Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September '19 -Südlicher Oberrhein
15 INDUSTRIEBAU & GEWERBEBAU PLANUNG PRODUKTION MONTAGE WOLF SYSTEM GMBH Osterhofen Tel. - gbi@wolfsystem.de WWW.WOLFSYSTEM.DE Richtige tun, die richtigen Trends erkennen wie aktuell gerade auf den großen Feldern Digitalisie- rung, Robotik oder 3D-Druck. Sternbergs wissenschaftlicher und interdisziplinärer Hintergrund spielte sicherlich eine nicht ganz unentscheidende Rolle für ihren Kar- rieresprung bei Aesculap. „Ich bin nicht hergekommen, um Vorstand zu werden“, be- tont sie allerdings. Man merkt, dass die Produkte ihr mehr am Herzen liegen als die Posten. Wie eine frische Ostseebrise weht einem die Begeisterung für ihre Arbeit um die Ohren. Die große Identifikation mit dem, was sie tut, und ihre sympathische, natürliche Art haben der Rostockerin die Eingewöhnung in der neuen Arbeits- und Lebens- welt erleichtert. „Ich wurde hier sehr gut aufgenom- men“, sagt Sternberg. Aber sie weiß, dass dies auch mit ihrer eigenen Einstellung zu tun hat. „Ich bin mit sehr viel Demut hierher gekommen, und ich habe bis heute sehr viel zu lernen.“ Dazu zählt beispielsweise die umfangreiche Regulatorik, die sie aktuell deutlich mehr Zeit kostet als die Entwicklung neuer Produkte. Im Hinblick auf die ab Mai 2020 geltende europäi- sche Medizinprodukteverordnung muss Aesculap – wie alle anderen in der Branche – sein riesiges Be- standsportfolio auf den Prüfstand stellen. Sternberg regt sich darüber nicht auf. Sie sieht das Gesetz als Teil ihres Lernprozesses auf dem Weg von der Wis- senschaft in die Industrie. Woher kommt diese Entschlossenheit, Medizintech- nikprodukte zu machen, gab es ein Schlüsselerleb- nis? Ja, aber es hat nichts mit Helfersyndrom zu tun, sondern mit der Frage nach der Anwendung. Stern- bergs Doktorarbeit über Reaktionsmechanismen von Molekülstrukturen war sehr grundlagen-, nicht anwendungsorientiert. Die Fragen von Freunden „Was habe ich davon?“ motivierten sie, nach einer Anwendung für dieses Wissen zu suchen. So kam sie zur Implantat- und damit zur Medizintechnik. Katrin Sternberg verfolgt ihren Weg konsequent. Sie ist ein sehr strukturierter Mensch, erwartet das aber nicht von anderen. „Wie sie ihre Arbeit organisieren und zum Ziel kommen, ist nicht entscheidend. Das Ergeb- nis zählt.“ Sie arbeitet gerne mit anderen zusammen, ist ein Teamplayer, auch in ihrer Führungsposition. Dünkel und Chefallüren sind ihr fremd, die erste Frau im Aesculap-Vorstand zu sein, ist kein Thema für sie. Im August ist Katrin Sternberg 50 geworden. Ist die Zahl ein Problem? „Nein“, antwortet sie. „Die Basis lege ich ja vorher, nicht erst im Umschwung von 49 auf 50. Und ob ich mich fit fühle, habe ich selbst in der Hand.“ Für Mannschaftssportarten fehlt ihr mitt- lerweile die Zeit. Sie geht zusammen mit ihrem Mann regelmäßig ins Fitnessstudio. Und sie wandert leiden- schaftlich gern. Das hat ihr geholfen, im Schwarzwald anzukommen. Das einzige, was sie von der alten Hei- mat noch vermisst, sind – außer Familie und Freun- den – der Geruch der Ostsee und der Fisch. kat KOPF des Monats Bild: Ermert
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