Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September '19 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

Wirtschaft im Südwesten 9 | 2019 24 REGIO REPORT  IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg D ie Digitalisierung der Wirtschaft wird die Arbeit von morgen verändern. Vertreter regionaler Un- ternehmen machten während einer Diskussion in den Räumen der Weißer & Grießhaber GmbH in Mönchwei- ler deutlich, dass bei der Gestaltung der Rahmenbedin- gungen die Bedürfnisse des Mittelstands Beachtung finden müssen. „Wir benötigen dazu den Dialog zwischen Politik und Mittelstand“, sagte IHK-Vizepräsident Achim Scheerer. Die IHK hatte das Treffen organisiert. Markus Müller vertrat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. „Wir fragen uns natürlich, wie sich die technologischen Veränderungen auf die Beschäftigten auswirken“, so der Leiter des Referats Grundsatzfragen der Arbeits- politik und der Arbeitskräftesicherung. Blickfeld erweitern Es sei richtig und wichtig, direkt mit dem Mittelstand zu reden und somit das Blickfeld über die Verbände und große Unternehmen hinaus zu erweitern. Sofie Geisel vom Deutschen Industrie- und Handelskam- mertag (DIHK) in Berlin versprach, die Anregungen und Vorschläge direkt in die Arbeit des Spitzenverbandes in die Hauptstadt mitzunehmen und in den Diskussi- onsprozess einzuführen. Die Unternehmensvertreter nutzten die Möglichkeit, dem Mittelstand Gehör zu verschaffen, und eine der Kernforderungen drehte sich um die Flexibilität. Inno- vative mittelständische Unternehmen seien flexibel, und genau dies wurde auch von den gesetzlichen Rah- menbedingungen über die derzeit geltenden Regelun- gen hinaus verlangt: Beispiele seien die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, 450-Euro-Jobs oder Möglichkei- ten, ältere Arbeitnehmer auch nach Renteneintritt re- gelmäßig zu beschäftigen – in vielen Bereichen würden die Unternehmen in ein zu starres Korsett gezwängt. Auch die Arbeitnehmer selber würden häufig viel Stimmen Horst Hall von AP&S International GmbH in Donaueschingen forderte die Politik auf, generell mehr Mut und Zuversicht zu fördern, um die vielzitierte „German Angst“ vor Ver- änderung zu überwinden In diesem Zusammenhang mahnte Ute Grieß- haber , Geschäftsführerin von Weißer & Grieß- haber, dass wieder mehr Menschen den Mut und die Einstellung aufbringen müssten, Ver- antwortung zu übernehmen. Prozesse in den Unternehmen würden durch die Digitalisie- rung immer ausgefeilter: „Daher benötigen wir Mitarbeiter, die Dinge nicht laufen lassen, sondern mitdenken und beherzt eingreifen.“ Walter Blauditschek , Stellvertretender Leiter der Erwin-Teufel-Schule Spaichingen, forderte, Wertschätzung und Anerkennung der dualen Berufsausbildung zu erhöhen. „Es ist dann Aufgabe der Unternehmen, weitere Karrie- rewege aufzuzeigen“, pflichtete Jens Roth , Gebrüder Schwarz GmbH Rottweil, bei. Bild: Stefan Preuß »Wir müssen uns als Mittel- stand viel mehr als bislang zu diesen Themen äußern« Meinungsaustausch zwischen Wirtschaft und Politik zu Digitalisierung Politik muss die richtigen Rahmenbedingungen setzen

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