Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August '19 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2019 20 REGIO REPORT   IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg IHK-Konjunkturbericht Konjunkturelle Abkühlung im Frühling N ach der aktuellen IHK-Konjunktur- befragung profitiert noch knapp die Hälfte der regionalen Unternehmen von gut laufenden Geschäften. Beim Vergleich mit den Ergebnissen zu Jahresbeginn und zum Vorjahr wird jedoch deutlich, dass sich die Stimmung in der regionalen Wirtschaft konti- nuierlich eingetrübt hat. Das Konjunkturklima hat sich sogar stärker als im Landesdurchschnitt verschlechtert. Dies be- kommt auch der regio- nale Handel zu spüren. Während sich vor einem Jahr noch knapp 70 Pro- zent der Händler über eine gute Geschäftslage freuen konnten, ist ihr Anteil ak- tuell auf 30 Prozent zurückgegangen. Dar- über hinaus hat der Handel mit branchenspezifischen Problemen zu kämpfen. „Fairer Wettbewerb im Handel ist wichtig“, so Thomas Weisser, Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses. „Derzeit haben regionale Händler, welche die vorge- schriebene Umsatzsteuer abführen, noch erhebliche Wettbewerbsnachteile im Vergleich zu internationalen Händlern. Zusätzlich verursachen die wachsenden Kon- sumausgaben im Onlinehandel eine Dynamik, die den gesamtwirtschaftlichen Wachstumstreiber ‚Handel‘ vor Herausforderungen stellt. Die vorgesehene EU-Richtlinie gegen Steuerbetrug ist daher löblich, weil Chancen- gleichheit für uns entsteht. Wünschenswert sind wei- tere politische Signale, die unseren weltweiten Handel stärken und Geschäfte insbesondere darin unterstützen, auch vor Ort erfolgreich zu bleiben.“ Die Auftragsbücher sind nicht mehr so gut gefüllt wie noch zu Jahresbeginn. Dennoch rechnet eine Mehrheit der Unternehmen aus der Region mit künftig gleich- bleibenden Geschäften. Die Exporterwartungen haben sich jedoch angesichts der nicht geringer gewordenen Außenhandelsrisiken weiter verschlechtert. „Neben dem ungeordneten Brexit und dem verschärften Handels- konflikt zwischen den USA und China hängen nun auch die US-Sanktionen sowie weitere Handelsrestriktionen der USA gegenüber der Europäischen Union wie ein Damoklesschwert auch über unserer Wirtschaft“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez. Die Bereitschaft, künftig im Inland zu investieren, ist an- gesichts der weiterhin guten Finanzierungsbedingungen nach wie vor hoch. Als Hauptmotiv geben 68 Prozent der befragten Firmen jedoch an, damit den Ersatzbedarf decken zu wollen. Insgesamt hat die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung zugenommen, so dass lediglich 35 Prozent beabsichtigen, in die Er- weiterung ihrer Kapazitäten zu investieren. Knapp zwei Drittel der Firmen aus der Region gehen künftig von einer stabilen Beschäftigtenzahl aus. AF Jetzt mitmachen bei der Konjunkturumfrage Die IHK sucht weitere Unternehmen, die bereit sind, dreimal pro Jahr einen maximal zweiseitigen Fragebogen zur Beurteilung der Lage und der Erwartungen des eigenen Unternehmens zu beantworten. Was ist die IHK-Konjunkturumfrage? Die IHK-Konjunkturumfrage ist ein Instrument, um das Stimmungs- bild in der Wirtschaft zu messen. An den Umfragen der IHKs nehmen deutschlandweit regelmäßig rund 28.000 Unternehmen teil. Keine andere Befragung in Deutschland beruht auf einer so großen Anzahl von betrieblichen Einschätzungen zum Verlauf ihrer Geschäfte. Was bringt die Teilnahme meinem Unternehmen? Die Konjunkturumfrage wird branchenspezifisch ausgewertet. Sie können Ihre Unternehmensergebnisse mit den Ergebnissen Ihrer Bran- che in der Region vergleichen und so frühzeitig auf Veränderungen reagieren. Erkennen Sie Trends rechtzeitig und passen Sie Ihre Inves- titionsentscheidungen entsprechend an! Warum soll ich an der Umfrage teilnehmen? Die IHK-Konjunkturberichte eignen sich aufgrund ihrer großen Teilneh- merzahl als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen und sind eine wichtige Erkenntnisquelle für die Wirtschaftspolitik. Nur wenn viele Unternehmen teilnehmen, kann eine fundierteAussage über die Konjunktur auch hier in der Region getroffen werden. AF Annika Fleig, Fachbereich Standortpolitik, 07721 922-138, fleig@vs.ihk.de www.ihk-sbh.de/konjunktur Das aktuelle Konjunkturklima der Region Schwarzwald- Baar-Heuberg liegt leicht unter dem Landesdurchschnitt. In die Berechnung für den IHK- Klimaindikator gehen sowohl die Einschätzungen für die aktuelle Geschäftslage zum Frühsommer 2019 wie auch die Erwartungen für die nächs- ten zwölf Monate ein. »Eine Mehrheit der Unterneh- men rechnet mit gleichbleibenden Geschäften« 40 60 80 100 120 140 160 Indikator Jahre IHK-Konjunkturklimaindikator Schwarzwald-Baar-Heuberg Baden-Württemberg Grafiken: Daniela Oklmann Annika Fleig, Fachbereich Standortpolitik, 07721 922- 138, fleig@vs.ihk.de

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