Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August '19 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
30 Dr. Tobias Irion Geschäftsführer, EPS Personalservice GmbH, Tuttlingen IHK-Vollversammlungsmitglieder für die Wirtschaft und die Region #Gemeinsamihksbh: Gemeinsam erfolgreich sein! REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg Austausch mit Staatssekretär Steffen Bilger Zukunftsfester Mobilfunk für den Industriestandort E in starker Industriestandort braucht eine starke Infrastruktur. Dazu gehört eine flächendeckende Versorgung mit Mobilfunk und Breitband. Der neue Mobilfunkstandard 5G kann die Basis für neue Innovationen sein. Ihn brauchen wir flächendeckend“, so das Fazit von IHK-Vizepräsident Achim Scheerer nach einem Austausch mit Steffen Bilger, dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Auf Einladung der IHK machten Unternehmer und Regionalpoliti- ker deutlich, wie existenziell die Digital-Versorgung der hiesigen Industrieregion ist. Die gemeinsame Erwartungshaltung beim Mobilfunk-Ausbau lautete: flächendeckend, zukunftsfähig, sicher, kosteneffizient und zeitnah. Digitale Wettbewerbsfähigkeit erhöhen Die große Produktionshalle des Maschinenbauers J.G. Weisser Söhne in St. Georgen war für den Austausch prädestiniert. Robert Rettich, Mitglied der Geschäftsführung: „Unser Maschinenpark wird jeden Tag smarter, unsere Prozesse werden produktiver, unse- re Geschäftsmodelle individueller. Wenn Deutschland international den Anschluss halten will, muss der Standort digital wettbewerbs- fähiger werden.“ Achim Scheerer unterstrich den Druck des globalen Wettbewerbs: „Unsere Infrastruktur ist nicht auf Augenhöhe mit anderen Ländern.“ Die Unternehmen in der Re- gion spürten den Druck ihrer Konkurrenten täglich „und sie nehmen die Aktivität anderer Standorte und Nationen sehr bewusst wahr“. Steffen Bilger räumte ein, dass Deutschland beim Mobilfunk weit hinter dem eigenen Anspruch liegt: „Es gibt zu viele Funklöcher. Deshalb werden wir die Abdeckungsquote beim klassischen Mo- bilfunk in den kommenden Jahren auf 99 Prozent der Haushalte erhöhen.“ Der 5G-Ausbau werde zeitnah mindestens entlang von Straße, Schiene und Wasserwegen erfolgen. Ein entsprechendes Konzept für einen Roll-Out in der Fläche werde das Ministerium bis zum Sommer vorlegen. IT-Anteil bei Kosten steigt In der Diskussion verwies Rettich auf die Eigenleistung der Unternehmen beim Digitalausbau: „Wir bezahlen nicht nur den Breitbandanschluss, sondern auch die kom- plette Leitungserneuerung innerhalb unseres Gebäudes und die Ausstattung unserer multifunktionalen Drehzent- ren. Damit wächst der IT-Anteil in unserer Kostenstruktur. Den können wir nicht ins Unermessliche treiben.“ Martin Zimmermann von der Imsimity GmbH aus St. Geor- gen betonte zudem den Wettbewerbsnachteil zu Bal- lungszentren: „Die digitalen Standortbedingungen sind in Deutschland nicht gleichwertig. Wer die Innovations- kraft in einem Schwarzwald und auf einem Heuberg halten will, hat als Staat einen Versorgungsauftrag. Wer Betriebe beim Zugang zur neu- en 5G-Technologie ausschließt, wird in diesem Technologiebereich auch keine Innovation sehen.“ Thorsten Gerberich, Geschäftsführer der Schramberger Carl Haas GmbH: „5G ist der Möglichmacher für Industrie 4.0. Es sind zwei Seiten derselben Medaille. Hier ist die Schweiz beispielsweise weiter. Das muss uns motivieren!“ Hi/spr Philipp Hilsenbek, Fachbereich Standortpolitik, 07721 922-126, hilsenbek@vs.ihk.de »Unser Maschinenpark wird jeden Tag smarter« Ohne digitale Infrastruktur kein Erfolg. Staatssekretär Stef- fen Bilger (links) im Austausch mit Miriam Häring (Anton Häring KG, Bubsheim), IHK-Vizepräsident Achim Scheerer, Christian Schneider (Schneider Schreibgeräte, Tennen- bronn), IHK-Geschäftsbereichsleiter Philipp Hilsenbek und Geschäftsführer Robert Rettich von J.G. Weisser. Bild: Stefan Preuß
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