Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August '19 - Hochrhein-Bodensee

Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2019 30 REGIO REPORT   IHK Hochrhein-Bodensee Sitzung von Handels- und Tourismusausschuss Gemeinsame Impulsgeber für Innenstädte und Ortskerne D ie beiden IHK-Ausschüsse aus Handel und Tourismus trafen sich im April zu einer gemeinsamen Sitzung in der Teamwelt Höchenschwand. Unter dem Eindruck eines Fachbeitrages von Ale- xander Seiz (Kohl & Partner, Stuttgart) versuchten sie, miteinander Lösungen zu finden, um die onlinebedingten Frequenzverluste im Handel und Tourismus abmildern beziehungsweise kompensieren zu können. Gerade für Städte und Gemeinden in Tourismusregionen können Handel, Gastgewerbe, Freizeiteinrichtungen und konsumnahe Dienstleister in einer Weise zusammenarbeiten, die nicht nur die ansässige Bevölkerung, sondern vor allem auch Tagesausflügler erreicht. Dabei ist zu beachten, dass Touristen beim Einkauf andere Bedürfnisse haben als lokale Kunden. Dem Handel muss es gelin- gen, nicht nur seine klassische Kundschaft zu halten, sondern auch Touristen zu erreichen. Diese erwarten ein einladendes Ambiente und ein eher ausgefalleneres Sortiment. Auch nehmen Touristen gerne Tipps aus der Bevölkerung an, wo eine gute Gastronomie und ebensolche Handelsgeschäfte zu finden sind. Das alles ist ein Grund mehr, als Handelsgeschäft oder als Gaststätte im positiven Sinne Stadtgespräch zu sein. Allen in einer Stadt oder Gemeinde muss klar sein, dass ein gemeinsamer Marktauftritt eine weitere Kaufkraftquelle erschließen kann. Der Tourismus profitiert , weil Einkaufen/Bummeln zu einem attrak- tiven Tourismusangebot gehört, der Handel Versorger und Service- träger für die Gäste ist, Handel und die Innenstädte beziehungsweise Ortskerne zum touristischen Erlebnisraum gehören und der Handel das Markenerlebnis der Region verstärkt. Der Handel profitiert , weil Touristen eine zusätzliche Einnahmequel- le darstellen, die Stadt, das Stadtbild und den Handel beleben, im Urlaub weniger preissensibel sind und neue Kaufanlässe (Souvenirs) und neue Sortimente ermöglichen. Die problemorientierte Aussprache in der Ausschusssitzung machte deutlich, dass es keine Musterlösung gibt, um aus Handel und Tou- rismusbetrieben ein gutes Gespann zu machen. Immer sind örtliche Ansätze, also lokale Bündel von Serviceleistungen, auszutesten – Leistungen, die der Onlinehandel nicht bieten kann. Pa/Ri Die Mitglieder der beiden IHK-Aus- schüsse während der Sitzung sowie Alexander Seiz (Kohl & Partner), Manfred Hölzl (Konzil Konstanz), Bertram Paganini (IHK Hochrhein- Bodensee) und Bruno Hall (Villrin- ger GmbH, links). ANZEIGEN

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5