-Heuberg exportieren aktuell 454 Mitgliedsun- ternehmen ihre Waren und Dienstleistungen ohne Zwischenhandel nach Amerika, 281 sind direkt in China aktiv. Die Wirtschaftslage der IHK-Betriebe sei deshalb stark vom Außenhandel abhängig. „Die Abschottungspoli- tik von China und den USA trifft unsere Mitglieder im Mark“, sagt Birgit Hakenjos-Boyd. Anzeichen dafür gibt auch die jüngste IHK-Konjunkturumfrage vom Frühsommer. Darin bezeichneten 27 Prozent der be- fragten Unternehmen ihr Auslandsgeschäft als tenden- ziell fallend, ein Plus von zehn Prozentpunkten im Vergleich zum Jahresanfang. Gleichzeitig spürt nach einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in Berlin deutschlandweit jedes zweite exportak- tive Unternehmen eine Zunahme von politisch motivierten Geschäftshemmnissen. Sanktionen, Zertifizierungsauflagen und Zölle bilden die Top Drei der konkreten Erschwernisse. „Diese Entwicklung, wozu auch der ungeklär- te Brexit gehört, ist ein Spiel mit dem Feuer“, betont Hakenjos-Boyd. Die Entwicklung der Geschäftsbeziehung zu Amerika und China sei eine Erfolgsgeschichte für den deutschen Mit- telstand gewesen. Alleine das Ausfuhrvolumen Baden-Württembergs nach China habe sich in den vergangenen 20 Jahren um das 15-fache gesteigert, das Ausfuhrvolumen in die USA in dieser Zeit immer noch verdoppelt. „Dahinter stecken ganz konkrete Geschäftsbeziehungen, Firmenpartner- schaften, Werkseröffnungen und Arbeitsverhältnisse. Dahinter steckt Wertschöpfung und Wertschätzung.“ Es sei höchste Zeit auf eine Normalisierung der po- litischen Beziehungen zwischen den USA und China hinzuwirken. Hi Philipp Hilsenbek Fachbereich Standortpolitik 07721 922-126 hilsenbek@vs.ihk.de „
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